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Studie

Wer ständig nach Glück sucht, wird unglücklicher

Frau steht mitten im Feld mir den Händen in der Luft und schaut gen Sonne.
Kann man seinem Glück aktiv nachhelfen?Foto: Getty Images

Die Suche nach Glück geht für Menschen, die besonders eifrig danach suchen, oft unbefriedigend aus: Sie werden dadurch eher unglücklicher! Zu diesem Ergebnis kamen zumindest zwei Forscher.

Alle wollen glücklich sein. Verbeißt man sich allerdings zu sehr in die Suche nach dem ultimativen Glück, wird man laut einer Studie, unglücklicher. Der Grund: Das Streben nach Glück beeinflusst die eigene Wahrnehmung der Zeit und macht einen dadurch unzufriedener.

Zeitwahrnehmung beeinflusst Glücksgefühl

Aekyong Kim von der Rutgers University und Sam Maglio von der University Toronto hatten mehrere Online-Studien mit bis zu 300 Teilnehmern durchgeführt. Als entscheidender Faktor für das Glücksgefühl stellte sich der eigene Anspruch heraus. Den Forschern fiel nämlich auf: Der Teil der Gruppe, der unbedingt glücklicher sein wollte, beklagte, nicht genügend Zeit für Aktivitäten und Zielverfolgung zu haben, die sie potenziell glücklich machen würden. Hingegen hatten diejenigen, die sich bereits als relativ glücklich bezeichneten, nicht das Gefühl, dass die Zeit begrenzt sei für glücklich-machende Aktivitäten und die eigenen Ziele.1

Das Streben nach Glück lässt Zeit also knapper wirken. Noch schlimmer: Die Suche nach Glück führt sogar zu einem gegenteiligen Effekt, nämlich zu einer Abnahme von Wohlbefinden. Interessanterweise hängt es laut den Studienautoren auch davon abhängen, wie man über Glück denkt und wie man glücklich sein definiert. Das habe Einfluss darauf, wie man die Zeit während des Strebens danach beurteilt.

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Wer glücklich sein will, darf sich nicht zu viele Gedanken machen

Dass man Glücklichsein nicht erzwingen kann, ist klar. Allerdings gibt es Mittel und Wege, die zumindest die (regelmäßige) Einkehr von gewissen Glücksgefühlen begünstigen. Darunter fallen Zeit mit den Liebsten und Tätigkeiten, die einen zu einer gewissen Achtsamkeit zwingen. Man muss nur bereit sein, sich Zeit dafür zu nehmen und sich weniger Gedanken um Glück zu machen. Das bestätigen auch die Forscher: „Indem man die Menschen dazu ermutigt, sich weniger Sorgen über das Streben nach Glück als ein nie endendes Ziel zu machen, könnten erfolgreiche Interventionen dazu führen, dass sie mehr Zeit und damit mehr Glück haben.“

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Was kann man tun, um glücklich zu werden?

Für welche Tätigkeiten soll man sich denn nun die Zeit nehmen, um mal nicht über das Streben nach Glück nachzudenken? Britische Forscher haben 2021 anhand von Daten, die Informationen von 40.000 Haushalten aus dem Vereinigten Königreich beinhalten, untersucht, welche Lebensstilfaktoren die Menschen glücklich machen.2

Die Ergebnisse zeigen zum einen, dass die Fähigkeit zur Selbstkontrolle zu positiven Lebensstilentscheidungen führt, die wiederum das Wohlbefinden beeinflussen. Zum anderen, dass vor allem körperliche Bewegung sowie regelmäßiger Obst- und Gemüseverzehr das Wohlbefinden steigern und uns am meisten glücklich machen. Ob man durch mehr Sport und gesunde Ernährung sein eigenes Streben nach Glück für beendet erklären kann, muss jeder für sich selbst herausfinden. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert!

Quellen