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Seltene Thrombose-Fälle

US-Gesundheitsbehörde FDA schränkt Zulassung von „Johnson & Johnson“-Impfstoff ein 

zulassung Johson & Johson: Spritzen vor dem J&J-Logo
In den USA wurde das Vakzin Johnson & Johnson neu bewertet – und wird nun nur noch stark eingeschränkt verwendetFoto: Getty Images

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein Update zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson veröffentlicht. Darin beschränkt sie nun die Anwendung des Janssen-Vakzins. Was dahintersteckt.

Nachdem zuletzt häufig Verwirrung um den Status von mit Johnson & Johnson Geimpften bestand, gibt es ein Sicherheits-Update aus den USA. Dort hat die FDA nun die Zulassung von Johnson & Johnson eingeschränkt. Der Grund: seltene Thrombose-Fälle und verringerter Bedarf an Corona-Impfstoff im Allgemeinen.

Wer bekommt jetzt noch Johnson & Johnson?

In einer Mitteilung auf ihrer Webseite gab die FDA jetzt die eingeschränkte Zulassung von Johnson & Johnson bekannt. Demnach sollen diesen Impfstoff nur noch Erwachsene über 18 Jahre erhalten, aber auch nur in Ausnahmen. Nämlich dann, wenn sie aus medizinischen oder persönlichen Gründen keinen mRNA-Impfstoff bekommen können oder wollen.1

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Ist der Impfstoff riskant?

Die FDA begründet ihre Entscheidung mit seltenen Fällen von Thrombose, die nach Impfungen mit Johnson & Johnson aufgetreten sind. Schon im vergangenen Mai war bekannt geworden, dass es bei AstraZeneca (das in den USA aber ohnehin nicht zugelassen ist) und Johnson & Johnson zu seltenen Nebenwirkungen in Form von Blutgerinnseln an ungewöhnlichen Orten mit einem Mangel an Blutplättchen kommen kann. Experten sprechen von Thrombosen mit Thrombozytopenie, kurz TTS.

Daraufhin hatte die FDA die Zulassung von Johnson & Johnson zunächst zurückgezogen, entschied sich aber zehn Tage später wieder um. Das Verkaufsverbot wurde aufgehoben, weil der Impfstoff zu diesem Zeitpunkt dringend gebraucht wurde.

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Warum wurde die Zulassung eingeschränkt?

Gegenwärtig mangelt es in den USA nicht an Impfstoffen, sodass man nicht mehr auf Johnson & Johnson zum Schutz der Bevölkerung angewiesen ist. Denn – das macht die US-Behörde auch deutlich – es sei nach wie vor sicherer, sich J&J verabreichen, als sich nicht impfen zu lassen. Angesichts der seltenen, jedoch immerhin mittlerweile 60 gemeldeten Thrombose-Fälle in den USA und genügend vorhandener mRNA-Vakzine sah sich die FDA veranlasst, die Verwendung von Johnson & Johnson einzuschränken.

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass der Covid-19-Impfstoff von Janssen bei der derzeitigen Pandemiebekämpfung in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt noch immer eine Rolle spielt. Unsere Maßnahme spiegelt unsere aktualisierte Analyse des TTS-Risikos nach der Verabreichung dieses Impfstoffs wider und schränkt die Verwendung des Impfstoffs auf bestimmte Personen ein“, erklärt Peter Marks, Direktor des Center for Biologics Evaluation and Research der FDA. „Die heutige Maßnahme beweist die Robustheit unserer Sicherheitsüberwachungssysteme und unser Engagement dafür, dass Wissenschaft und Daten unsere Entscheidungen leiten.“

Was gilt in Deutschland für Johnson & Johnson?

In Deutschland lautet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), Johnson & Johnson bei Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Nach ärztlicher Aufklärung kann das Vakzin aber auch Personen unter 60 Jahren geimpft werden.2

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