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Ursachen, Symptome, Behandlung

Privates Burnout-Syndrom – das sollten Sie wissen!

Frau in ihrer Küche
Dauerhaft können private Probleme krank machen. FITBOOK verrät, was Betroffene – und deren Angehörige – wissen sollten.
Foto: Array

Den Begriff Burnout verbinden die meisten mit Stress im Job. Doch auch private Probleme können stark überfordern – und irgendwann krank machen. FITBOOK erklärt, auf welche Alarmsignale Ihres Körpers Sie achten sollten, wer hilft und was Ihr Umfeld wissen sollte.

Überforderung, keine Perspektive auf Besserung und keine Wertschätzung aus dem Umfeld: Was im Berufsleben zu seelischem Stress mit schlechtem Schlaf führen kann, gibt es genauso oft auch im Privatleben – und somit auch die Erschöpfung, die zur Krankheit wird: dem Burnout-Syndrom.

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Was löst das private Burnout-Syndrom aus?

Auslöser können plötzliche Erkrankungen in der Familie, eine Trennung oder ein plötzlicher Todesfall sein. Und selbst, wenn es nur um Konflikte mit beispielsweise Nachbarn geht – wenn diese immer wieder akut und offenbar nicht lösbar sind, tragen auch sie zur Erschöpfung bei. Das sagt Sven Steffes-Holländer, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Chefarzt an der Heiligenfeld Klinik Berlin.

Was auch immer der Grund ist – der Mechanismus hinter der Erschöpfung ist oft derselbe: Die Betroffenen versuchen, etwas zu erfüllen, was sie nicht sind, und erschöpften sich daran, sagt Mirriam Prieß. Sie ist Ärztin und Beraterin für Führungskräfte aus Hamburg – und hat zu dem Thema bereits ein Buch geschrieben („Wirksame Wege aus dem Burnout“, Südwest Verlag). Wie sie weiß, führen Burnout-Opfer häufig konfliktreiche Beziehungen oder haben keine sozialen Kontakte mehr. „Vor allem haben sie die Beziehung zu sich selbst verloren“, so Prieß.

, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater. Auch Arbeitslosigkeit, soziale und finanzielle Probleme gelten als Risikofaktoren.

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Auf diese Symptome achten!

„Diejenigen, die ein Burnout-Syndrom haben, sind die Leistungsträger, die bis zum bitteren Ende die Fassade aufrecht erhalten“, erklärt Prieß. Deshalb wachen die meisten Betroffenen erst auf, wenn es schon zu spät ist und der Körper deutliche Erschöpfungssignale sendet. Die beginnen mit leichter Unruhe, Gereiztheit und Antriebslosigkeit. Dazu kommen Konzentrationsstörungen, Kopf- und Magenschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, hoher Blutdruck und Herz-Kreislaufprobleme oder gar Bandscheibenvorfälle.

Prieß rät, diese Symptome ernst zu nehmen – insbesondere, wenn sie über einen Zeitraum von drei Monaten bestehen. Für ein erstes Gespräch sei dann der Hausarzt die richtige Adresse. Je nachdem, ob Ihre Beschwerden körperlicher oder psychosomatische Natur sind und abhängig von der Schwere des Befunds, kann er Sie selbst behandeln oder an einen geeigneten Fachmann überweisen. Der Hausarzt kann darüber hinaus gegebenenfalls eine stationäre oder teilstationäre Behandlung verordnen.

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Betroffenen kann geholfen werden

Als erste Anlaufstelle existieren zudem der Krisendienst in Berlin, ein Angebot ähnlich der Telefonseelsorge mit Fokus auf psychische Erkrankungen. „Für Alleinerziehende, Schuldner oder pflegende Angehörige gibt es Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen“, sagt Roth-Sackenheim.

Aber auch die Betroffenen selbst können tätig werden. Der allererste Schritt dabei, so Prieß: Annehmen, was ist, und sich nicht in den Widerstand begeben. Also sich das einzugestehen, was man im Grunde weiß. Das kann zum Beispiel heißen, konfliktreiche Beziehungen zu erkennen – und zu beenden.

Ziehen Sie sich nicht zurück!

Betroffene sollten ansonsten versuchen, sich nicht zurückzuziehen, sondern den Kontakt zu Freunden oder der Familie suchen. Manch einer geht vielleicht auch gerne in die Natur oder findet mit Kunst, Musik oder Sport wieder zu sich. Gerade Hobbys und Entspannung seien wertvoll, um aus den negativen Gefühlen herauszukommen, erklärt Prieß. Hilfreich sind auch schon kleine Dinge wie Pausen, Spaziergänge oder bewusstes Atmen.

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Zwei Freundinnen umarmen sich

„Freunde können nicht den Therapeuten ersetzen, aber das Ich stärken“, sagt Ärztin Prieß
Foto: Getty Images

„Man sollte es ernst nehmen, wenn das Umfeld einem sagt: Ich erkenne dich nicht wieder, ich glaube, das ist alles zu viel für dich“, sagt Roth-Sackenheim. Diese Hinweise von Freunden oder dem Partner sollten Betroffene nicht als Anklage oder Vorwurf verstehen, sondern als Fürsorge.

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Auf keinen Fall darf das Umfeld jedoch weiteren Druck ausüben, warnt Steffes-Holländer. „Freunde und Familie können versuchen, denjenigen zu verstehen und lieber keine Ratschläge erteilen.“ Und falls sich der Betroffene doch zurückzieht, sollten sie das nicht persönlich nehmen.

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