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Studie legt nahe

Kann ein schlaffer Händedruck ein Anzeichen für Diabetes sein?

Händeschütteln
Das Händeschütteln ist in Corona-Zeiten ein seltenes Phänomen geworden. Der Händedruck könnte allerdings Aufschluss über die Gesundheit geben.Foto: Getty Images

(Fehlende) Griffkraft kann auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko hinweisen. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA. FITBOOK fasst zusammen, was die Forscher herausgefunden haben.

Die Zuckerkrankheit ist tückisch. Denn wer an Diabetes erkrankt, merkt es zunächst nicht. Der Grund: Im Anfangsstadium ruft ein sogenannter Typ-2-Diabetes keine Symptome vor. Erst im späteren Verlauf der Krankheit treten Schäden an den Nerven, Augen und Nieren auf. 2020 haben Forscher eine ungewöhnliche, womöglich aber phänomenale Methode entwickelt, die eine Früherkennung von Diabetes möglich macht, um so der Krankheit rechtzeitig therapeutisch gegensteuern zu können. Und zwar über die Stärke der Griffkraft! Ein schlaffer Händedruck soll ein mögliches Anzeichen für Diabetes sein.

Warum soll ein schlaffer Händedruck ein Diabetes-Anzeichen sein?

Die Professorin Elise C. Brown von der Oakland Universität im US-Bundesstaat Michigan entwickelte gemeinsam mit ihrem Forscherteam eine Berechnungsmethode für die ausschlaggebende Druckstärke der Hand.1 Zusätzlich ermittelten sie den Grenzwert, ab wann das Risiko besteht, an Diabetes zu erkranken.

Schon länger ist bekannt, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes unter Muskelschwäche leiden können. Die Wissenschaftler haben diesen Zusammenhang aufgegriffen und die Griffstärke an Probanden innerhalb ihrer Studie gemessen.

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Wie berechneten die Forscher das Verhältnis von Griffkraft und Diabetes-Risiko?

Die Stärke des Handgriffs setzten die Forscher daraufhin in Beziehung zum Körpergewicht. Schließlich konnten sie einen Normwert ermitteln. Personen, deren Druckstärke darunter lag, waren einem höheren Risiko ausgesetzt, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Diabetes-Griffkraft-Händedruck-Infografik

Der Grenzwert, um eine Diabetes-Erkrankung diagnostizieren zu können, liegt bei jungen Männern bei 0,78, bei jungen Frauen bei 0,57. Ältere Männer haben einen Grenzwert von 0,68. Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren schließlich liegt nach Erkenntnis der Forscher die Grenze bei 0,49.

Als Beispiel wird folgende Berechnung angegeben: Bei einer 60-jährigen Frau liegt die Griffstärke beider Hände bei 43 Kilogramm. Ihr Körpergewicht beträgt 90 Kilogramm. 43 durch 90 ergibt einen Wert von 0,478. Ihre Griffstärke liegt damit unter 0,49. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass die Probandin einem erhöhten Diabetes-Risiko ausgesetzt ist. Weitere Tests könnten so mehr Gewissheit bringen und eine geeignete Therapie könnte eingeleitet werden.

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Neue Diagnostik könnte Zeit und Kosten sparen

Die Studienleiterin Dr. Elise C. Brown hebt die Vorteile der neuen diagnostischen Methode hervor: „Angesichts der geringen Kosten, des minimalen Schulungsbedarfs und der Schnelligkeit der Bewertung könnte die Verwendung der normalisierten Grenzwerte für die Griffstärke in dieser Studie bei routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen verwendet werden, um Risikopatienten zu identifizieren und Diagnose und Ergebnisse zu verbessern.“

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