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Immunsystem

Sollte man direkt nach einer Impfung Sport machen? Studie liefert überraschende Antwort

sport impfung: Junge Frau joggt über eine Brücke
Bewegung nach einer Impfung ist förderlich für das ImmunsystemFoto: Getty Images

Nach einer Impfung sollte man idealerweise keinen Sport machen? Ganz im Gegenteil! Zumindest, wenn der Zeitraum unmittelbar nach der Spritze gemeint ist. Denn Bewegung wirkt wie eine Art Immunbooster. Das hat jetzt eine Studie der Iowa State University herausgefunden.

Kennen Sie auch den ärztlichen Ratschlag, am Tag der Impfung auf Sport zu verzichten? Laut einer neuen US-Studie ist dieser gut gemeinte Tipp wohl eher überholt. Anhand der Analyse von Corona- und Grippeimpfungen fanden die Forscher nun heraus, dass Sport direkt nach der Spritze nicht nur unbedenklich, sondern sogar gut ist.

Sport und Impfung – gute oder schlechte Kombi?

Die Frage nach der Wechselwirkung von Sport und Impfung stellt sich vielen Menschen wohl regelmäßig – ob jetzt während der Corona-Pandemie oder auch sonst in der alljährlich wiederkehrenden Grippesaison. Die Wissenschaft versucht, darauf Antworten zu geben. So konnten frühere Untersuchungen zeigen, dass Sportlichkeit bzw. körperliche Fitness den Impfschutz positiv beeinflussen kann.1,2,3

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Studie zur Wirkung von körperlicher Aktivität nach einer Impfung

In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler der Iowa State University 70 Personen, die in eine Sport- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt wurden. Alle Probanden erhielten entweder die Grippeimpfung oder die zweifache Corona-Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer. Die Studiengruppe begann innerhalb von 30 Minuten, nachdem die Spritze verabreicht worden war, mit einem 90-minütigen leichten bis moderaten Workout auf einem Fahrradergometer oder gingen strammen Schrittes spazieren. Bei den Personen, die sich gegen Grippe impfen ließen, gab es zudem noch eine zweite Sportgruppe: Diese trainierte 45 Minuten lang. Die Kontrollgruppe dagegen verhielt sich 90 Minuten lang ruhig, indem sie saßen und Videos schauten.

Um den Einfluss von Bewegung auf die Immunantwort zu prüfen, entnahmen die Forscher außerdem Blutproben – einmal unmittelbar vor der Impfung, ein zweites Mal zwei Wochen später und erneut vier Wochen nach der Impfung.4

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90 Minuten Sport fördern Antikörperbildung

Die Forscher entdeckten, dass die Probanden, die kurz nach ihrer Impfung 90 Minuten lang sportlich aktiv waren, die beste Immunantwort zeigten. Im Vergleich zu den Personen, die weniger oder gar nicht trainierten, produzierten ihre Körper die meisten Antikörper. Auf mögliche Nebenwirkungen von den Vakzinen scheint die sportliche Aktivität übrigens keinen nennenswerten Einfluss zu haben. Die Probanden berichteten weder von mehr, noch von weniger Beschwerden.

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Mäuse-Experiment

Dass 90 Minuten, nicht aber 45 Minuten Sport nach der Impfung für mehr Antikörper sorgten, erklärten die Wissenschaftler damit, dass die kürzere Trainingseinheit offenbar nicht zu einem höheren Level der körpereigenen Stoffe führe, die für die Antikörperbildung benötigt werden – darunter das Protein Interferon-alpha.

Ein weiteres Experiment – dieses Mal mit Mäusen – wiederholte den eben geschilderten Studienaufbau von Impfung und Bewegung. Die Tiere, die aktiv waren, zeigten im Anschluss ein erhöhtes Level von Interferon-alpha im Blut. Wurde die Produktion dieses Proteins chemisch geblockt, zeigte sich nur ein leichter positiver Effekt auf die Antikörperbildung durch die Bewegung. Daraus schlussfolgert das Forscherteam, dass Sport nach einer Impfung für eine bessere Immunantwort sorgt, indem es zunächst die Produktion von Interferon-alpha verstärkt, was dann wiederum für mehr Antikörper sorgt.

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Fazit

Es scheint eine klare Antwort zu geben: Sport unmittelbar nach einer Impfung ist gut. Allerdings war die Studie, die zu dieser Erkenntnis kommt, klein. Zudem erfasste sie nicht, wie die Effekte längere Zeit (als vier Wochen) nach der Behandlung aussahen. Deshalb wollen die Wissenschaftler auf ihrer Studie aufbauen, weitere größere Untersuchungen durchführen und auch betrachten, wie sich z. B. eine Trainingsdauer von 60 Minuten auswirkt.

Quellen

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