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Seit 1990

Zahl der Demenzkranken hat sich verdoppelt!

Mann mit einem Gehirn, das sich sinnbildlich auflöst
Eine Co-Autorin der Studie geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen bis 2050 die 100-Millionen-Grenze überschreiten wird
Foto: Getty Images

Demenz trifft immer mehr Menschen. Zwischen 1990 und 2016 ist die Zahl an Betroffenen um 117 Prozent gestiegen. Vier Risikofaktoren begünstigen die Krankheit.

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen stellen eine zunehmende Belastung für die weltweiten Gesundheitssysteme dar. Wie groß diese Herausforderung noch werden könnte, sieht man, wenn man sich folgende Zahlen vor Augen führt: Seit 1990 hat sich die Zahl an Demenzkranken mehr als verdoppelt! Genauer gesagt kam es zwischen 1990 und 2016 zu einem weltweiten Anstieg um 117 Prozent – von 20,2 Millionen Betroffene (1990) auf 43,8 Millionen (2016). Zu diesem Ergebnis kam die großangelegte „Global Burden of Disease“-Studie (Global Burden of Disease = Globale Krankheitslast).

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Außerdem hat die Studie herausgefunden, dass 2016 deutlich mehr Frauen als Männer von Demenz betroffen waren (27 Millionen vs. 16,8 Millionen) und dass Demenz die fünfthäufigste Todesursache der Welt ist. Außerdem verwendet die Studie das Konzept des DALY (Disability-Adjusted Life Year). Beim DALY handelt es sich um einen Index, der bei hohen Werten eine niedrige Lebensqualität beschreibt: das behinderungsbereinigte Lebensjahr. Also Lebensjahre mit starken gesundheitlichen Einschränkungen. Damit ist gemeint, dass viele Krankheiten nicht nur das Leben verkürzen, sondern auch die Lebensqualität schon Jahre vor dem Tod erheblich beeinträchtigen können. So kann man den Autoren der Studie zufolge 28,8 Millionen DALYs den Demenzerkrankungen zuschreiben.

Übrigens: Ein Viertel der errechneten Lebensjahre mit Einschränkungen (also den DALYs) hingen mit folgenden vermeidbaren Risikofaktoren zusammen: Rauchen, Übergewicht, Diabetes sowie ein hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke.

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Was ist der Grund für den Anstieg an Demenzerkrankungen?

Dass immer mehr Menschen auf der Welt dement werden, liegt hauptsächlich an zwei – naheliegenden – Faktoren: Die Weltbevölkerung wächst weiterhin rapide an und die Menschen werden immer älter. Das erklärt dann auch, dass der Demenz-Anstieg bei Weitem nicht so rasant ausfällt, sobald man die Zahlen relativ betrachtet. So lag das altersstandardisierte Vorkommen im Jahr 1990 bei 701 Fällen pro 100.000 Einwohner, 2016 waren es zwar mehr, aber auch „nur“ 712 Fälle pro 100.000 Einwohner.

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Eine Co-Autorin der Studie, Cassandra Szoeke von der Uni Melbourne, geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen bis 2050 die 100-Millionen-Grenze überschreiten wird. Das bedeutet nicht nur horrende Kosten und eine logistische Mammutaufgabe für die Pflegesysteme dieser Welt, sondern vor allem auch sehr viel menschliches Leid, für Betroffene wie Angehörige gleichermaßen. Was die Dringlichkeit für präventive Maßnahmen erhöht. Sprich: einen gesünderen Lebensstil.

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