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Heftige und dauerhafte Nebenwirkungen

Vor diesen gängigen Antibiotika warnt sogar die Pharmaindustrie

Frau nimmt Pillen ein
Antibiotika werden üblicherweise in Kapselform verabreicht. Sie enthalten Wirkstoffe, die (bei bakterieller Krankheit) das Wachstum von Mikroorganismen hemmen sollen – leider oftmals mit unangenehmen Nebenwirkungen.
Foto: Getty Images

Antibiotika wollen die meisten Menschen nur dann nehmen, wenn eine bakterielle Infektion ihnen keine andere Möglichkeit lässt – der ungewünschten Begleiterscheinungen wegen. Bei einer bestimmten Stoffgruppe schlagen nun aber selbst die Pharmakonzerne Alarm und warnen vor „die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen“.

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Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin – schon einmal gehört oder sogar eingenommen? Dabei handelt es sich um Antibiotika-Präparate der Gruppe der Fluorchinolone, die aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit etwa bei Mandelentzündungen, bakteriellen Harnwegsinfekten und akuter Bronchitis verordnet werden. Leider ist bei ihnen die Liste der möglichen Nebenwirkungen noch etwas länger und erschreckender als bei anderen gängigen Antibiotika. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist daher aktuell in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass auf Anstoß der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Produktinformationen von Fluorchinolon-Antibiotika aktualisiert und mit strengen Anwendungseinschränkungen versehen werden.

Die Nebenwirkungen von Antibiotika reichen von Übelkeit über Kopf- bis hin zu Magenschmerzen. Im Fall von Fluorchinolon-Mitteln sollen sie sogar noch schwerer sein.
Foto: Getty Images

Antibiotika haben oft Nebenwirkungen

Wer Erfahrung mit der Einnahme von Antibiotika hat, weiß: Übelkeit, verminderte Schlafqualität und auch Kopfschmerzen gehören zu den gängigeren Nebenwirkungen. Angenehm sind sie nicht und manchmal Grund dafür, das Präparat, das man offenbar nicht verträgt, gegen ein anderes aus der Wirkstoffgruppe zu wechseln.

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In der Mitteilung der BfArM wird vor „teilweise dauerhaften“ Nebenwirkungen auf das Nervensystem, den Bewegungsapparat und in der Folge auf die gesamte Lebensqualität gewarnt. Konkret sollen unter der Einnahme von Fluorchinolon-Präparaten etwa Muskelschmerzen, Sehnenrisse und -entzündungen, Nervenstörungen, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschädigungen und Depressionen auftreten können. Diese sollen nach Absetzen des Medikaments nicht immer nachlassen, sondern unter Umständen über mehrere Monate hinweg oder noch länger bleiben können.

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Dies folgt nach der offiziellen Warnung

Bei chronischen gesundheitlichen Einschränkungen (beispielsweise bei Nierenschäden) dürfen Fluorchinolon-Antibiotika gar nicht mehr verschrieben werden. Und bei generell gesunden Patienten sollen sie bei einer akuten Blasen-, Mandelentzündung oder Bronchitis nur noch dann erwägt werden, wenn auf alternative Präparate, die sich zur Behandlung eignen würden, Allergien oder Unverträglichkeiten bestehen, sprich: nur noch im Notfall.