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US-Studie

Die Kalorienzufuhr beeinflusst den Alterungsprozess auf erstaunliche Weise

Frau hält sich ein Bild vor die eine Hälfte ihres Gesichtes, auf dem eine sehr viel ältere Frau drauf ist.
Eine US-Studie hat untersucht, wie eine Kalorienreduktion Einfluss auf das Altern nimmt. Die Ergebnisse verblüffen.Foto: Getty Images

Die Lebenserwartung der Menschen steigt immer weiter. US-Forscher haben eine weitere Möglichkeit gefunden, den Alterungsprozess eventuell zu verlangsamen – mit der Reduzierung der Kalorienzufuhr.

Die meisten Menschen wünschen sich, möglichst lange ihre Jugendlichkeit und vor allem ihre Gesundheit bewahren zu können. Viele altersbedingte Erkrankungen können durch einen gesunden Lebensstil beeinflusst werden. Unter anderem spielt die Ernährung, also was man isst, eine große Rolle. Aber auch wie viel man isst, hat offenbar einen Einfluss auf die Gesundheit. Durch eine Kalorienreduktion könne man laut einer US-Studie das Altern verlangsamen.

Wie lief die Studie ab?

Eine Forschergruppe vom „Pennington Biomedical Research Center“ im US-Bundesstaat Louisiana veröffentlichte 2018 im Fachmagazin „Cell Metabolism“ eine Studie, die untersuchte, wie sich eine beschränkte Kalorienversorgung auf den Stoffwechsel auswirkt. Die Annahme war, dass dieser durch die Kalorienreduktion gebremst wird. Damit würde die Langlebigkeit der Probanden aufrechterhalten oder sogar erhöht werden. Wie die Wissenschaftler erklärten, konnte dies zuvor bei einigen Tierstudien an Würmern, Mäusen und Affen nachgewiesen werden.

In ihrer Untersuchung ermittelten die Forscher die Stoffwechselrate sowie altersbedingte Veränderungen von Zellen bei ihren insgesamt 53 nicht übergewichtigen Probanden. 34 Teilnehmer ernährten sich zwei Jahre lang streng mit einer um 15 Prozent kalorienreduzierten Diät, die restlichen 19 ernährten sich wie gewohnt und dienten als Kontrollgruppe.1

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Vielversprechende Ergebnisse

Die Diät-Gruppe wies klare körperliche Veränderungen auf. Am Ende stand ein Gewichtsverlust von durchschnittlich 8,7 Kilo, während die Teilnehmer der Kontrollgruppe im Schnitt 1,8 Kilo zunahmen. Der Grundumsatz der Diät-Gruppe war zum Studienende außerdem deutlich niedriger, als aufgrund der Gewichtsabnahme ohnehin zu erwarten war. Das lässt auf eine metabolische Anpassung schließen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die anhaltende Verlangsamung des Stoffwechsels sowie die gleichzeitige Verringerung des oxidativen Stresses durch eine verringerte Kalorienzufuhr altersbedingte Zellschäden reduzieren kann.

Aber auch, wenn die Studie Hinweise auf einen möglichen Einfluss von Kalorienreduktion auf das fortschreitende Altern gibt, bräuchte es weitere Langzeitstudien, um den Effekt weiter belegen zu können.

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Der Untersuchung gehen diverse Tierstudien voraus

Das Untersuchungsinteresse kommt nicht von ungefähr: Schon seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt sich die Wissenschaft mit dem Effekt von Kalorienrestriktion auf die Langlebigkeit. Studien, die an Würmern, Nagetieren und sogar Primaten durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass die Methode der beschränkten Kalorienzufuhr bei den Tieren zu einer verlängerten Lebenszeit und besserer Gesundheit führte.

So kann eine lebenslange beschränkte Kalorienzufuhr das Leben von Nagetieren um bis zu 50 Prozent verlängern, wobei die Wirkung immer geringer wird, je später im Leben die Nager mit der Kalorieneinschränkung begannen. Auch das Risiko der Tierchen, altersbedingte Erkrankungen zu bekommen, wurde auf diese Weise erheblich reduziert.2

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Schon mal Intervallfasten probiert?

Es braucht also vielleicht nur eine Kalorienreduktion, um das Altern ein wenig zu bremsen. Ein zunehmend beliebter Ansatz zur Verringerung der Kalorienzufuhr ist das Intervallfasten. Indem man das Zeitfenster, in welchem man isst, einschränkt, nimmt man – so die Theorie – weniger Kalorien zu sich.

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Am beliebtesten ist die 16:8-Methode, bei welcher man 16 Stunden fastet und 8 Stunden am Tag normal isst. Solange man es in dem Acht-Stunden-Fenster nicht übertreibt und doppelt so viel isst, wie sonst, spart man problemlos ein paar Hundert Kalorien ein. Die könnten einem auch beim Alterungsprozess zugutekommen.

Quellen