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Auch in Deutschland möglich?

Geplantes Register für Impfverweigerer in Spanien sorgt für Aufregung

Register für Impfverweigerer: Ein Arzt spritzt einer Frau mit grauen Locken eine Impfung
Die Schutzimpfung gegen Corona ist europaweit angelaufenFoto: Getty Images

Spanien plant, ein Register für Impfverweigerer einzuführen. Das sorgt für Aufregung auch hierzulande. Doch wäre dies oder gar eine Impfpflicht in Deutschland überhaupt möglich?

Spanien wurde früh und sehr hart von der Corona-Pandemie überrollt. Bislang hat das Land mehr als 50.000 Corona-Tote zu beklagen. Umso größer nun die Hoffnung auf den rettenden Impfstoff gegen das Coronavirus – und ebenfalls das Unverständnis für Menschen, die sich dem kleinen Piks entziehen wollen. Das Land plant nun ein Register für Impfverweigerer. Die Maßnahme kündigte der Gesundheitsminister Salvador Illa in einem Fernseh-Interview an, das der Sender „La Sexta“ am Montag ausstrahlte.

Wie soll das Register für Impfverweigerer funktionieren?

Ähnlich wie hierzulande werden alle Spanier zu einem Impftermin eingeladen. Wie die Reihenfolge aussehen wird, regelt der Impfplan der Regierung. Die Impfung sei zwar freiwillig. Es würden aber diejenigen registriert, die der Einladung nicht folgten. Dabei werde die Erfassung nicht öffentlich gemacht. Auch soll der Datenschutz gewahrt bleiben. Dennoch würden die Daten allen europäischen Partnern zur Verfügung gestellt. Eine Impfpflicht wird laut dem Gesundheitsminister Illa jedoch nicht eingeführt.

In Spanien steigt die Impfbereitschaft

Nach Angaben des staatlichen Meinungsforschungsinstituts „Zentrum für Soziologische Studien“ sinkt der Anteil derjenigen, die eine Impfung gegen das Coronavirus ablehnen, signifikant. Waren es im November 2020 noch 47 Prozent, so würden im Nachfolgemonat nur noch 28 Prozent der Spanier die Impfung verweigern. Die Impfbereitschaft stieg zur gleichen Zeit von rund 37 auf über 40 Prozent.

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Spanien will bis Sommer die Mehrzahl der Bürger impfen

Wie in vielen anderen europäischen Ländern läuft jetzt die Impf-Kampagne gegen Covid-19 auch in Spanien an. Die Regierung in Madrid plant, in den nächsten 12 Wochen 4,6 Millionen Impfdosen zu verabreichen. 2,3 Millionen Spanier sind dann geimpft. Bis Ende Februar sollen 2,5 Millionen Spanier dann immunisiert sein. Bis zum Sommer ist nach Behörden-Angaben die Mehrheit der Spanier gegen das Virus geimpft. Das Land hat 47 Millionen Einwohner.

Warum die harte Maßnahme einer Registrierung für Impfverweigerer?

Die Meldung ist sicher Futter für alle Impfgegner und Verschwörungstheoretiker. Sie sollten jedoch kurz innehalten und sich der düsteren Zahlen bewusst werden. Denn womöglich ist das Register für Impfverweigerer in Anbetracht der Opfer der Pandemie ein Hilferuf der Behörden. Infolge der Pandemie hat das Land nun mehr als 50.000 Tote zu beklagen.

Mittlerweile sind mehr als 1,879 Millionen Spanier nachweislich infiziert. Binnen sieben Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner jedoch auf 107 leicht zurückgegangen. Zum Vergleich: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt der Wert in Deutschland derzeit bei 158 im Bundesdurchschnitt.

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Wird es in Deutschland eine Impfpflicht geben?

Nein. Nach Angaben der Bundesregierung wird es in Deutschland keine Impfpflicht geben. Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig. Auch eine Registrierung von Impfverweigerern ist nicht geplant. Das nationale Impfregister des RKI soll künftig unter strengen Datenschutzauflagen auch die Zahl der Corona-Geimpften erfassen – ohne personalisierte Daten zu speichern und der Möglichkeit zur Rückverfolgung. Das hat „BILD“ vom RKI erfahren.

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