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Urlaub für die Gesundheit

Kur beantragen – so geht’s!

Frau im Thermalbad
Müde, ausgelaugt? Eine bewilligte ambulante Vorsorgekur findet in aller Regel in einem der 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland statt und dauert im Schnitt zwei bis drei Wochen.
Foto: Getty Images

Wer gesundheitlich angeschlagen ist, kann von einer sogenannten Vorsorgekur profitieren. Doch zahlen das die Krankenkassen auch? In jedem Fall wichtig: Für den Antrag sollten sich Versicherte viel Zeit nehmen – und nicht übertreiben.

Einfach mal raus aus dem Alltag, in einen Kurort fahren und dort etwas für die Gesundheit tun. Das muss kein Traum bleiben, denn unter Umständen zahlt die Krankenkasse auch zur Vorsorge für ambulante Kuren – und manchmal sogar für Unterkunft und Verpflegung, zumindest teilweise.

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Welche Voraussetzungen müssen für eine Kur erfüllt sein?

Doch der Weg dahin ist oft kompliziert und langwierig. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Krankenkasse dem Antrag auf Kur grünes Licht gibt? „Das Risiko, dass ohne eine solche Kur der Versicherte möglicherweise erkrankt, sollte erkennbar sein“, erklärt Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbands. Zudem muss der Antrag deutlich zeigen, dass der Versicherte schon an seinem Wohnort Maßnahmen gegen sich anbahnende Beschwerden ergriffen hat – und dies nicht genug war oder nur schwer mit den beruflichen und familiären Umständen vereinbar war.

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Was erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kasse „Ja“ sagt?

Arzt und Versicherter füllen die Unterlagen gemeinsam aus. Denn der Arzt muss begründen, warum die Kur genau nötig ist. „Je ausgefeilter der Antrag begründet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kasse „Ja“ sagt“, erklärt Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen. Wichtig sei, dass in dem Antrag „nicht ein Wust an Beschwerden“ aufgelistet ist. Stattdessen sollte man sich auf ein Hauptsymptom konzentrieren.

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Der ausgefüllte Antrag wird bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eingereicht, erklärt Hubloher. Sie ist unabhängig davon, ob jemand sozialversicherungspflichtig oder freiwillig versichert ist, zuständig. Das gilt auch für mitversicherte Partner oder Kinder sowie für Rentner, Arbeitslose und Selbstständige.

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Was tun, wenn die Kasse den Antrag ablehnt?

Die Träger können für ihre Entscheidung dann den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder einen Amtsarzt zurate ziehen. „Die Erfahrungen zeigen, dass viele Anträge zunächst einmal abgelehnt werden“, erklärt Hubloher. In den allermeisten Fällen lohnt es sich aber, schriftlich Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen. „Wenn dann nochmals und gegebenenfalls ausführlicher Gründe für die Vorsorgekur dargelegt werden, stimmen die Kassen dem in vielen Fällen doch zu“, sagt auch Goertz-Meissner.

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Wie lange dauert eine Kur – und wo findet sie statt?

Eine bewilligte ambulante Vorsorgekur findet in aller Regel in einem der 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland statt und dauert im Schnitt zwei bis drei Wochen. Der Versicherte kann sich den Ort selbst aussuchen – die Einrichtungen dort müssen aber natürlich Angebote für das Therapieziel vorhalten. Generell ist eine erneute Kur frühestens nach vier Jahren möglich. Falls medizinisch notwendig, kann der Zeitrahmen jedoch unterschritten werden.

Welche Kosten übernimmt die Kasse?

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Gibt es noch Alternativen zur Vorsorgekur?

Apropos Prävention: Die meisten Krankenkassen bieten auch sogenannte Präventionsreisen an. „Sie richten sich vorwiegend an Menschen ohne ausgeprägte Beschwerden, die trotzdem etwas für ihre Gesundheit tun möchten“, sagt Marini. Das können etwa Berufstätige sein, deren Arbeitszeiten eine Teilnahme an Gesundheitskursen nicht zulassen, oder Versicherte mit hoher zeitlicher Beanspruchung – pflegende Angehörige etwa oder Alleinerziehende.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsorge- und Mutter-Kind-Kur?

Bei der Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Kur handelt es sich seit 2007 um eine stationäre Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. In voller Höhe werden von der Kasse die Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie therapeutische Maßnahmen in einer so genannten Mutter-Kind-Klinik übernommen. Darüber hinaus fällt ein Tagessatz von höchstens 10 Euro pro Tag an, der selbst gezahlt werden muss. Da Mutter-Kind-Kuren in der Regel auf drei Wochen angelegt sind, fallen also maximal 210 Euro an.

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Mutter und Kind entspannen

Eine Mutter-Kind-Kur kann körperlich erschöpften Müttern enorm helfen – und gibt die sie hilft optimal, um sich zu erholen
Foto: Getty Images

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Beantragt werden kann die Mutter-Kind-Kur beim behandelnden Arzt, der die Notwendigkeit (muss im Zusammenhang mit der Mutterrolle stehen) bestätigt. Die Kinder nehmen dann quasi als Begleitperson teil – es sei denn, auch sie müssen behandelt werden. Dann benötigen sie ebenfalls ein ausgefülltes Gutachten.