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„Alkfreies 2019“-Kolumne

So lief mein erster Junggesellenabschied ohne Alkohol

Markus Hofmann
Für die meisten Deutschen unvorstellbar: ein ganzes Jahr ohne Alkohol. Unser Autor, FITBOOK-Redakteur Markus Hofmann, will genau das ausprobieren. Hier kommt Teil 6 der großen FITBOOK-Challenge.
Foto: FITBOOK

Viel Zeit ist seit der letzten Folge meiner „Alkfrei“-Kolumne vergangen. Absolutes Highlight – und gleichzeitiges Lowlight: eine JGA-Fahrt nach Polen. Geht das nüchtern überhaupt?

Wow, wie die Zeit verrennt! Seit meiner letzten Folge sind schon wieder zwei Monate vergangen. Wer jetzt denkt, klar hat der nichts zu schreiben, der säuft ja grad auch nicht, irrt! Was, ich trinke wieder? Nein, es sind lediglich zu VIELE Dinge passiert. Darum gibt es schon in zwei Wochen (großes Indianerehrenwort!) den nächsten Teil. Und um gleich mal ein bisschen Spannung aufzubauen: Dass ich angesichts DIESER Entwicklungen immer noch Apfelschorle schlürfe, macht mich schon ein bisschen stolz.

Was ist denn nun passiert?

Ich war unter anderem in Polen! Und wer mich kennt, weiß: In unserem Nachbarland hab ich selten was anbrennen lassen, außer vielleicht ein paar Leberzellen. Der Anlass für den Trip nach Posen versprach auch niveautechnisch nix Gutes: ein Junggesellenabschied – mit mir als Trauzeuge.

Um bei den anderen Mitfahrern keine falschen Erwartungen zu erzeugen (einige hatten mich zuletzt zu meiner Studentenzeit live erlebt), habe ich den Jungs schon bei der Planung reinen Wein eingeschenkt: Der Trauzeuge bleibt trocken! Auf ungläubiges Nachfragen und entsetztes Emoji-Echo reagierte ich, indem ich meinen Artikel zu den Gründen für mein alkoholfreies Jahr in die WhatsApp-Gruppe reinjagte.

Nüchtern betrachtet: Unser JGA in Polen

Die Abendgestaltung stand schnell fest und folgte der Einfachheit halber jedem absturzsicheren JGA-Starterkit: Restaurant, Bar, Club I, Club II, Strip-Club, mit Option auf Strip-Club II-V.

Wenige Wochen später war es dann so weit. Wir saßen im Eurocity auf dem Weg nach Polen. Unsere reservierten Plätze haben wir nie gesehen, stattdessen kehrten wir sofort im Bordrestaurant ein. Kann ich nur empfehlen, beste polnische Küche zu Top-Preisen. Und polnisches Piwo, also Bier, was meine JGA-Freunde noch vor Verlassen der Stadtgrenzen in sich hineinschütteten. Ich trank Malzbier und redete mir selbst ein, dass Märkischer Landmann auch nicht viel besser schmeckt. Wider Erwarten wurde sich die erste Wodkarunde für das Abendessen aufgehoben, sodass die hopfenreichen Herrschaften mit erträglichem Pegel in ihren Hotelzimmern eincheckten.

Das Abendessen stand an und schnell zeigte sich, dass die Jungs die im Zug ausgelassenen Wodka-Shots nachträglich für sich geltend machen wollten. Ich erspare meinen lieben Lesern an dieser Stelle eine genaue Zusammenfassung der einzelnen Programmpunkte, weil sich eh ein immer gleiches Bild abzeichnete: Ich sorgte kontinuierlich für Suffnachschub, staubte dafür mehr Schulterklopfer ab als Fips Asmussen von Rudis und Rüdigern für seine Altherrenwitze und mutierte immer mehr zum Dompteur eines nur schwer zu bändigenden Radau-Rudels.

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Noch vor dem zweiten Club musste der Erste die weiße Flagge hissen – wie wir erst im Nachhinein feststellten, nachdem wir jede noch so dunkle Ecke der Disco erfolglos nach ihm abgesucht hatten (Ein Schuft, wer jetzt an die Redewendung „einen Polnischen machen“ denkt!). Dezent dezimiert steuerten wir das erste Striplokal an und hier wurde es dann hässlich.


Alle bisherigen Teile der Kolumne:

  1. 7 Gründe, warum ich ein Jahr keinen Alkohol trinken will!
  2. So geht es mir nach einem Monat ohne Alkohol!
  3. Warum meine Alkoholpause eigentlich ein Entzug ist
  4. So hat die Frauenwelt auf meinen Alkoholverzicht reagiert
  5. So hat sich mein Leben nach sechs alkoholfreien Monaten verändert

Ich konnte diesen Schuppen noch nie etwas abgewinnen, weil sie mich exakt 0,0 anmachen. Außerdem will man nicht wirklich wissen, ob die Damen, die sich dort rekeln und ausziehen, das auch immer zu 100 Prozent freiwillig tun. Aber natürlich steht es mir nicht zu, hier einen auf Moralapostel zu machen, schließlich ließen wir uns jetzt ja selbst von textilscheuen Damen bezirzen. Die wollten uns ihren Körper im Nebenzimmer unbedingt an den Mann bringen, doch so richtig wollte der Funken nicht überspringen – was auch an dem oberkörperfreien (obwohl reichlich Oberkörper besitzenden) Gröl-Engländer am Nebentisch gelegen haben könnte. Ich kann verkünden: Stripclubs sind besoffen schon ne traurige Angelegenheit, nüchtern wirklich kaum auszuhalten. Weil das auch die anderen so sahen (zumindest größtenteils), blieb es bei dem einen Etablissement und wir kehrten ins Hotel zurück. Abend geschafft, Bräutigam angeschossen, aber glücklich!

Fazit: So fand ich meinen ersten Nüchtern-JGA

Hatte ich auch ohne Alkohol Spaß in Polen? Ja! Habe ich mir gleichzeitig gedacht, „jetzt würde ich schon gerne mittrinken“? Ja – während jeder einzelnen Sekunde unserer Fahrt. Anfangs war es noch lustig, doch je mehr die anderen ihren Pegel hochpichelten, desto mehr verlor ich den Kontakt zu meinen Freunden und fühlte mich wie ein spaßbefreiter Außenseiter. Sodass es für mich nur ein logisches Fazit geben kann: Das war definitiv mein letzter Junggesellenabschied ohne Suff.

Passt eine solche Schlussfolgerung zu meiner bisherigen Alkfrei-Kolumne? Warum eigentlich nicht. Man muss ja nicht alles nüchtern (mit Freude und aus Überzeugung!) machen können. Am Ende bin ich auch ein bisschen froh, mal echte Versuchung verspürt und schmerzlichen Verzicht gefühlt zu haben, diese Challenge sollte ja auch fordern. Da wusste ich aber noch nicht, welche Herausforderungen noch vor mir liegen würden …

Und wer letztens nicht dazu kam (oder einfach nicht genug davon bekommt), mich für mein Vorhaben zu beleidigen, kann das gerne mit einer E-Mail an info@fitbook.de tun. 

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