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Redakteurin hat es ausprobiert

14 Tage täglich Sauna – was das mit meinem Körper gemacht hat

Was bringt jeden Tag Sauna?
Wie fühlt es sich an, zwei Wochen täglich in die Sauna zu gehen? Foto: Getty Images
Anna Echtermeyer
Redakteurin

27. Oktober 2026, 17:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Als leidenschaftliche Saunagängerin weiß ich schon lange, wie gut mir die Kombination aus Sport und Hitze gefällt. Im Urlaub hatte ich nun wieder die Möglichkeit, daraus ein tägliches Ritual zu machen.

3 Saunagänge täglich, zwei Wochen lang

Ich liebe Sauna. So sehr, dass ich mein Fitnessstudio-Abo jahrelang nur dafür genutzt habe. Meine Sauna-Liebe steigerte sich noch mit dem Mama-Sein. Die finnische Sauna ist der beste Rückzugsort, denn dorthin folgt mir mein fünfjähriger Sohn auf gar keinen Fall! „Mama, das ist wirklich zu heiß!“

Mal schaffe ich es einmal die Woche, manchmal nur einmal im Monat in die Sauna – und einmal im Jahr jeden Tag. Drei Saunagänge, 14 Tage hintereinander – mein tägliches Urlaubsritual. Immer nach dem Wandern und vor dem Abendessen, wenn man sich in Südtirol zum Aperitivo trifft, husche ich, noch in den Wandersachen, zur Saunahütte. Stelle meine Wanderschuhe davor ab als „Besetzt!“-Zeichen, drehe von innen sicherheitshalber noch den Schlüssel herum und setze mich in die vorgeheizte Sauna. Während sich die anderen Spritz eingießen, mache ich mir einen Aufguss.

Wie mein Körper auf die tägliche Hitze reagierte

Von den zwei Wochen verbringe ich zehn Stunden bei 90 Grad, zwei Prozent der Urlaubszeit. Auch für eine erfahrene Saunagängerin wie mich ist das kein Spaziergang. Anfangs wird der Puls immer wieder schnell und die Hitze nach spätestens zehn Minuten unangenehm. Nach einigen Tagen bemerke ich die erste Veränderung: Mein Herzschlag bleibt entspannt, die Hitze strengt mich kaum noch an. Ich schwitze, ohne mich erschöpft zu fühlen. Mein Körper gewöhnt sich an das viele Schwitzen. Und ich freue mich morgens schon darauf, abends wieder alles herauszuschwitzen.

Wo ich es sonst mit der Abkühlung nach dem Schwitzen nicht ganz so ernst nehme und eher lauwarm dusche, weil ich kältescheu bin, ziehe ich in diesen zwei Wochen eiskalt durch. Um das Gefäßtraining nicht liegenzulassen, das nur durch ein starkes Wechselspiel zwischen Hitze und Kälte ausgelöst wird, kühle ich nach jedem Saunaganz zunächst für 30 Atemzüge die Atemwege an frischer Luft herunter und steige dann in den 14 Grad kalten Badeteich. Es fällt mir von Tag zu Tag leichter und in der zweiten Woche ist der Wechsel zwischen Hitze und Kälte keine Überwindung mehr für mich, sondern pure Erholung.

Kein Muskelkater trotz täglich viel Sport

Es erstaunt mich, dass in diesen zwei Wochen der Muskelkater ausbleibt – und das trotz langer Wanderungen und finaler Marathon-Vorbereitung (den Startplatz hatte ich gewonnen). Die Beine sind an jedem Morgen frisch, ready to go. Als hätte jemand über Nacht den Reset-Knopf gedrückt! Der Mechanismus dahinter ist keine Zauberei: Die Hitze stimuliert Hitzeschockproteine, die die Muskelproteinsynthese fördern und den Proteinabbau verlangsamen (FITBOOK berichtete).

Geschwollene Knie, wie ich sie nach langen Läufen oder Bergab-Wandern leider häufig habe, regeneriere ich vor und nach der Sauna mit kalten Kniegüssen à la Sebastian Kneipp, um die Gelenkbeweglichkeit wiederherzustellen. Mir hilft das sehr.

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Was tägliche Sauna mit Herz und Kreislauf macht

Dass ich mich nach einigen Tagen in der Hitze immer wohler fühle, ist nicht unbedingt Einbildung. Tatsächlich kann sich der Körper an regelmäßige Hitzebelastung anpassen. Wissenschaftler sprechen von Hitzeakklimatisation. Dabei kann sich unter anderem das Blutplasmavolumen erhöhen, die Schweißproduktion früher einsetzen und das Herz bei gleicher Belastung weniger schnell schlagen. Erste Anpassungen sind bereits innerhalb weniger Tage möglich.

Allerdings ist Sauna für den Kreislauf alles andere als Nichtstun. Um überschüssige Wärme loszuwerden, erweitert der Körper die Blutgefäße in der Haut. Das Herz schlägt schneller und pumpt mehr Blut durch den Körper. Der Blutdruck kann dabei sinken. Das erklärt auch, warum manche Menschen nach einem Saunagang Kreislaufprobleme bekommen oder sich schwindelig fühlen.

Besonders anspruchsvoll ist der rasche Wechsel ins kalte Wasser. Dort passiert zunächst das Gegenteil: Die Blutgefäße verengen sich, der Blutdruck kann schlagartig steigen. Für mich war dieser Temperaturwechsel ein Genuss. Aus medizinischer Sicht bedeutet er jedoch eine zusätzliche Belastung für Herz und Kreislauf. Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder niedrigem Blutdruck sollten deshalb vorsichtig sein.

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Schwitzen, Handtücher und was ich in meinen Alltag mitnehme

Wie viel Flüssigkeit ich in den insgesamt 42 Saunagängen ausgeschwitzt habe, weiß ich natürlich nicht. Mein Eindruck ist, dass es sich über die zwei Wochen etwas steigerte. Je nach Temperatur, Aufenthaltsdauer und Person können bei einem Saunagang mehrere Hundert Milliliter zusammenkommen. Währenddessen und danach achtete ich natürlich darauf, ausreichend zu ruhen und zu trinken – aber definitiv keinen Spritz.

Wer jetzt glaubt, man sieht nach zwei Wochen täglichem Saunieren aus wie eine verdorrte Pflaume, den kann ich beruhigen: Das Gegenteil war der Fall. Meine Haut wirkte rosig und frisch. Weniger erfreulich war allerdings mein Handtuchverbrauch – auch wenn ich damit kein logistisches Problem hatte, denn die stellte zum Glück die Unterkunft bereit.

Meiner Seele tat das tägliche Sauna-Ritual übrigens richtig gut. Durchatmen, einfach mal nichts tun – „nur“ den eigenen Körper wahrnehmen. In meinem Alltag kommt das viel zu kurz.

P. S.: Erkältet war ich seitdem nicht mehr.

P. P. S.: Bei uns zu Hause mufft seit Jahren ungenutzt eine Sauna vor sich hin. Ich sollte sie wiederbeleben.

Disclaimer: Dieser Artikel beschreibt persönliche Erfahrungen und ist keine Empfehlung, täglich zu saunieren. Wie gut der Körper die Hitze verträgt, ist individuell verschieden. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck oder anderen relevanten Vorerkrankungen sollten vorher ärztlich klären, ob Saunieren für sie geeignet ist. Besonders der abrupte Wechsel von großer Hitze zu kaltem Wasser kann den Kreislauf stark belasten. Bei Fieber, akuten Infekten oder Flüssigkeitsmangel sollte auf Sauna verzichtet werden. Wichtig sind ausreichend Flüssigkeit, angemessene Ruhepausen und kurze, individuell verträgliche Saunagänge. Bei Schwindel, Übelkeit oder Kreislaufbeschwerden ist der Saunagang sofort zu beenden.

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