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Es ist nicht die Entspannungsmusik

Überraschend! Diese Musik hilft, Schmerzen besser auszuhalten

Heavy Metal scheint gesundheitliche Effekte zu haben
Heavy Metal scheint gesundheitliche Effekte zu haben Foto: Getty Images
Mara Pollokat
Mara Pallokat

19. Oktober 2026, 3:39 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Ruhige Klaviermusik oder Meeresrauschen können eine entspannende Wirkung haben. Doch wenn es um die Wirkung von Musik auf Schmerzen geht, kommt neue Forschung aus Deutschland und der Schweiz zu einem überraschenden Ergebnis. Ausgerechnet Heavy Metal könnte Menschen helfen, Schmerzen länger auszuhalten.

Forscher des Max-Planck-Instituts Leipzig untersuchten 122 Besucher des Wacken Open Airs. Das Experiment: Hand und Unterarm in eiskaltes Wasser halten. Das Ergebnis: Nach mehreren Festivaltagen hielten die Metal-Fans den Kälteschmerz deutlich länger aus als bei ihrer Ankunft vor Beginn der Konzerte.1

Besonders eindeutig war das Ergebnis bei Teilnehmern, die wenig oder nur moderaten Alkohol getrunken hatten. Wichtig dabei: Der Schmerz fühlte sich für die Fans nicht schwächer an – sie konnten ihn durch eine höhere Akzeptanz aber deutlich länger ertragen. „Das intensive Musikerlebnis über mehrere Tage am Stück beim Metalfestival hat sich nicht negativ darauf ausgewirkt, wie die Studienteilnehmer Schmerz erlebt haben. Im Gegenteil: Die Festivalbesucher konnten den Kälteschmerz sogar länger aushalten als die Vergleichsgruppe“, erklärt Studien-Erstautorin Lydia Schneider.

Warum hilft harte Musik?

Hintergrund ist, dass unterdrückter Ärger Schmerzen verstärken kann. Aggressive Musik dient als emotionales Ventil: Wer Wut über die Musik zulässt und verarbeitet, lernt, negative Gefühle besser zu akzeptieren. Das steigert die Schmerztoleranz, ohne dass der Schmerz selbst unterdrückt werden muss.

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Nicht jede Musik wirkt gleich

Dass Musik auch die Schmerzintensität lindern kann, zeigt eine Studie des Universitätsspitals Zürich mit 204 Patienten beim Legen einer Venenkanüle vor dem MRT. Wer seine Lieblingsmusik hörte, spürte direkt nach dem Einstich sowie 30 Sekunden und 2 Minuten danach weniger Schmerz – besonders, wenn schon vorher Schmerzen da waren.2

Entspannungsmusik zeigte im Test hingegen keinen Effekt. Mozarts klassische Klänge halfen zwar nicht allen, linderten den Schmerz aber bei Patienten, die bereits vor dem Eingriff unter Schmerzen litten. Dennoch zeigt die Studie: Am verlässlichsten wirkt Musik, die persönlich ausgewählt wurde und emotional berührt.

Was bedeutet das für die Praxis?

Statt nur auf Beruhigung zu setzen, könnten Schmerzpatienten von Musik profitieren, die zu ihren echten Gefühlen passt – selbst wenn sie laut oder aggressiv ist. Aber Vorsicht: Beide Studien untersuchten nur kurzzeitige Reize (Kälteschmerz und Spritzenstich). Ob harter Sound auch bei dauerhaften chronischen Schmerzen hilft, müssen künftige Studien erst noch zeigen.

Quellen

  1. Max-Planck-Gesellschaft. Metal-Fans halten Schmerz auf dem Wacken Open Air länger aus (aufgerufen am 12.10.2026) ↩︎
  2. Dragnea A.C, Michels, L, Fellner, T. et al. (2026). Effect of Music on short-term Pain Perception during peripheral intravenous Cannulation. Frontiers. ↩︎

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