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Neue US-Studie

6 Gewohnheiten, die das familiär bedingte Demenzrisiko halbieren

Zwei junge Frauen gehen mit ihrer Mutter am Strand spazieren
Wer Fälle von Demenz in der Familie hat, lebt selbst mit einem erhöhten Risiko, daran zu erkranken. Laut einer aktuellen Studie gibt es aber Möglichkeiten, dieses deutlich zu reduzieren.Foto: Getty Images

Bei häufig in der Familie auftretender Demenz gibt es trotz der genetischen Risikofaktoren Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu erkranken, zu halbieren. Laut einer neuen Studie sollten dafür lediglich sechs (neue) gesunde Gewohnheiten in den Lebensstil mit einbezogen werden.

Laut der Forschung haben Menschen, in deren Familien Demenz häufig auftritt, ebenfalls ein extrem erhöhtes Demenzrisiko. Schätzungen zufolge leiden weltweit mehr als 55 Millionen Männer und Frauen an der tückischen Krankheit. Da keine Heilung in Sicht ist, liegt der Schwerpunkt auf vorbeugenden Maßnahmen. Insbesondere bei denjenigen, die genetisch anfällig für ihre Entwicklung der Krankheit sind. Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen der „Iowa State University“, können Betroffene ihr Demenzrisiko mit einer Änderung des Lebensstils sogar halbieren.

Sechs Gewohnheiten, die das familiär bedingte Demenzrisiko halbieren

Die Ergebnisse der Studie beziehen sich auf eine Daten-Auswertung von mehr als 302.000 britischen Erwachsenen zwischen 50 und 73 Jahren. Sie alle waren zu Beginn der Studie frei von Demenz und füllten Fragebögen zur Familiengeschichte und zum Lebensstil aus. Die Teilnehmenden sollten obendrein angeben, welche der sechs Verhaltensweisen sie befolgen. Diese wurden jetzt bei der aktuellen Konferenz der „American Heart Association“ vorgestellt:

  • Gesunde Ernährung mit mehr Obst und Gemüse und weniger verarbeitetem Fleisch sowie raffiniertem Getreide
  • Körperliche Aktivität von 150 oder mehr Minuten pro Woche
  • Jeden Tag 6 bis 9 Stunden schlafen
  • Alkohol in Maßen
  • Nicht rauchen
  • Keine Fettleibigkeit – bzw. einen gesunden BMI (Body-Mass-Index)

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Teilnehmende wurden über acht Jahre lang beobachtet

Anschließend verfolgte das Forschungsteam die Studienteilnehmer*innen etwa acht Jahre lang, um zu überwachen, wer Demenz entwickelte und wer nicht. Dabei entdeckten sie, dass bei 1.698 (0,6 Prozent) die Krankheit ausbrach. Bei Personen, bei denen Gedächtnisverfall in der Familie häufig auftrat, war das Demenzrisiko um 70 Prozent erhöht. „Dabei wirken sich sowohl genetische als auch nicht genetische Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität und Raucherstatus auf das Gesamtrisiko eines Menschen aus“, erklärt Hauptautorin Dr. Angelique Brellenthin in der offiziellen Pressemitteilung. So kam es bei einem Teil der vorbelasteten Personen, die eine gesunde Lebensweise verfolgten, nicht zum Ausbruch. „Dies bedeutet, dass es Möglichkeiten gibt, das Demenzrisiko zu verringern, ja gar zu halbieren, indem diese nicht genetischen Faktoren berücksichtigt werden.“

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Je mehr Regeln die Betroffenen befolgten, desto stärker sank das Demenzrisiko

Diejenigen, die sich an alle sechs gesunden Regeln hielten, konnten ihr Demenzrisiko – wie gesagt – halbieren. Doch selbst wer nur zwei oder drei davon beherzigte, minimierte das Risiko immerhin um 25 bis 35 Prozent. Und noch etwas ist den Forschenden aufgefallen: „Es war interessant festzustellen, dass diejenigen, die zu Studienbeginn mehr gesunde Verhaltensweisen befolgten, auch häufiger über mehr familiäre Demenz berichteten.“ So vermutet Brellenthin, dass Menschen, die wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, möglicherweise bereits wichtige Schritte unternehmen, um sich selbst zu schützen.

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Fazit

Für die Forschenden liefert die Studie weitere Beweise dafür, dass ein gesunder Lebensstil sich positiv auf die Gehirngesundheit auswirken kann. Ihre Erkenntnisse sollen daher Menschen, bei denen ein erhöhtes Auftreten von Demenz in der Familie vorliegt, das Wissen vermitteln, dass sie der Krankheit nicht hilflos ausgeliefert sein müssen.

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