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So viel Mittagsschlaf könnte gut für die Herzgesundheit sein

Frau liegt im Nachthemd auf dem Bett und lächelt glücklich
Eine Studie hat herausgefunden: Menschen, die regelmäßig ein Nickerchen machen, erleiden seltener einen Herzinfarkt. Doch wie so oft: Die Dosis macht's!
Foto: Getty Images

Eine Studie hat herausgefunden: Menschen, die regelmäßig ein Nickerchen machen, erleiden seltener einen Herzinfarkt. Doch wie so oft: Die Dosis macht’s!

Es ist Sonntagnachmittag und nach dem ausgedehnten – und natürlich gesunden – Frühstück würden Sie sich am liebsten noch mal hinlegen? Keine Angst, Sie müssen jetzt kein Nickerchen-Shaming erwarten. Ganz im Gegenteil: Forscher der Uni Lausanne (Schweiz) haben jetzt herausgefunden, dass ein Mittagsschläfchen gut für die Herzgesundheit sein könnte. Ihre Ergebnisse wurde in der Fachpublikation Heart veröffentlicht.

Das haben die Forscher untersucht

Häusler und ihre Kollegen hatten Zugriff auf medizinische Daten von Teilnehmern der CoLaus-Kohortenstudie. Genauer gesagt hatten die Forscher Infos über Schlafmuster (basierend auf Selbstauskunft) und die gesundheitliche Entwicklung der Probanden über einen durchschnittlichen Zeitraum von fünf Jahren. Die Teilnehmer waren zwischen 35 und 75 Jahre alt, als sie in die Studie aufgenommen wurden, und hatten keinerlei (bekannten) Herz-Kreislauf-Probleme.

Das Forscherteam schaute sich die Verbindung zwischen Häufigkeit und Dauer von Mittagsschlaf auf der einen Seite und dem Vorkommen von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Co. auf der anderen Seite an.

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Auf ihre Schlafgewohnheiten angesprochen, gab mehr als die Hälfte der Probanden an, in der vorausgegangenen Woche tagsüber nicht geschlafen zu haben. 20 Prozent gaben zu Protokoll, 1 bis 2 Mal ein Nickerchen abgehalten zu haben, während jeweils 12 Prozent antworteten, 3 bis 5 Mal bzw. 6 bis 7 Mal geschlummert zu haben.

Diejenigen, die besonders oft Mittagsschlaf abgehalten haben, waren häufiger älter, übergewichtig, männlich und rauchten. Diejenigen hingegen, die 1 bis 2 Mal pro Woche ein Nickerchen gemacht haben, zeigten ein 48 Prozent niedrigeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte, Schlaganfälle u.Ä. – und das sogar bereinigt um mögliche Störrisikofaktoren wie das Alter oder Bluthochdruck.

1-2 Mal pro Woche reicht

Zudem konnten die Wissenschaftler keine Verbindung zwischen Herzgesundheit und der Länge des Mittagsschlafs feststellen.

Kann man jetzt also sagen: Wer 1 bis 2 Mal die Woche ein Nickerchen macht, tut was Gutes für sein Herz? Nein, finden Dr. Yue Leng und Dr. Kristine Yaffe von der University of California (San Francisco). Denn aus ihrer Sicht sei es „zu früh, auf Mittagsschlaf als geeignetes Mittel für eine optimale Herzgesundheit zu schließen“, da bis dato standardisierte Definitionen und Messungen von Mittagsschlaf fehlen würden. Außerdem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die zwar erlaubt, Assoziationen aufzustellen (A und B treten zusammen auf), aber eben keine Kausalitäten (A bedingt B) zulässt.

Zumindest scheinen Personen, die ab und an auch tagsüber dem Kissen lauschen, kein schlechtes Gesundheitsgewissen haben zu müssen.

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