26. Juli 2026, 8:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Für viele Menschen bedeutet Urlaub Freiheit, Abenteuer und Erholung. Doch für manche beginnt der Stress schon lange vor dem Packen. Hinter dieser ausgeprägten Furcht steckt mitunter eine Angststörung, die Reisen zur echten Belastung werden lässt. Was hinter der sogenannten Hodophobie steckt, welche Ursachen sie haben kann und warum sich die Angst dennoch überwinden lässt.
Reiseangst ist mehr als fehlende Reiselust
Nicht jeder reist gern. Manche Menschen fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, nur das Nötigste mitzunehmen oder längere Zeit nicht zu Hause zu sein. Von einer Hodophobie spricht man jedoch erst dann, wenn die Angst deutlich darüber hinausgeht. Der Begriff leitet sich von den altgriechischen Wörtern hodos für Weg oder Reise und phobos für Furcht beziehungsweise Angst ab.
Die psychologische Psychotherapeutin Christina Miro, die auf Reisen und Auslandsaufenthalte spezialisiert ist, erklärt, dass „Hodophobie“ vor allem als Bezeichnung für eine starke Reiseangst verwendet werde. Als eigenständige Diagnose tauche sie weder im ICD-11 noch im DSM-5 auf.
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Wenn Reisen körperliche Angstreaktionen auslöst
Ähnlich verhält es sich mit der Aviophobie, die umgangssprachlich als Flugangst bezeichnet wird. Auch hier handelt es sich nicht um eine eigenständige Diagnose, sondern um eine bestimmte Form von Angst. Werden die Kriterien einer spezifischen Phobie erfüllt – etwa durch eine anhaltende, unverhältnismäßig starke Angst mit spürbaren Einschränkungen im Alltag –, kann eine entsprechende Einordnung erfolgen.
Nach Angaben der Expertin kann sich die Hodophobie auf Reisen allgemein oder auf bestimmte Situationen beziehen. Dazu zählen beispielsweise lange Fahrten, unbekannte Strecken oder einzelne Verkehrsmittel. Typische körperliche Reaktionen reichen von Herzrasen über Schwindel und Übelkeit bis hin zu Panikattacken. „Betroffene vermeiden bestimmte Reisen oder Reisesituationen oder erleben sie nur unter starker Anspannung“, so Miro.
Wie sich Phobien unterscheiden
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Wie eine Hodophobie entstehen kann
Die Ursachen sind vielfältig. „Manche Menschen bringen eine genetisch oder persönlich bedingte erhöhte Ängstlichkeit mit“, erklärt die Psychologin. Zusätzlich können belastende Erfahrungen wie Unfälle, Erkrankungen während einer Reise oder Panikattacken dazu beitragen, dass sich die Angst entwickelt oder verstärkt.
Auch Bezugspersonen können Einfluss nehmen – etwa dann, wenn sie selbst sehr ängstlich sind oder immer wieder vor möglichen Gefahren warnen. In vielen Fällen lässt sich jedoch kein einzelner Auslöser identifizieren. Laut Miro entsteht die Reiseangst häufig durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren.
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Welche Behandlung helfen kann
Die Aussichten für Betroffene sind grundsätzlich gut. Wie bei anderen spezifischen Phobien gilt die Psychotherapie als wichtigste Behandlungsmethode. Besonders häufig kommt die kognitive Verhaltenstherapie zum Einsatz. Dabei lernen Betroffene, sich schrittweise mit den Situationen auseinanderzusetzen, die ihre Angst auslösen. Dieser Ansatz wird als Expositions- oder Konfrontationstherapie bezeichnet.
„Zunächst sollte genau untersucht werden, welche Reisesituationen Angst auslösen, welche Befürchtungen bestehen und wodurch die Angst aufrechterhalten wird“, führt die Psychologin näher aus. Anschließend folgt eine kontrollierte und schrittweise Annäherung an die gefürchteten Situationen – „zum Beispiel zunächst durch kurze bekannte Wege und später durch längere oder unbekannte Reisen“.
Auf diese Weise erleben Betroffene, dass die Angst zwar belastend ist, aber bewältigt werden kann. Gleichzeitig lernen sie, dass die befürchteten Katastrophen meist ausbleiben. Ergänzend wird daran gearbeitet, übersteigerte Gefahrengedanken kritisch zu hinterfragen und Vermeidungsstrategien abzubauen. Dazu gehört etwa, Reisen nicht grundsätzlich zu vermeiden oder sich nicht dauerhaft durch Kontrollhandlungen zu beruhigen.
Steht die Angst in Zusammenhang mit einem traumatischen Erlebnis, kann zusätzlich eine traumafokussierte Therapie sinnvoll sein. Sie unterstützt dabei, belastende Erfahrungen besser zu verarbeiten und einzuordnen.