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Rückenschmerzen, Seelenleid, …

Wenn große Brüste zum Problem werden – und was hilft!

Frau hält ihre Brust
Viele Frauen leiden unter der Größe und/oder dem Gewicht ihrer Größe. Wenn sie sich selbst – und auch Physiotherapeuten – nicht mehr helfen können, empfiehlt sich im Härtefall der Besuch beim Plastischen Chirurgen.
Foto: Getty Images

Viele Frauen leiden aufgrund eines großen Busens unter körperlichen und seelischen Beschwerden. Und tatsächlich kann bereits eine mittelgroße Brust Probleme bereiten, selbst wenn sie rein optisch zum restlichen Körper passen mag. Darüber hat FITBOOK mit einem Fachmann gesprochen und auch erfahren, was Betroffene tun können, wenn Rückenschmerzen und Co. sich mit konventionellen Maßnahmen nicht lindern lassen.

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Was sind die häufigsten Probleme bei (zu) großen Brüsten?

Haben große Brüste viel Gewicht, kann das zu einer gebückten Haltung führen. Wenn die Schultern nach vorne fallen und auch die Nackenmuskulatur nicht ausgeprägt genug ist, um das Gewicht zu halten, sind Verspannungen und Rückenschmerzen vorprogrammiert. Das erklärt PD Dr. med. Max Geishauser, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus München, im Gespräch mit FITBOOK.

Ab wann sind Brüste zu groß?

„Wenn die Patientin sie aufgrund von Beschwerden zu groß findet“, erklärt der Arzt. So könne auch eine mittelgroße Brust zu Beschwerden führen. Ob die Oberweite verhältnismäßig zu groß ist, orientiere sich laut Dr. Geishauser nicht zuletzt an der Statur. Die BH-Größe errechne sich schließlich anhand einer EU-genormten Formel auf Basis von Brustumfang minus Unterbrustumfang.

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Frau misst ihre Brust

Die meisten Frauen kennen ihre Körbchengröße, wüssten jedoch nicht, wie man sie errechnet
Foto: Getty Images

Sind große Brüste gleich schwere Brüste?

Was kann frau präventiv gegen Schmerzen tun?

Sie kann nicht nur, sondern sollte (!) Sport treiben und ihre Muskulatur stärken, betont Dr. Geishauser. Bei einem sehr großen, schweren Busen seien Wassersportarten gut geeignet, da das Wasser das Gewicht teilweise übernehme. „Training gegen die Schwerkraft“ sei auch wichtig. Damit meint der Fachmann aufrechte Sportarten, wie beispielsweise Laufen, bei der eine natürliche Motorik geübt wird. Wie Dr. Geishauser jedoch weiß, kann Sport, bei dem es zu Erschütterungen kommt, schmerzhaft sein und ist bei großen Brüsten oft fast unmöglich. Umso wichtiger sei der richtige Schutz. „Ab einer mittelgroßen Brust empfehle ich, zwei BHs oder einen BH und ein Sporttop übereinander zu tragen.“ Gut geeignet seien Modelle mit breiten Trägern, da sie das Gewicht der Brüste großflächiger verteilen.

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Sport-BH Abecita von Kimberly

Das Modell Abecita der Marke Kimberly wurde von Verwenderinnen als „bequem“ gelobt und soll gleichzeitig starken Halt bieten. Durch die breiten Träger und das großflächige Rückenteil wird das Gewicht der Brüste gleichmäßig verteilt.
Foto: www.bramone.de

 

Joggerin

Wenn die Brüste gut unterstützt sind und dabei keine Schmerzen auftreten, ist Joggen auch mit großem Busen möglich – und laut Dr. Geishauser sogar empfohlen
Foto: Getty Images

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Was Kraftübungen an Geräten anbetrifft, rät der Arzt zur Arbeit mit einem Coach. Kraftübungen mit Gewichten, die über eine leichte Belastung hinausgehen, könnten sonst mehr Schaden anrichten als Gutes zu tun. Die Grundvoraussetzung für den Muskelaufbau sei jedoch eine korrekte Haltung, gegebenenfalls also auch ihre Korrektur beim Physiotherapeuten. „Hier erlernt man statische Übungen, die man auch alleine und zwischendurch ausführen kann, um an seiner Haltung zu arbeiten.“ Zusätzlich zum gezielten Training sind auch Krankengymnastik und gelegentliche Massagen sinnvoll, um Verspannungen zu lösen.

Ab wann darf man eine Brustverkleinerung vornehmen?

Dr. Geishauser, der bereits lange auf diese Operationen spezialisiert ist, weist auf die unterschiedlichen Grenzwerte hin, die eine Brustverkleinerung als medizinisch indiziert rechtfertigen. Daran entscheide sich, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Vor allem aber sei der individuelle Patientinnenfall entscheidend – (fast) altersunabhängig. Dr. Geishauser würde in Ausnahmefällen auch 15- oder 16-Jährige operieren, die sich aufgrund ihres hohen Leidensdrucks an ihn wenden. Nicht jedoch, bevor sie sich nicht eine mehrmonatige Bedenkzeit im Anschluss an das Erstgespräch genommen haben, in der ihr Entschluss Bestand behielt. „In der Pubertät kann ein so großer Busen, zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden, auch emotionalen Stress bedeutet. Etwa, wenn ihre Mitschüler hinstarren.“

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Was kann man tun, wenn die Brust hängt?

Große Brüste können an der Haut ziehen, die dadurch nachgibt. Zudem kann das Bindegewebe als natürliche Begleiterscheinung des Alterns, aber auch im Zuge einer Schwangerschaft, an Elastizität verlieren, mit der Folge, dass der Busen schlaffer wird und hängt. Auch wenn dies seltener zu einem körperlichen Problem wird, kann in jedem Fall das Selbstwertgefühl der Betroffenen darunter leiden. Eine Bruststraffung könnte sie wieder aufbauen.

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Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, wenn eine gesundheitliche Indikation besteht und vom Arzt festgestellt wurde. Dr. Geishauser weiß jedoch aus Erfahrung, dass diese Tatsache – je nach Sachbearbeiter – nicht immer anerkannt wird. Oft würde die Operation als „aus ästhetischen Gründen“ abgetan. In den Augen des Plastischen Chirurgen ist das ein großes Problem. „Vielen Frauen, die unter zu großen Brüsten leiden und sich operieren lassen wollen, könnte geholfen werden.“ Wenn ein medizinischer Grund besteht und die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, gebe es die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen oder zu klagen, oftmals mit positivem Ausgang. In der Praxis von Dr. Geishauser liegen die Preise für eine Brustverkleinerung zwischen 8.500 bis 13.500 Euro.