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Nicht nur bei Corona-Angst

Wo und wie misst man am besten Fieber?

Frau misst Fieber
Wann ist es erhöhte Temperatur, wann Fieber – und wie ermittelt man es am besten? FITBOOK erklärt’s.
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Neben Husten zählt Fieber zu den häufigeren Anzeichen auf eine Corona-Infektion. Viele greifen daher aktuell auf Verdacht zum Thermometer. Aber welches Gerät liefert die zuverlässigsten Ergebnisse? Und: Ist rektales Messen wirklich besonders genau? FITBOOK hat sich informiert.

Will man sein Fieber messen, sollte man wissen, dass die Temperatur nicht überall am Körper gleich ist. Im Normalfall beträgt die Körperkerntemperatur um die 37 Grad Celsius. Je weiter vom Körperkern entfernt, desto kühler wird es. So können die Hände und Füße bei gerade einmal 28 Grad liegen, und fühlen sich bei manchen „Frostbeulen“ bekanntlich noch kälter an.

Was ist Normaltemperatur, was Fieber?

Zeigt das Thermometer eine Temperatur zwischen 36,5 und 37,4 Grad an, bedeutet das Normaltemperatur. Darüber beginnt erhöhte Temperatur und ab ungefähr 38,1 Grad hat man es mit leichtem Fieber zu tun. Mittleres Fieber bezeichnet die kleine Spanne zwischen ungefähr 38,6 und 39 Grad, alles danach ist hohes Fieber – und kann ab spätestens 42 Grad lebensbedrohlich werden.

Umso wichtiger sind genaue Messwerte. Und die ermittelt man am besten so, wie man es schon als Kind ganz schrecklich fand…

Rektale Fiebermessung am genauesten

„Für aussagekräftige Ergebnisse kommt man um das rektale Fiebermessen nicht umhin.“ Das bestätigt der Springer Medizin Verlag und beruft sich dabei auf einen Messmethodenvergleich von Intensivmedizinern des Lougheed Center im kanadischen Calgary.

Die zweitbeste Methode zum Fiebermessen: unter der Zunge

Die üblichste Methode zum Messen von Fieber gilt Experten zufolge als die zweitzuverlässigste. Im Mund, also unter der Zunge, weiche die Messgenauigkeit für gewöhnlich um kaum 0,5 Grad ab.

Beachten Sie aber: Wer direkt vor dem Messen etwas Heißes bzw. Kaltes gegessen oder getrunken hat, kann das Ergebnis verfälschen. Am besten zehn Minuten vorher gar nichts zu sich nehmen.

Achsel-, Ohr- und Stirnmessung ungenau

Die Messwerte aus den Achseln seien oft ungenau – mit bis zu zwei Grad Abweichung – und somit fast vernachlässigbar. Das Gleiche gilt für Stirn- und Ohrthermometer.

Welche Arten von Thermometern gibt es?

Glasthermometer

Gibt es noch, werden aber nur noch selten gekauft. Glasthermometer sind empfindlich und haben relativ lange Messzeiten. Während Alternativen binnen weniger Sekunden ablesbar sind, dauert es bei Glasthermometern mehrere Minuten.

Frau misst Fieber

Glasthermometer waren früher üblich
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Digitale Thermometer

Ein solches haben vermutlich auch Sie zu Hause und wird im Gespräch mit FITBOOK auch vom Internisten Dr. med. Riedl empfohlen. Es eignet sich für Messungen unter der Zunge, in den Achseln und im Anus.

Fieber messen mit einem digitalen Thermometer

Am gängigsten und praktisch: das gewöhnliche digitale Thermometer
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Infrarotthermometer

Ohr- und Stirnthermometer messen die Temperatur per Infrarotstrahlen. Das geht schnell und kann praktisch sein, wenn z.B. das Kind herumzappelt und kein Thermometer im Mund geschweige denn Po haben will. Die Methode ist in der Regel aber nicht sehr genau, Experten raten davon eher ab.

Ohrthermometer

Ohrthermometer empfehlen sich höchstens für Kinder, aber auch da nicht wirklich
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Wegen Corona: Sind prophylaktische Fiebermessungen sinnvoll?

Es gibt viele Menschen, die aktuell täglich Temperatur messen, um sich so scheinbar auf eine mögliche Coronainfektion zu untersuchen. „Das macht aber keinen Sinn“, sagt uns dazu Facharzt Dr. Riedl. Verlässlichere Symptome seien ein Kratzen im Hals und starker Husten, und auch diese könnten genauso auf andere Erkrankungen hindeuten.

Die Anschaffung eines Fieberthermometers hält er hingegen für vernünftig. „Viele haben nicht mal eins zu Hause“, weiß er aus seiner Praxis. Das sollte man für den Bedarfsfall ändern – auch unabhängig vom Coronavirus.

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