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Betroffene können ersticken

Was zu tun ist, wenn Verschlucken gefährlich wird

Wenn Verschlucken gefährlich wird, muss man eingreifen
Verschlucken kann zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. FITBOOK erklärt, was Sie (neben dem Heimlich-Griff) tun können, um Betroffenen zu helfen.Foto: Getty Images

Dass man sich beim Essen oder Trinken verschluckt, kann schon mal passieren. Meistens bekommt man das Problem durch Husten in den Griff. Wenn Betroffene aber keine Luft und den Fremdkörper nicht hinaus bekommen, kann Verschlucken sehr gefährlich werden. FITBOOK erklärt, wie Sie in einer solchen Situation helfen – und was zu tun ist, wenn Sie selbst zu ersticken drohen.

Beim Kauen und Schlucken verschließt sich für gewöhnlich der Kehlkopfdeckel. Diese reflexartige körperliche Reaktion dient dazu, dass Nahrung nicht versehentlich in die Luft- anstatt in die Speiseröhre gelangt. Wenn es doch mal passiert, dass man sich verschluckt hat, ist das per se nichts Schlimmes – kann aber unter Umständen gefährlich werden.

Was passiert beim Verschlucken?

Wenn man beim Essen oder Trinken lachen musste oder sich erschreckt hat, gelangen Nahrung bzw. Flüssigkeit unter Umständen schneller nach unten, als der Kehlkopfdeckel reagieren konnte. Somit landet der Fremdkörper „im falschen Hals“. Die erste Schutzreaktion: Husten. Dadurch versucht der Betroffene, den Fremdkörper aus der Luftröhre hinauszubefördern.

Allerdings bringt Husten nicht immer den gewünschten Effekt. Wenn der Fremdkörper sich nicht entfernen lässt und die Atmung zu stark beeinträchtigt, kann das tödlich enden. Zudem droht ein Herz-Kreislauf-Stillstand.

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Wie erkennt man einen drohenden Erstickungstod?

Es ist also wichtig, schnell zu handeln, um andere vor drohendem Ersticken zu bewahren. Wie? Das erklären auch Hilfsorganisationen wie die Malteser und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf ihrer jeweiligen Website. Dort sind auch typische Hinweise auf drohendes Ersticken aufgeführt; für den Fall, dass Betroffene Personen sich nicht mehr richtig artikulieren können. Dazu zählen pfeifende Geräusche beim Atmen und Husten sowie rötliche bis bläuliche Verfärbungen des Gesichts.

Die Situation richtig zu deuten, ist der erste Schritt. FITBOOK hat die Verhaltensanweisungen der Hilfsorganisationen zusammengefasst.

1. Zum Husten auffordern

Fordern Sie die Person, die sich verschluckt hat, zum kräftigen Husten auf. Ebenso ist es Ihr Job, sie zu beruhigen. Panik äußert sich in vielen Fällen durch noch hastigeres Atmen.

2. Auf den Rücken schlagen

Lässt sich der Fremdkörper nicht durch Husten entfernen, sollten Sie Hand anlegen. Schlagen Sie der Person mit Ihrer flachen Hand bis zu fünf Mal kräftig zwischen die Schulterblätter. Die Person sollte sich leicht nach vorn beugen. Halten Sie nach jedem Schlag kurz inne, um die Person prüfen zu lassen, ob sich der Fremdkörper bereits gelöst hat.

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3. Heimlich-Griff anwenden

Heimlich-Griff

Helfen auch die Schläge auf den Rücken nicht, wird der Betroffene womöglich bald zu ersticken drohen. Spätestens jetzt sollten Sie einen Notarzt gerufen haben. Es ist Zeit für den Heimlich-Griff (auch Oberbauchkompression genannt).

Dazu stellen Sie sich hinter die zu ersticken drohende Person und beugen sie leicht nach vorn. Platzieren Sie eine geballte Faust zwischen Bauchnabel und Brustbeinende der Person und umfassen diese mit Ihrer anderen Hand. Ziehen Sie jetzt Ihre umfasste Faust mit Kraft in Richtung Ihrer eigenen Brust an sich selbst heran. Fünf Mal.

Der Heimlich-Griff ist eine erfolgsversprechende Maßnahme. Falls der Fremdkörper sich dennoch nicht lösen lässt, empfehlen die Malteser, die Oberbauchkompession im Wechsel mit den Rückenschlägen anzuwenden.

Wenn Sie selbst zu ersticken drohen

Versuchen Sie sich bemerkbar zu machen, wenn Sie sich verschluckt haben und keine Luft mehr bekommen. Umso gefährlicher ist es natürlich, wenn Sie alleine sind. Der Amerikaner Jeff Rehman, von Beruf Feuerwehrmann und Sanitäter, hat für diesen brenzligen Fall eine SOS-Maßnahme erdacht. Im YouTube-Video macht er sie vor.

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Begeben Sie sich in eine halbe Liegestützen-Position, Hände und Knie auf dem Boden. Nun ruckartig die Hände nach vorne wegziehen. Das Ziel: mit Bauch und Brust fest auf den Boden prallen. Dabei wird Luft aus dem Magen gepresst, idealerweise in ausreichender Menge und mit dem nötigen Druck, um den lebensbedrohenden Fremdkörper hinauszubefördern.

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Dass die Maßnahme funktioniert – das kann Rehman nicht mit 100-prozentiger Sicherheit garantieren. Einen Versuch ist sie aber unbedingt wert.