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Nicht aufs Sofa legen!

Was bei „Blockaden“ im Rücken hilft

Frau hat Rückenschmerzen
Normalerweise verschwinden die Schmerzen einer Rückenblockade nach etwa einer Woche. Betroffene sollten in der Zeit zwischen Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen wechseln.Foto: Getty Images

Der Schmerz kommt plötzlich und unerwartet: Eine Rückenblockade schränkt bei Betroffenen die Bewegungsfähigkeit meist stark ein. Wie beendet man diesen Zustand so schnell wie möglich?

„Ich habe eine Blockade“ – Fast jeder hat diesen Satz schon mal gehört und vielleicht auch selbst schon mal die unangenehme Erfahrung gemacht. Das Gute ist aber: Der Körper regelt das meist von selbst. Eine Voraussetzung muss aber erfüllt sein.

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Was genau ist eine „Blockade“ im Rücken?

Wenn jemand von „Blockade“ spricht, handelt es sich eigentlich um eine Bewegungseinschränkung einzelner Wirbelkörpergelenke, sagt Orthopädin Christin Siebert aus dem Athleticum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Diese winzigen Gelenke halten die Wirbelsäule in Bewegung. Sie können zum Beispiel kippen oder sich drehen oder sogar beides.

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Geht das nicht mehr richtig, sendet der Körper Schmerzsignale. Die umliegenden Muskeln, Bänder und Sehnen bekommen gewissermaßen den Befehl: „Haltet das gut fest, da stimmt was nicht.“ Die Folge sind verhärtete Strukturen um das Gelenk herum und noch mehr Schmerz – „ein Teufelskreis“, sagt Siebert.

Wärme und Bewegung tun gut – was hilft noch?

Den Teufelskreis durchbrechen. Wärme entspannt, Bewegung lockert. Außerdem kann es hilfreich sein, mit einer Schmerztablette das Schmerzgedächtnis zu löschen und die Muskulatur so zu entspannen, sagt Siebert. „Damit der Körper wieder weiß: Eigentlich ist alles okay.“

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Was Patienten auf keinen Fall tun sollten

Was Patienten nicht tun sollten: Sich aufs Sofa legen und hoffen, dass es vorbei geht. Besser Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen abwechseln. Im Normalfall verschwinden die Schmerzen unter diesen Voraussetzungen nach rund einer Woche.

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In welchen Fällen Sie ein Fall für den Arzt – oder die Klinik – sind

Wenn die Schmerzen nach ein paar Tagen gar nicht nachlassen – oder immer stärker werden –, lohnt sich ein Arztbesuch. Sonst schaukelt sich das Geschehen immer wieder auf, der Schmerz wird stärker, die „Blockade“ schlimmer. Schmerzmittel, Wärme, Tapes oder eine manuelle Therapie können dann Abhilfe schaffen.

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Sofort ins Krankenhaus fahren sollten Betroffene Siebert zufolge, wenn sie Lähmungen haben, Missempfindungen oder Probleme, Stuhl oder Urin zu halten. Denn dann bestehe die Gefahr, dass Nerven dauerhaft geschädigt werden.

Immer mehr Deutsche leiden an Rückenschmerzen

Rückenschmerzen jeglicher Art sind ein immer größeres Problem in Deutschland. Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2018 hatten 75 Prozent aller Berufstätigen im Jahr 2017 mindestens einmal Rückenbeschwerden. Das ergab die Auswertung der Daten von 2,5 Millionen erwerbstätigen Deutschen.

Erschreckend ist auch die Tatsache, dass etwa jeder Siebte chronisch an Rückenschmerzen leidet. Das hat Auswirkungen auf den Krankenstand in Deutschland. So sind Rückenschmerzen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung, gleich nach Infektionen der Atemwege.

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Als Gründe nennen die Autoren der DAK-Studie: „Häufiges Arbeiten in unbequemer Körperhaltung, Termin- und Leistungsdruck sowie eine schlechte Work-Life-Balance“. Laut Datenauswertung ging jeder Dritte mit den Beschwerden zum Arzt. In 60 Prozent der Fälle wurde eine Physiotherapie verschrieben, 42 Prozent bekamen Schmerzmittel und ein Drittel eine Spritze.

Auch in der Studie wird zur Bewegung geraten, denn Rückenschmerzen treten häufig durch zu langes Sitzen auf.