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Sars-CoV-2 / Covid-19

Wann lohnt ein Corona-Test und wer bezahlt ihn?

Virologen der Berliner Charité haben einen Coronaschnelltest entwickelt – der ist aber nicht in jedem Fall notwendig. Foto: Getty Images

Kein Thema dominiert auf der Welt gerade so sehr wie die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, offiziell von der Weltgesundheitsorganistion (WHO) als „Sars-CoV-2“ bezeichnet. Auch in Deutschland gibt es in fast allen Bundesländern bereits Infizierte. Die Reaktionen der Menschen darauf hierzulande: utopische Hamsterkäufe im Supermarkt, teils Angst und panische Anrufe beim Hausarzt mit der Frage: „Kann ich mich auf Corona testen lassen?“. Wie so ein Test abläuft, wer die Kosten übernimmt und am wichtigsten, wann er überhaupt sinnvoll ist – FITBOOK erklärt's.

Wie funktioniert der Corona-Test?

Nach Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollen beim Corona-Test Proben aus den oberen und unteren Atemwegen entnommen werden, bedeutet also ein Nasen-Rachen-Abstrich oder aber eine Probe des ausgehusteten Rachenschleims. Diese werden molekularbiologisch im Diagnostiklabor auf das Virus untersucht. Genutzt wird das so genannte Polymerase-Kettenreaktion-Verfahren (PCR). Ein Testergebnis liegt bereits nach maximal fünf Stunden vor. Allerdings müssen zusätzlich die Transportzeiten der Proben berücksichtigt werden. Entwickelt wurde dieser Corona-Schnelltest übrigens in Rekordzeit von Virologen der Berliner Charité. Mittlerweile wird er allerdings nicht nur dort, sondern auch an Universitätskliniken in fast allen Bundesländern, diversen Speziallaboren und einigen öffentlichen Gesundheitsdiensten durchgeführt.

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Wann sollte ich mich auf Corona testen lassen?

Fieber, Gliederschmerzen oder ein kratziger Hals, das können zum einen die typischen Anzeichen einer ganz normalen Erkältung oder Grippe sein, jedoch auch erste Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus. Aber wann ist es überhaupt sinnvoll, sich testen zu lassen? In erster Linie liegt das im ärztlichen Ermessen.

Den Hausarzt telefonisch kontaktieren

Sofern Sie Angst haben, sich infiziert zu haben, sollten Sie aber auf keinen Fall einfach beim Hausarzt im Wartezimmer aufkreuzen. Melden Sie sich erst einmal telefonisch in der Praxis und stimmen sie das weitere Vorgehen ab. Sollten Sie nur den vagen Verdacht einer Infektion haben ohne, dass Sie sich unmittelbar zuvor in einem erklärten Risikogebiet aufgehalten haben oder in Kontakt mit Personen gekommen sind, die nachweislich an Corona erkrankt ist, wird der ein Test aus medizinischer Sicht nicht für notwendig gehalten.

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Corona-Infografik, SARS-CoV-2, Covid-19, Sar

Bei dringendem Verdacht das Gesundheitsamt informieren

Sind Sie allerdings in den letzten 14 Tagen mit einem bestätigten Infizierten in Berührung gekommen oder in einer der besagten Sperrregionen gewesen, beispielsweise im Ski-Urlaub in Südtirol, sollten Sie zunächst, sowohl mit als auch ohne Symptomen, zu Hause bleiben und sich telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden. In diesen Fällen empfehlen sowohl das Robert-Koch-Institut als auch bspw. die Senatsgesundheitsverwaltung Berlin eine Abklärung per Labortest.

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Was kostet der Corona-Test – und wer bezahlt ihn?

Ordnet Ihr behandelnder Arzt den Schnelltest wegen Verdachts auf eine Corona-Infektion selbst an, übernimmt die Krankenkasse die dafür anfallenden Kosten. Es handelt sich dann nach Aussage des Spitzenverbandes der Krankenkassen um einen sogenannten begründeten Verdachtsfall. Wollen Sie allerdings nur auf Nummer sicher gehen und fordern den Test selbst beim Arzt ein, müssen Sie ihn selbst bezahlen. Und das ist nicht ganz billig, etwa 250 Euro kostet der Labortest für Selbstzahler. Weiteres Manko: bis ein Ergebnis vorliegt dauert es, anders als beim ärztlich angeordneten Corona-Schnelltest, einige Tage.

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Kassenärzte raten von Corona-Tests bei klinisch Gesunden ab

Von solchen Selbstzahler-Tests raten Kassenärzte in Deutschlande allerdings dringend ab. Diese seien ihrer Ansicht nach völlig unnötig. „Umfangreichere Testung von klinisch Gesunden ist medizinischer Unfug“, so der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am vergangenen Dienstag in Berlin. Lediglich bei Menschen, die Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege zeigen oder unter Umständen in Kontakt mit Infizierten gekommen sind sei ein Test sinnvoll. Ansonsten laufe man Gefahr, die Kapazitäten der für die Corona-Tests zuständigen Labore in Deutschland zu überlasten.

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