Gesundheitspartner
von FITBOOK

Theorie von US-Experten

Mundschutz könnte zu Corona-Immunisierung beitragen

Corona: Begrüßung mit Mundschutz
Das Tragen eines Mundschutzes könnte nach und nach zur Immunisierung gegen das Coronavirus beitragen. Das jedenfalls glauben US-Forscher.
Foto: Getty Images

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung kann das Risiko auf eine Infektion mit dem Coronavirus deutlich verringern. Dies bestätigen verschiedene Studien. Und glaubt man US-amerikanischen Forschern, könnte es noch ein Argument für den Mundschutz geben: eine Art schleichende Immunisierung gegen Sars-CoV-2.

Wer mit Mund-Nasen-Maske in der U-Bahn sitzt oder einkaufen geht, kennt vielleicht dieses leicht mulmige Gefühl: eine Art Restangst vor einer Corona-Infektion. Man weiß, dass der Mundschutz (wenn auch abhängig vom Maskentyp) nicht alle Erreger aus der Luft abfangen kann. Doch genau das soll in Wahrheit gut sein, wenn man immun gegen Corona werden will – vermuten jedenfalls US-amerikanische Forscher.

Macht Mundschutzes immun gegen Corona?

Hinter der Theorie stehen die beiden Ärzte Monica Gandhi und George W. Rutherford. Sie glauben, dass das Immunsystem davon profitiert, wenn es in geringen Mengen mit dem Coronavirus konfrontiert wird.

Basis ihrer Überlegung: dass die Menge der aufgenommen Sars-CoV-2-Erreger dafür entscheidend ist, ob es zu einer Infektion kommt. Auch bedinge die Virenlast die Schwere eines etwaigen Krankheitsverlaufs. Gelangen also gerade so viele Coronaviren in den Körper, dass das Immunsystem eine Erkrankung noch abwenden kann, soll sich das wie eine Art passive Impfung auswirken können. Gleiches erhoffen sich die Ärzte bei einem besonders milden Verlauf einer Covid-19-Infektion, den Betroffene womöglich gar nicht bemerkt haben.

Auch interessant: Corona-Antikörper bedeuten womöglich doch längerfristig Immunität

Prinzip der passiven Impfung

Gandhi und Rutherford haben alle Details dazu im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ geschildert. Sie beziehen sich auch auf die Wirkweise der Variolation, einer Technik zum Impfen gegen Pocken aus dem Mittelalter. Zu diesem Zweck übertrugen Mediziner das Sekret aus dem Pustelinneren von Pockenkranken auf die Haut gesunder Menschen, um bei ihnen eine Immunisierung auszulösen. Die Methode funktionierte jedoch nicht immer, viele Patienten wurden krank.

Neben der Variolation gibt es auch nähere und wesentlich aktuellere Beispiele für das Prinzip der passiven Impfung: eine Plasmatherapie, wie sie auch im Zusammenhang mit Corona diskutiert wird. Erkrankte bekommen Antikörper aus dem Blutserum von Menschen injiziert, welche die entsprechende Krankheit überstanden haben. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkweise der Plasmatherapie gegen Corona.

Deutschland hält sich mit der Zulassung der Plasmatherapie bei Corona noch zurück. Studien, die ihre Wirksamkeit bestätigen würden, sind klein und noch wenig aussagekräftig.

Auch interessant: Aktueller Wissensstand und drängende Fragen zu Corona – ein Überblick

Immunisierung durch Masketragen bisher nur eine Theorie

Ähnlich fraglich dürfte es sein, ob die Virenaufnahme in kleinen Dosen (durch den Mundschutz) wirklich eine Immunisierung begünstigt. Die Arbeit der Forscher kann man bislang aber zumindest als weiteres Argument dafür interpretieren, das Masketragen ernstzunehmen.

Themen