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Forschung

Wer beim Essen das Smartphone nutzt, wird eher dick 

smartphone essen: Junge Frau isst und guckt auf ihr Handy
Lassen Sie das Handy während des Essens in der Tasche, das ist besser für die Figur und für die StimmungFoto: Getty Images

Wer beim Essen zum Smartphone greift, nimmt wesentlich mehr Kalorien auf als Menschen, die während der Mahlzeiten ihr Handy in der Tasche lassen. Das könne auf die Dauer zu Übergewicht führen, wie Studien zeigen.

Bei einem Großteil der Menschen, die alleine essen, ist es fast schon zu einem automatisierten Verhalten geworden: Mit der Gabel wird auch das Smartphone in die Hand genommen. Scrollen und Kauen im Akkord und das mindestens dreimal am Tag. Wohin das auf Dauer figurtechnisch führen kann, haben Forscher in Studien aufgedeckt. Etwas überspitzt gesagt macht das Smartphone beim Essen schneller dick.

Man isst mehr mit dem Smartphone in der Hand

Im Rahmen einer brasilianischen Studie luden die beteiligten Forscher 62 Probanden ein. Diese durften sich über vier Tage hinweg von einem reichhaltigen Büffet aus herzhaften und süßen Snacks nach Belieben bedienen. Dabei aßen sie unter drei verschieden Bedingungen: keine Ablenkung, Ablenkung durch Smartphone und Ablenkung durch Lesen eines gedruckten Textes. Am Ende jeder Sitzung maßen die Wissenschaftler die aufgenommene Kalorienmenge der Teilnehmer. So zeigte sich, dass ohne Ablenkung im Schnitt 535 Kalorien verputzt wurden. Durften die Probanden dagegen am Smartphone daddeln oder in der Zeitung schmökern, futterten sie durchschnittlich 600 Kalorien, also stolze 15 Prozent mehr. Bei drei Mahlzeiten am Tag, siebenmal die Woche kann das ganz schön zu Buche, beziehungsweise auf die Wampe, schlagen. Die Forscher schlossen daraus: Ablenkung während des Essens kann Übergewicht begünstigen.1

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Die Art der Smartphone-Nutzung beim Essen macht einen Unterschied

Interessant ist, dass der Einfluss des Smartphones beim Essen offenbar unterschiedlich ist, je nachdem, wie es genutzt wird. Zu dem Schluss kam eine Langzeitstudie mit 137 jungen Erwachsenen. 85 Prozent der Teilnehmer nutzten mindestens bei einer Mahlzeit am Tag ihr Handy. Doch die Art der Nutzung war unterschiedlich. So agierten die Probanden einerseits in sozialen, andererseits auch in nicht-sozialen Aktivitäten. Auch zum Fotografieren wurde das Smartphone während des Essens genutzt. Hier zeigte sich in der Studie dann auch der Unterschied in der Auswirkung auf das Essverhalten. Machten die Teilnehmer Fotos, die nichts mit ihrem Gericht zu tun hatten, erhöhte sich bei der Smartphone-Nutzung die Aufnahme der Kalorien. Machten sie aber Bilder von ihrem Essen, zeigte sich keine erhöhte Kalorienaufnahme.2 Vermutlich bedeutet das Fotografieren der Mahlzeit, dass man sich bewusster mit dem, was man isst, auseinandersetzt. Man ist also nicht auf die gleiche Weise abgelenkt wie bei andersartiger Smartphone-Nutzung.

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Smartphone beim Essen macht nicht nur dick, sondern auch unglücklich

Dass ein Smartphone weder bei einer Single-Mahlzeit noch beim Essen mit Freunden auf dem Tisch was zu suchen hat, unterstreicht auch eine weitere Studie aus dem Jahr 2018.3 Hier zeigten die Forscher der University of British Columbia (Kanada) dass es nicht nur unhöflich ist, während eines Restaurantbesuchs ständig das Handy zu zücken, dieses Verhalten mache sogar unglücklich. Der Grund: Das Smartphone im Beisein von Freunden oder dem Liebsten sorge dafür, dass die gemeinsame Essens-Erfahrung anschließend als weniger intensiv und damit weniger erfüllend wahrgenommen wurde. Gleichzeitig kam bei den 306 Probanden immer wieder der Erzählfluss ins Stocken, was zu langweilig bis hin zu unangenehm empfundenen Gesprächspausen führte.

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