Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Alltagsfrage

Warum riecht der Urin so komisch, wenn man Spargel gegessen hat?

Grüner und weißer Spargel
Bei manchen riecht der Urin nach einem Spargelessen komisch, bei anderen nicht. FITBOOK weiß, warum das so ist!Foto: Getty Images

Noch ein paar Tage lang können wir in Deutschland saisonalen Spargel genießen. Und das sollten wir: Spargel ist nämlich nicht nur lecker, sondern richtig gesund. Etwas unangenehm hingegen ist der strenge Geruch, den der Urin verströmt, wenn man Spargel gegessen hat. Das tut er nicht bei jedem. FITBOOK erklärt es genauer.

Was wir vom Spargel essen, ist gewissermaßen nur das Ende der Fahnenstange. Denn der Spargel, eine Staudenpflanze, wächst vor allem unter der Erde, wo er bis zu sechs Meter lange Wurzeln schlägt. Aus diesen Wurzeln treibt der Spargel Knospen an die Erdoberfläche. Diese Knospen sind unsere allseits beliebten Spargelstangen. Und die „genießt“ man zweimal, wie ein Sprichwort besagt: einmal beim Verzehr und dann noch einmal auf der Toilette.

Komischer Urin-Geruch nach Spargelessen

„Nach Spargel riecht‘s auf den Aborten…Frühling, Frühling aller Orten!“ Die Redewendung beschreibt die Spargelzeit in den Frühlingsmonaten – und konkret den komischen, beißenden Geruch, den der Urin nach einer leckeren Spargelmahlzeit annimmt. Dafür ist die im Spargel enthaltene Asparagusinsäure verantwortlich, bzw. deren schwefelhaltige Abbauprodukte.

Aber: Nicht bei jedem verändert sich der Geruch des Urins. Manchen Menschen fehlt das Enzym zum Abbau dieser Säure, wodurch die stark riechenden Abbauprodukte gar nicht erst entstehen können. Wiederum andere produzieren zwar die Geruchsstoffe, können sie aber selbst nicht riechen. Warum Menschen so unterschiedlich auf Spargel reagieren, ist wohl erblich bedingt. Die genaue Ursache ist aber noch unklar.

Auch interessant: Was Sie im Urin über Ihre Gesundheit ablesen können

Unangenehm, aber unbedenklich

Etwas dagegen tun kann man nicht. Viel zu trinken hilft zwar dabei, die Abbauprodukte schneller aus dem Körper auszuscheiden, weniger unangenehm wird der Geruch dadurch leider aber nicht. Doch auch wenn man den Uringeruch als unangenehm empfinden mag, ist er kein Indikator für eine gesundheitsschädigende Wirkung. Im Gegenteil: Spargel ist sehr gesund.

Darum ist Spargel gut für die Knochen

Die meisten Menschen assoziieren mit gesunden Knochen vor allem Kalzium, dabei spielen auch andere Mikronährstoffe beim Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Unter anderem Vitamin K – und davon enthält Spargel jede Menge! Eine Portion Spargel deckt bereits 70% des täglichen Vitamin-K-Bedarfs.

Nährwerte beim Spargel
Der Beweis: Spargel ist ein KalorienwunderFoto: FITBOOK

Die Diplom-Ökotrophologin und Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Schek erklärt dazu: „Vitamin K scheint einem übermäßigen Knochenschwund und damit auch einem erhöhten Frakturrisiko entgegenzuwirken – wovon beispielsweise Frauen mit zunehmendem Alter in der Menopause (aufgrund des sinkenden Östrogenspieges) betroffen sind.“ Außerdem würde Vitamin K die Verstoffwechselung des Proteins Osteocalcin fördern. Das trage laut unserer Expertin dazu bei, dass Kalzium vermehrt in den Knochen eingelagert wird. „Die Folge kann eine verbesserte Knochendichte sein“, so Schek. Aus diesem Grund solle man besonders im höheren Alter auf eine gute Vitamin-K-Versorgung achten.

Noch ein Plus im Spargel: Folsäure

Spargel strotzt nur so vor Vitamin B9, besser bekannt unter dem Namen Folsäure. Eine Unterversorgung an Folsäure kann insbesondere für Frauen in der Schwangerschaft problematisch sein. Denn Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Zellen und wird daher dringend für eine optimale Entwicklung des ungeborenen Kindes benötigt.

Auch interessant: Darauf sollten Veganerinnen in der Schwangerschaft achten

Vitamin-Gehalt von Spargel
Wer eine Portion Spargel isst, hat in puncto Vitamin K den Tagesbedarf schon gedecktFoto: FITBOOK

Die optimale Zubereitung und Lagerung

Sollte man Spargel schälen oder nicht? Die meisten sagen ja! Aber stimmt das überhaupt?

Die Antwort: Es kommt auf die Art des Spargels an. Weißer Spargel, manchen auch als Bleichspargel bekannt, muss immer geschält werden. Dieser enthält einfach zu viele Fasern, die später den Geschmack verderben würden. Grüner Spargel hingegen muss nicht zwangsläufig geschält werden. Dessen Schale ist nämlich deutlich dünner und enthält generell weniger Fasern. Aus diesem Grund braucht man nur dickere Stängel schälen, und selbst dann nur das untere Stück und nicht den ganzen Spargel. Wie jedes Gemüse sollte Spargel mit kaltem Wasser gewaschen werden, um Erdreste und Pestizide zu entfernen.

Wichtig ist außerdem, den gekauften Spargel möglichst zeitnah zu verzehren – am besten innerhalb von zwei Tagen. Sonst wird dieser schnell trocken und verliert an Geschmack und auch Nährstoffen. Um den Reifeprozess zu verlangsamen, hilft es, die Spargelenden in ein klammes Papier oder Tuch zu wickeln. Dadurch bleibt der Spargel länger frisch und trocknet nicht so schnell aus.

Spargel lässt sich problemlos einfrieren

Wer den Spargel nicht sofort verwenden, sondern für eine Weile aufbewahren will, kann die Stangen einfach einfrieren. Dazu wird das Gemüse gewaschen und geschält, aber noch nicht gegart. In der Tiefkühltruhe bleibt der Spargel den Angaben zufolge dann acht bis zwölf Monate frisch. Soll der Spargel auf den Teller, gibt man die gefrorenen Stangen bei der Zubereitung direkt ins heiße Wasser oder zum gewünschten Gericht. Die Garzeit sei dann etwas länger als bei frischem Spargel.

Wie bei anderen Gemüsesorten sollte auch der Spargel bei niedrigen Temperaturen zubereitet werden. Denn scharfes Anbraten oder Erhitzen im Backofen zerstört schnell die wertvollen B-Vitamine.

Auch interessant: Rezept für Spargelsalat mit Avocado

Weitere gesundheitliche Vorteile von Spargel

Spargel ist reich an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Beides sind Nährstoffe mit zahlreichen positiven Gesundheitseigenschaften. Besonders hoch konzentriert liegt das Tripeptid Glutathion im Spargel vor, eine der wichtigsten Substanzen für den Schutz vor schädlichen oxidativen Reaktionen im menschlichen Körper. So soll Glutathion unter anderem vor Krebs schützen können und bei der Verlangsamung von Krebs-Mutationen helfen.

Zudem enthält Spargel mit Quercetin, einen der am besten erforschten sekundären Pflanzenstoffe überhaupt. Er soll als krebsvorbeugendes Antioxidans wirken und bei leichtem Blutdruck helfen können, ebenso möglicherweise bei Adipositas und Diabetes.

Abnehmen mit Spargel?

Spargel allein ist sicher keine Wunderwaffe gegen überschüssige Pfunde – trotzdem kann er definitiv beim Abnehmen helfen. Zum ist Spargel mit etwa 20 Kalorien pro 100 Gramm extrem kalorienarm. Zum anderen ist Spargel reich an Ballaststoffen, die wiederum beim Abnehmen helfen können. Denn: Ballaststoffe saugen sich im Magen-Darm-Trakt mit Flüssigkeit voll, was zu einem verstärkten Sättigungsgefühl führt. Auch der Blutzuckerspiegel wird positiv beeinflusst, wodurch das Risiko für Heißhungerattacken deutlich reduziert wird.

Allerdings sollte man bei den spargeltypischen Saucen aufpassen! Gerade weißer Spargel wird nämlich in der Regel mit Sauce Hollandaise serviert, die neben einem hohen Fettgehalt reichlich Kalorien enthält.

Themen