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Laut Studie

Menschen mit Lebensmittelallergien haben offenbar 50 Prozent geringeres Corona-Infektionsrisiko

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Eine Lebensmittelallergie führt zu einem Vorgang im Körper, der zugleich nachteilig für das Coronavirus ist Foto: Getty Images

Seit Beginn der Corona-Pandemie forschen Wissenschaftler zu SARS-CoV-2. Nun haben die Forschenden eine durchaus ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Menschen mit Lebensmittelallergien seien weniger anfällig für eine Covid-Infektion.

Welche Personengruppen haben ein höheres und welche ein niedriges Risiko, sich mit Corona zu infizieren? Diese Frage stellen sich Wissenschaftler schon seit Beginn der Pandemie. Etliche Forschungen wurden betrieben, um Licht ins Dunkel zu bringen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass eine Lebensmittelallergie vorteilhaft sein kann. Denn das Risiko sich mit Corona anzustecken, sei bei Allergikern deutlich geringer als bei Nichtallergikern. Doch woran kann das liegen?

Studie mit 4000 Probanden

Für die HEROS-Studie (Human Epidemiology and Response to SARS-CoV-2) überwachte das Studienteam 1394 Haushalte mit insgesamt 4142 Probanden im Zeitraum von Mai 2020 bis Februar 2021. In jedem Haushalt gab es mindestens eine Person unter 21 Jahren. Die Testpersonen kamen aus zwölf unterschiedlichen US-Städten. Rund die Hälfte der Probanden gab an, dass sie unter Nahrungsmittelallergien, Asthma, Ekzeme oder allergische Rhinitis (Schnupfen) leide.1

Alle Erkrankungen wurden vor der Studie selbst von den Testpersonen gemeldet. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Forscher bei der HEROS-Studie auf den Gehalt an Immunglobulin E (IgE)-spezifischen Antikörpern. Diese spielen nämlich bei allergischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Dabei gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Typ-2-Entzündungen den Gehalt eines Proteins namens ACE2-Rezeptor auf der Oberfläche von Atemwegszellen verringern würden. Solche Entzündungsarten sind charakteristisch für allergische Erkrankungen. Typ-2-Entzündungen kommen dann vor, wenn ein Ungleichgewicht im Immunsystem vorherrscht. Das führt dann in der Regel zu verschiedenen (allergischen) Erkrankungen.

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Rund 50 Prozent geringeres Corona-Risiko mit Lebensmittelallergie

Wie bereits erwähnt, gab es die Annahme, dass Typ-2-Entzündungen den Gehalt von ACE2-Rezeptoren verringern könnten. An ebendiese Rezeptoren heften sich Coronavirus-Zellen an, um zu den Zellfunktionen des Menschen einzudringen. An dieser Stelle kommt die (Lebensmittel-)Allergie ins Spiel. Diese zerstören nämlich die Zellen auf den ACE2-Rezeptoren, wodurch sich Coronaviren nicht mehr so leicht anheften können.

Dabei kamen die Forscher der HEROS-Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) finanziert wurde, zum Entschluss, dass eine Lebensmittelallergie das Risiko, sich mit Corona anzustecken, um rund 50 Prozent senke. Asthma, Ekzeme und auch Rhinitis würden das Infektionsrisiko jedoch nicht verringern. Allerdings heißt es auch in der Studie, dass die Personen, die eine Lebensmittelallergie angaben, gegen dreimal so viele Sachen allergisch sind wie die Teilnehmer, die keine Nahrungsmittelallergie angaben.

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Kinder können tückische Corona-Überträger sein

Ein Betreuer für jeden Haushalt entnahm alle zwei Wochen Nasenabstriche, um die Hausbewohner auf SARS-CoV-2 zu testen. Parallel wurden wöchentlich Umfragen ausgefüllt. Bei gemeldeten Corona-Erkrankungen wurden zusätzliche Tests durchgeführt und auch Blutproben entnommen.

In der sechsmonatigen Studie kam ebenfalls heraus, dass das Risiko sich mit Corona zu infizieren, bei allen Probanden bei rund 14 Prozent lag. Bei 75 Prozent der Kinder, 59 Prozent der Teenager und 38 Prozent der Erwachsenen verliefen die Infektionen asymptomatisch. Die Forscher schlussfolgerten daher, dass Kinder aufgrund des hohen Prozentsatzes an asymptomatischen Verläufen, der ständigen Nähe zu den Familienmitgliedern und ihrer potenziell hohen Viruslast, „sehr effiziente SARS-CoV-2-Überträger innerhalb des Haushalts sein können“.2

Quellen

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