Gesundheitspartner
von FITBOOK

Neue Studie offenbart

Warum Intervalltraining auch dem GEDÄCHTNIS guttut

Frau trainiert konzentriert auf Ergometer
HIIT ist zwar sau anstrengend, scheint aber gut für unser Gedächtnis zu sein
Foto: Getty Images

Dass Bewegung dem menschlichen Gedächtnis guttut, ist an sich noch keine „Breaking News“. Aber Fitness-Freunde aufgepasst: Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass insbesondere HIIT-Workouts die Gedächtnisleistung verbessern können. Umso mehr übrigens, wenn sie mit Gehirnjogging-Übungen kombiniert werden.

Die Ergebnisse der Studie, erschienen im Journal of Cognitive Neuroscience, sind nicht nur für junge Leute interessant, sondern vor allem auch für aktuelle und zukünftige Senioren. Schließlich entwickeln sich Demenzformen wie Alzheimer immer mehr zu einer Volkskrankheit, was frühzeitige Prävention noch wichtiger macht. Grund genug, uns die Studie aus Ontario genauer anzuschauen.

So verlief die HIIT-Studie

Wissenschaftler der McMaster University haben untersucht, inwieweit körperliches Training die Erinnerungskapazität fördern kann. Ihre Workout-Wahl fiel dabei auf HIIT, also High Intensity Interval Training. Schließlich könne man bei HIIT besonders schnelle und ausgeprägte Trainingsreize erwarten, so Prof. Jennifer Heisz, Leiterin der Studie.

Passend dazu: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen HIIT und HIT?

Interval training and memory research

Amp up your workout, remember where you parked.New research shows that high-intensity exercise can improve your memory: http://bit.ly/2zZeFFK

Posted by McMaster University on Thursday, November 23, 2017

Insgesamt 95 Probanden konnten für die Untersuchung gewonnen werden, denen gemein war, dass sie zuvor keinem Sport nachgingen. Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die ersten beiden Gruppen mussten drei Mal pro Woche für ein 20-minütiges HIIT-Workout aufs Ergometer steigen. Mit dem Unterschied, dass die zweite Gruppe zusätzlich noch 20-minütige Gedächtnisübungen ranzuhängen hatte. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe und hatte lediglich zur „Aufgabe“, an ihrem Lebensstil nichts zu ändern.

Keine FITBOOK-Themen mehr verpassen – abonnieren Sie hier unseren Newsletter!

Vor Beginn der Studie wurden die Probanden in puncto Fitness- und Gedächtnisleistung untersucht. Außerdem wurde ihr BDNF-Spiegel getestet (BDNF steht für brain-derived neurotrophic factor und ist ein Eiweiß, das im Zusammenhang mit dem Wachstum und der Funktionsweise von Gehirnzellen steht). Nach sechs Wochen wurden die Probanden erneut untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Gruppe 1 und 2 zum Teil erheblich besser bei den Gedächtnistests abschnitt. Bei den Tests handelte es sich um sogenannte high-interference memory tasks, bei denen man sich ähnliche Gesichter einprägen und anschließend voneinander unterscheiden musste. Und die Gedächtnisleistung (auch in Sachen BDNF-Wert) stieg desto deutlicher an, je mehr sich auch die Fitnesswerte in der Zeit verbessert hatten. Gleichzeitig war der Gedächtnis-Boost bei Gruppe 2 ingesamt am höchsten – also bei der Gruppe, die neben körperlichem Training auch Gedächtnisübungen absolvierten.

Erschöpfte Frau lehnt sich auf Ergometer

HIIT ist zwar sau anstrengend, scheint aber gut für unser Gedächtnis zu sein
Foto: Getty Images

Die Erkenntnisse sind Prof. Heisz zufolge deswegen so wichtig, weil sich die Gedächtnisleistung in der Studie schon nach so kurzer Zeit verbessert hatte. Zudem haben die Probanden – vor allem aus Gruppe 2 – bessere Leistungen auch bei solchen Gedächtnisübungen gezeigt, die nicht Teil des Trainings waren. Jetzt gilt es herauszufinden, inwieweit die Ergebnisse auch älteren Menschen im Kampf gegen altersbedingte und pathologische Vergesslichkeit helfen könnten.

Passend dazu: 5 Gehirnjogging-Apps im Test

Übrigens gab es auch Ausnahmen in Gruppe 1 und 2, also Personen, deren Gedächtnisleistung sich nicht nachweislich verbesserte. Hier glauben die Wissenschaftler, dass die betroffenen Personen einfach nicht geschaffen waren für HIIT-Workouts. Und zwar dergestalt, dass bei diesen Probanden der sportliche Teil der Untersuchung zur Ausschüttung von Stresshormonen führte – die bekanntlich für unser Hirn mehr Hemmschuh als Hilfe sind.

Darum planen Prof. Heisz und ihre Kollegen eine Folgestudie, bei der auch weniger intensive Trainingsformen Berücksichtigung finden sollen.

Auch interessant: Deshalb ist Intervalltraining nichts für Anfänger

Das empfehlen die Wissenschaftler hinter der Studie

Gegenüber der New York Times gab Prof. Heisz allen Lesern noch einen Tipp mit auf den Weg, wie sie die Erkenntnisse der Studie beim nächsten Workout nutzen können: „Ich würde vorschlagen, sich die Einzelheiten eines Bildes oder einer Landschaft einzuprägen.“

Also, holen Sie vorm nächsten Mal Bandrücken einfach das schönste Bild Ihrer Liebsten oder Ihres Liebsten raus und versinken Sie in all seinen herzerwärmenden Details. Ihr Gedächtnis könnte es Ihnen danken.

Folgen Sie FITBOOK auf Pinterest!