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In Portugal explodieren die Fallzahlen

BA.4 und BA.5 – wie gefährlich sind die Omikron-Subvarianten?

Omikron Coronavirus Coumputersimulation
Omikron bildet unter anderem die Subvarianten BA.4 und BA.5, die sich derzeit rasant in Portugal ausbreitenFoto: Getty Images

In Portugal explodieren aktuell die Corona-Fallzahlen. Der Grund: Die neuen Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5, welche zudem in Großbritannien kürzlich als besorgniserregende Varianten eingestuft worden sind. Doch sind sie auch gefährlich?

Über 55.000 neue Fälle verzeichnete Portugal am 24. Mai. Noch Ende April waren es gerade mal um die 10.000 täglich. Die neuen Omikron-Subvarianten, welche als noch ansteckender gelten, sollen der Grund für den rasanten Anstieg sein. BA.4 und BA.5 lauten ihre Bezeichnungen – wie gefährlich sind sie?

BA.4 und BA.5 erstmals in Südafrika entdeckt

Beide Untervarianten wurden erstmals im Januar bzw. Februar 2022 in Südafrika entdeckt und sind dort seitdem zu den dominierenden Varianten geworden. Anfang Mai tauchte vor allem BA.5 vermehrt in Portugal auf. Laut einem Bericht des „European Centre for Desease Prevention and Control“ (ECDC) machte der Subtyp bereits Mitte Mai fast 40 Prozent der Infektionen aus.1 Der geschätzte tägliche Wachstumsvorteil für BA.5 gegenüber BA.2 beträgt 13 Prozent. Laut der Organisation ist BA.5 vermutlich bereits die dominierende Variante in Portugal.

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Wie ist die Situation in Deutschland?

Großbritanniens Gesundheitsbehörden haben daraufhin beide neuen Omikron-Subtypen als besorgniserregend eingestuft.2 Allerdings gibt es laut „Ärzteblatt“ von BA.4 bislang nur 115 bestätigte oder Verdachtsfälle und gerade mal 80 Fälle von BA.5 (Stand: 20. Mai 2022).3 In Deutschland sieht es bislang ähnlich entspannt aus. Laut dem aktuellen Corona-Wochenbericht lag die letzte Stichprobe bei 1,4 Prozent.4 Hierzulande sei zwar eine Zunahme erkennbar, allerdings sei diese gering, von 0,1 auf 0,3 Prozent, heißt es weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut offiziellen Angaben stetig, genauso wie Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle.

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Wie gefährlich sind BA.4 und BA.5?

Experten geben Entwarnung. Auch wenn die neuen Subtypen offenbar den bisherigen Immunschutz umgehen können, gibt es keine Anzeichen, dass es sich BA.4 und BA.5 um gefährlichere Varianten handelt. So schreibt das ECDC: „Derzeit gibt es keinen Hinweis auf eine Änderung des Schweregrades für BA.4/BA.5 im Vergleich zu früheren Omicron-Linien.“ Und auch der Virologe Prof. Christian Drosten twitterte, dass das Auftauchen der neuen Varianten in Südafrika glücklicherweise keine Auswirkungen auf die Hospitalisierungsrate hatte. Seit Mitte Mai flacht dort die jüngste Welle übrigens auch wieder ab.

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Ob eine Welle mit den neuen Omikron-Varianten kommt, zeigt sich spätestens im Herbst

Das ECDC rät allen europäischen Ländern dennoch zur Wachsamkeit. Denn wann immer eine neue Variante eine andere verdrängt, ist das ein Hinweis, dass diese noch ansteckender ist. „Vieles deutet darauf hin, dass das Vorhandensein dieser Varianten in den kommenden Wochen und Monaten zu einem erheblichen Gesamtanstieg der COVID-19-Fälle in der EU führen könnte.“ Auch wenn BA.4 und BA.5 nicht gefährlicher als ihre Vorgänger sind, nehmen in der Folge von stark steigenden Fallzahlen vermutlich die Krankenhauseinweisungen zu. Um das zu verhindern, sollten alle vulnerablen Personen – sofern noch nicht geschehen – sich so schnell wie möglich ihre 4. (Auffrischungs-)Impfung holen.

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