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„DRY JANUARY“

Was bringt es wirklich, einen Monat auf Alkohol zu verzichten?

Mann mit Wasserglas
Viele starten mit einem alkoholfreien Monat ins neue Jahr – für einen gesünderen LebensstilFoto: Getty Images

Zuletzt gab es für Sie immer häufiger ein Gläschen und Sie wollen jetzt eine Alkoholpause machen? FITBOOK erklärt, was ein „trockener Monat“ dem Körper bringt.

Während schon die Weihnachtszeit meist recht alkoholreich ist, geht den Letzten spätestens nach Silvester ein Licht auf: Man hat zum Jahresende in puncto Sekt, Wein, Bier und Co. etwas über die Stränge geschlagen. Eine Mischung aus momentaner Trinkunlust und schlechtem Gewissen kann dazu veranlassen, auf die toxischen Dezember-Wochen mit einer Art „Fastenzeit“ zu reagieren und zumindest im Januar Alkohol zu meiden. Doch das ist leichter gesagt als getan! Laut Dr. Michael Feld, Allgemeinmediziner aus Köln, ist sie dennoch durchaus empfehlenswert. Und nicht nur jetzt, nach der Feiertagssaison.

Experte rät zu Alkoholpausen

„Alkohol ist ein Zellgift, das insbesondere die Leber und das Gehirn angreifen kann“, erklärt Dr. Feld im FITBOOK-Interview. Vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen – etwa einer geschädigten Leber, Störungen des Zentralnervensystems oder der Psyche – könne er in großen Mengen ernsthafte Probleme verursachen. „Auch bei Gesunden wird die Leber durch Alkoholkonsum belastet“, räumt er ein. Bei ihnen erhole sich das Organ aber wieder. Voraussetzung: Man gibt ihm Zeit zum Regenerieren.

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Mindestens zwei bis drei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein

Auch Uwe Knop, Diplom-Ökotrophologe aus Eschborn, empfiehlt regelmäßige Trinkpausen – und zwar nicht nur im Januar, sondern das gesamte Jahr über. Wie der Ernährungswissenschaftler erklärt, lautet die offizielle Empfehlung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) für Frauen, täglich nicht mehr als 0,3 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein zu trinken. Männer vertragen im Schnitt etwas mehr, sollten jedoch nicht ständig mehr als 0,6 Liter Bier oder 0,2 Liter Wein trinken.

Wer es gerne übertreibt, sei gewarnt: Werden die aboluten Obergrenzen häufig überschritten, kann das ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Diese liegen laut Allgemeinarzt Feld für Frauen bei 40 Gramm Alkohol pro Tag, also zwei 0,2-Liter-Gläsern Wein, bei Männern bei 60 Gramm und entsprechend einer ganzen Flasche. Auf Dauer drohen Leberzirrhose und -krebs, Veränderungen im Hirn wie Verhaltensstörungen, Aggressivität und das sogenannte Korsakoff-Syndrom, „quasi eine spezielle schwere Demenzform, die durch Alkoholmissbrauch entsteht“, so der Experte.

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Wie lange sollte die „Fastenzeit“ dauern?

Knop findet den ambitionierten Vorsatz, einen Monat lang abstinent zu sein, alles andere als verkehrt. „Der temporäre Alkoholverzicht schärft das Bewusstsein für den eigenen bisherigen Konsum. Man reflektiert, was, wann, wie oft, wieviel und warum man normalerweise trinkt.“ Noch bedeutender wirke sich das Nichttrinken bei Vorbelasteten aus – körperlich. „Fachärzte gehen davon aus, dass sich innerhalb von zwei Monaten ohne Alkohol Schäden, wie beispielsweise eine alkoholbedingte Fettleber, zurückbilden können“, so der Wissenschaftler.