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Sorge vor Covid-19

Coronavirus fordert weltweit mehr als 3000 Opfer

Berliner U-Bahn
In Berlin ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt.Foto: Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Auch in Deutschland steigt die Zahl erfasster Infektionen mit dem neuen Coronavirus inzwischen von Tag zu Tag deutlich. Berlin meldet einen ersten Fall. In Südkorea wird gegen eine Sekte wegen Mordverdachts ermittelt.

In einigen Ländern steigen die Covid-19-Zahlen rasant, mehr als 89.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus und mehr als 3000 Todesfälle sind inzwischen erfasst.

In Deutschland sind mittlerweile in 10 der 16 Bundesländer Infektionen nachgewiesen. Erstmals wurde auch in Berlin eine Ansteckung erfasst: Ein junger Mann mit Covid-19 wird in der Charité behandelt. Zehn Kontaktpersonen seien bislang identifiziert, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Sie seien in Berlin und Nordrhein-Westfalen häuslich isoliert.

Bis zum Montagvormittag waren beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin 150 Infektionen mit Sars-CoV-2 erfasst. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden zunächst keine Fälle berichtet. Das am schwersten betroffene Bundesland bleibt Nordrhein-Westfalen. Besonders stark betroffen ist dort der Kreis Heinsberg mit mindestens 68 bestätigten Infektionen. NRW-weit sind deutlich mehr als 80 Fälle nachgewiesen.

Für den 47 Jahre alten mutmaßlichen Erstinfizierten aus NRW, der in der Düsseldorfer Universitätsklinik behandelt wird, gebe es nach wie vor keine Entwarnung, sagte eine Kreissprecherin. Seiner Frau gehe es aber deutlich besser. Der 47-Jährige und seine ein Jahr jüngere Frau hatten am 15. Februar in Gangelt bei einer Sitzung Karneval gefeiert. Dabei sollen sie zahlreiche andere Teilnehmer angesteckt haben.

In Baden-Württemberg und Bayern sollen Schüler nach dem Ende der Faschingsferien zu Hause bleiben, wenn sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Im Südwesten betrifft dies ausdrücklich auch viele Beamten und Polizisten. Als Risikogebiete nennt das Landesgesundheitsministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

In Bayern mussten nach einem Sars-CoV-2-Nachweis bei einem Mitarbeiter rund 1600 Kollegen der Firma DMG Mori zuhause bleiben. Der Maschinenbau-Konzern hatte in Abstimmung mit den Behörden entschieden, dass alle Beschäftigten des Standorts in Pfronten mindestens bis Dienstag nicht an ihrer Arbeitsstelle erscheinen sollen. Zunächst soll ermittelt werden, welche Mitarbeiter engen Kontakt zu dem erkrankten 36-Jährigen hatten.

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So verläuft eine Erkrankung mit Covid-19

Das Virus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 verursachen. Die meisten Infizierten haben aber nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, wie es vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Vereinzelt kommt es zu Todesfällen.

Behörden in vielen Ländern erlassen derzeit Maßnahmen wie Schulschließungen und eine Quarantäne für Verdachtsfälle. Bei manchen Menschen lässt das den Eindruck entstehen, es müsse sich bei Covid-19 um eine besonders gefährliche Erkrankung handeln. Der Hintergrund solcher Maßnahmen ist aber ein anderer: Eine ungebremste Infektionswelle könnte unter anderem volle Wartebereiche und Arztpraxen, belegte Intensivbetten und überlastete Gesundheitsämter bedeuten. Daher ist das Ziel, die Ausbreitung über einen möglichst langen Zeitraum zu strecken. In etwa einem Jahr könnte es eine schützende Impfung gegen den neuen Erreger geben.

Wie lange ist die Inkubationszeit bei Covid-19?

Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage. Das ist der Grund dafür, dass Verdachtsfälle derzeit meist etwa zwei Wochen lang isoliert werden.

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Diese Länder sind aktuell am stärksten von Covid-19 betroffen

In Europa ist Italien das am stärksten betroffene Land – es ist zudem eines der nach offizieller Statistik am stärksten von der Epidemie erfassten Länder der Welt. Bei vielen Ländern gehen Experten allerdings von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus. Die Zahl der Toten in Italien liege bei 34, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Rund 1700 Infektionen wurden demnach bisher erfasst. Die Regierung plant ein Hilfspaket für die durch die Covid-19-Epidemie zusätzlich angeschlagene Wirtschaft in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

Weltweit ist neben dem Ursprungsland China weiterhin Südkorea am stärksten von Covid-19 betroffen. Dort stieg die Zahl nachgewiesener Infektionen auf mehr als 4200, mehr als 20 Todesfälle sind inzwischen erfasst. Den Anführern einer im Zentrum der Epidemie stehenden christlichen Sekte drohen Ermittlungen wegen Mordes und anderer Vorwürfe. Die Stadt Seoul habe bei der Staatsanwaltschaft eine entsprechende Strafanzeige gegen den Sektengründer und geistigen Führer Lee Man Hee (88) und zwölf weitere führende Mitglieder der Shincheonji-Kirche Jesu gestellt, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Montag.

Ihnen wird demnach unter anderem vorgeworfen, nicht ausreichend mit den Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet und die Namen von Anhängern vorenthalten zu haben, die auf das Virus getestet werden sollten. Die Stadt gibt der Sekte eine Mitschuld am Tod von Covid-19-Patienten im Land.

In Indonesien wurden zwei erste Sars-CoV-2-Nachweise gemeldet. In Indien wurde erstmals in der Millionen-Metropole Delhi ein Fall gemeldet. Auch in afrikanischen Ländern steigt die Zahl erfasster Ansteckungen. In den USA gibt es nach örtlichen Medienberichten mehr als 70 nachgewiesene Fälle, mindestens zwei Menschen starben an Covid-19. In Japan schlossen am Montag die meisten Schulen für einen Monat. In dem Land sind inzwischen rund 1000 Infektionen und 12 Todesfälle registriert, ein Großteil bei Passagieren und Crewmitgliedern des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“.

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