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Forscher entwickeln „MyLongevity“

Neuer Online-Rechner soll Lebenserwartung ermitteln können

Frau beim Errechnen ihrer Lebenswartung
Man braucht dafür persönliche Daten – und sicherlich auch eine Portion Mut: Forscher haben ein Programm zum Errechnen der Lebenserwartung entwickelt
Foto: Getty Images

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Lebenserwartung. Neben solchen, die wir nicht (bspw. den Geburtsort) oder wenig beeinflussen können, ist auch die Lebensführung dafür entscheidend, wie gesund und entsprechend lang wir voraussichtlich leben werden. Wer es genau wissen will, der soll seine Lebenserwartung nun mit dem Programm „MyLongevity“ bestimmen können.

Wenn jemand seine Lebenserwartung bestimmen will, dann vermutlich im Hinblick auf seine Zukunftsplanung. Genau das soll dank des Programms „MyLongevity“ (z. Dt.: „meine Langlebigkeit“) mit einer Präzision möglich sein, wie es sie noch nie bei einem Rechner für die Lebenserwartung gegeben hat. Dahinter stecken Forscher der East Anglia Universität im britischen Norwich. Der Rechner ist bereits online verfügbar.

Wie hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland?

Der Ort, an dem wir leben bzw. geboren wurden, und unser Geschlecht sind grobe Richtwerte bei der Bestimmung unserer Lebenserwartung. So liegt die Lebenserwartung der deutschen Frauen im Schnitt bei 83,6 Jahren, die der Männer bei etwa 78,9 Jahren (Quelle: Statista). Wie wir unser Leben führen, kann die Vorzeichen jedoch ändern.

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Faktoren, die die Lebenserwartung verkürzen oder erhöhen

Man geht u. a. davon aus, dass Menschen mit einem niedrigeren Bildungsniveau und sozialen Status eine geringere Lebenserwartung haben. Es sind Menschen, die häufiger zu ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht neigen, rauchen und anfälliger für den Konsum von Alkohol und Drogen sind.

Ein stabiles Privatleben, etwa verheiratet zu sein, soll die Lebenserwartung hingegen erhöhen. Auch sollen Menschen mit Humor länger leben und ebenso jene, die häufig Obst und Gemüse essen sowie (wenn auch nur gelegentlich) Sport treiben.

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Wie genau funktioniert der Rechner für die Lebenserwartung?

Folglich fragt das Programm neben dem Alter, Geschlecht und Wohnort seiner Nutzer auch Daten zum soziodemografischen Status und Informationen zum Gesundheitszustand ab, etwa ob die Person an Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterin leidet. Also etwaige Erbkrankheiten innerhalb der Familie, bestehende chronische Leiden und Gewohnheiten, welche die körperliche und psychische Verfassung beeinflussen können.

Die gesammelten Angaben werden daraufhin mit rund 684 Risikoprofilen abgeglichen. Diese haben die Entwickler auf Basis von rund 110.000 Personendaten* erstellt. Der Fokus liegt auf konkreten Schlüsselfaktoren, welche einerseits das Sterberisiko und andererseits eine hohe Lebenserwartung begünstigen. Konkret als Risikofaktoren definiert sind Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes, der Body-Mass-Index (BMI) und die Tatsache, ob jemand raucht.

*Hinweis: Die Daten stammen von Menschen aus England und Wales, die zwischen 1990 und 2000 ein Alter von 60 Jahren erreichten. Nutzer mit vergleichbaren Eckdaten sollten somit das exakteste Ergebnis erwarten können.

Was der Lebenserwartungsrechner bringen soll

Professor Elena Kulinskaya hat die Entwicklung des Programms geleitet, welches künftig auch als Handy-App verfügbar sein soll. In einer öffentlichen Stellungnahme weist sie darauf hin, dass „MyLongevity“ eine „durchschnittliche individuelle Lebenserwartungsberechnung“ bieten kann. Diese soll seinen Nutzern zumindest Denkanstöße geben und ggf. dazu motivieren können, vernünftigere Lebensstil-Entscheidungen zu treffen. Auch Ärzte sollen die errechneten Ergebnisse ihrer Patienten nutzen können, um sie gezielter zu behandeln.