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Britische Studie

Kann Rauchen Schizophrenie und Depressionen auslösen?

Raucherin
Raucht man eher, weil man psychisch krank ist, oder wird man durch Rauchen eher psychisch krank? Diese Frage war Gegenstand einer aktuellen Studie.Foto: Getty Images

Dass Rauchen der körperlichen Gesundheit extremen Schaden zufügen kann, ist nichts Neues. Und ebenso weiß man, dass psychisch labile Menschen eher zu der Angewohnheit neigen – vielleicht, da Raucher sich mit einer Zigarette entspannen können wollen bzw. der Griff zum Päckchen oft stressgetriggert sein soll. Umso interessanter, was britische Forscher nun herausgefunden haben: dass der kausale Zusammenhang zwischen Rauchen, Depressionen und Schizophrenie auch andersherum ausfallen könnte.

„Die Prävalenz zu rauchen ist unter Personen mit Schizophrenie und Depression höher als in der Allgemeinbevölkerung.“ So wird eine Studie der Universität Bristol im Fachblatt „Psychological Medicine“ eingeleitet. Prävalenz bezeichnet die Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms bei Gruppierungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ob diese sich mit der Veranlagung erklären lässt, psychisch krank zu sein/werden, oder ob – umgekehrt – das Rauchen die Entwicklung mentaler Leiden fördert? Dieses Henne-Ei-Problems haben sich die britischen Forscher nun angenommen.

Gene oder Lebensführung?

Das Team um Dr. Robyn Wootton ging bei der Untersuchung davon aus, dass Gen-Varianten, die einen Ausbruch von Schizophrenie und Depressionen fördern können, innerhalb der Bevölkerung zufällig auftreten. Um auszuschließen, dass Lebensstilfaktoren wie Einkommen, allgemeine Fitness, Alkoholkonsum und generelle gesundheitliche Probleme das Ergebnis beeinflussen, haben die Forscher die Messwerte aus zwei Datenbanken (eine davon mit Schizophrenie-, die andere mit Depressionspatienten) stichprobenartig gewählt.

Im Fokus der Untersuchung hatten rund 378 Gen-Varianten gestanden, die bis dahin mit der Bereitschaft in Verbindung gebracht wurden, das Rauchen anzufangen; ebenso 126, die dafür standen, das Laster ein Leben lang nicht aufgeben zu können.

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Es zeigte sich:

Die Studie hat Schwächen

Wenn es sich auch um randomisierte Daten handelte, stammten sie jedoch alle aus Europa – die Untersuchungsergebnisse sind entsprechend nicht global aussagekräftig. Zudem geben die Forscher zu bedenken, dass für sie (noch) nicht ersichtlich ist, was genau die Prävalenz gefördert haben kann, sprich, ob der Tabak oder das Nikotin verantwortlich für die erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit ist.

Dies wäre wichtig, herauszufinden. Erst im März waren im Fachmagazin „The Lancet“ die Erkenntnisse einer Studie des Londoner King’s College erschienen, denen zufolge die Zahl der psychisch Kranken unter Cannabis-Konsumenten besonders hoch sein soll. Die Wissenschaftler warnten in dem Zusammenhang insbesondere vor dem Cannabis-Wirkstoff THC.

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Es lohnt sich, mit dem Rauchen aufzuhören

Aber auch wenn hinsichtlich der aktuellen Studie weiterführende Tests nötig sind – dafür, nicht zu rauchen, spricht sehr Vieles. Immerhin soll bereits eine Zigarette am Tag dem Körper schaden und die Lebenserwartung entsprechend verringern können. Natürlich ist es nicht einfach, da Zigaretten (Nikotin) sehr abhängig machen. Wir haben hier für Sie Tipps, wie Sie es aber endlich schaffen können, das Rauchen aufzugeben.