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Forscher sind sich sicher

Lockdown soll Millionen von Menschenleben gerettet haben

Abstand halten wegen Corona
Die Corona-Regeln (u.a. Abstand zu anderen) sollen Millionen von Menschenleben gerettet haben
Foto: Getty Images

Es gibt nicht wenige Menschen, die den Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Stichwort: Lockdown, kritisch gegenüberstehen. Nun melden sich Forscher gleich mehrerer Standorte zu Wort, die internationale Covid-19-Verläufe analysiert haben und davon überzeugt sind: Die Maßnahmen seien sehr wohl sinnvoll gewesen – und sollen Millionen von Menschenleben gerettet haben.

Von den sieben Millionen Menschen, die sich seit Beginn des Jahres 2020 mit dem Coronavirus infiziert haben und an Covid-19 erkrankten, sind rund 140.000 gestorben.

Und die Todeszahlen wären noch viel höher gewesen, hätten die verschiedenen Regierungen auf der Welt keine drastischen Maßnahmen ergriffen. So lautet das Fazit eines Forscherteams von der kalifornischen University of Berkeley und eines vom Jameel Institute for Disease and Emergency Analytics (J-IDEA). Das „Ärzteblatt“ hat über die jeweiligen Analysen (aktuell erschienen im Wissenschaftsjournal „Nature“) ausführlich berichtet.

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Lockdown hat viele Leben gerettet

Die Forscher aus Berkeley unter der Leitung von Solomon Hsiang sind zu dem Ergebnis gekommen, dass durch die Corona-Regeln 530 Millionen Infektionen vermieden werden konnten – und beziehen sich mit dieser großen Zahl auf gerade einmal sechs Länder. Eines davon ist das durch die Corona-Krise besonders hart getroffene Italien. Dort hätte es ohne Lockdown 49 Millionen zusätzliche Erkrankungen gegeben.

Besonders effektiv: Ausgangsbeschränkungen

Welche Maßnahme die effektivste war, lässt sich auch im Nachhinein nicht eindeutig sagen. Laut Hsiang sei davon auszugehen, dass die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen und Unternehmensschließungen etwas mehr gebracht haben könnten als Schulschließungen – unter Vorbehalt.

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Die Forscher unter Samir Bhatt von der J-IDEA beleuchteten insgesamt 11 europäische Länder, darunter auch Deutschland. Die teilweise drastischen Maßnahmen sollen rund 3,1 Millionen Todesfälle verhindert haben.

Wichtige Dokumentation für Kritiker

Kürzlich hatten sich erst die Präsidenten führender Forschungsinstitutionen (u.a. der Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft) öffentlich dazu geäußert, dass die Corona-Maßnahmen notwendig waren. Damit reagierten sie auf Kritik zum Umgang mit der Krise: Die Kontaktbeschränkungen sollen nichts gebracht haben, der angekündigte Peak an Infektionen sei ausgeblieben – doch genau das war in Wahrheit natürlich kein Beweis für die fehlende Notwendigkeit der erfolgten Maßnahmen, eher das Gegenteil.

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Effektivität von Maßnahmen zeigt sich erst nach Wochen

In diesem Zusammenhang erinnert Hsiang an die natürliche Zeitverzögerung im Hinblick auf Kontaktbeschränkungen bzw. -lockerungen und deren Auswirkung auf die Infektionszahlen. Zwar verändern Regeln und Maßnahmen das Verhalten der Bevölkerung abrupt. In Zahlen schlage sich die Entwicklung aber erst nach Wochen nieder. Das liegt u.a. an der Inkubationszeit des Coronavirus, die bis zu 14 Tage dauern kann.

Hsiang warnt nun davor, dass auch umgekehrt die Lockerungen sich innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen bemerkbar machen werden. Womöglich mit wieder steigenden Zahlen.

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