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Studie aus Norwegen

Kaffee erhöht Cholesterinspiegel – abhängig von Brühmethode und Geschlecht

Barista hält Kaffeefilter
Wie die Kaffeebohne aufgebrüht werden, hat einen Einfluss auf den CholesterinspiegelFoto: Getty Images

Je nach Brühmethode wirkt sich Kaffee unterschiedlich auf den Cholesterinspiegel von Männern und Frauen aus. Laut einer neuen Studie aus Norwegen sollten ein Geschlecht bei Espresso besonders aufpassen.

Kaffee an sich enthält natürlich kein Cholesterin. Dennoch erhöhen die darin natürlich vorkommenden Chemikalien Diterpene, Cafestol und Kahweol den Cholesterinspiegel im Blut. Je nach Brühmethode fällt der Effekt etwas unterschiedlich aus. Norwegische Forscher der Arctic Universität of Norway haben sich den Sachverhalt einmal genauer angeschaut und festgestellt: Nicht nur auf die Brühmethode, sondern auch auf das Geschlecht des Kaffeetrinkers kommt es an. So sollten Männer und Frauen, die zu einem erhöhten Cholesterinspiegel neigen, besser zu unterschiedliche Sorten Kaffee greifen.

Daten von  21.083 Männern und Frauen ausgewertet

Das Forscherteam stützte sich auf Daten von 13.889 Teilnehmern (7.167 Frauen und 6.722 Männer, Durchschnittsalter 56 Jahre), die 2015 und 2016 an der siebten Umfrage der sogenannten Tromsø-Studie teilnahmen. Dabei handelt es sich um eine 1974 gestartete, groß angelegte Langzeit-Bevölkerungsstudie in Zusammenarbeit mit den Einwohnern der Stadt. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie viele Tassen Kaffee sie täglich tranken und auf welche Art. Also, ob sie lieber Espresso, Filterkaffee, Instantkaffee etc. bevorzugten. Anschließend entnahmen die Wissenschaftler Blutproben, maßen Größe wie Gewicht und erfragten potenzielle Einflussfaktoren wie Lebensstil, Alkoholkonsum oder Krankengeschichte. Der komplette Studienbericht wurde aktuell im Fachmagazin „Open Heart“ veröffentlicht. 1

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Beach Camp Frame 1

Warum Männer Filterkaffee trinken sollten und Frauen Espresso

Es zeigte sich: Die befragten Frauen tranken durchschnittlich knapp vier Tassen Kaffee pro Tag, während die Männer im Durchschnitt fast fünf Tassen Kaffee konsumierten. Die Blutanalyse brachte zudem einige interessante Details zutage. Männer, die sich täglich vier bis fünf Espressi genehmigten, hatten einen signifikant höheren Cholesterinspiegel. In Zahlen: Verglichen mit absoluten Nichttrinkern hatten männliche Espresso-Fans einen 0,16 mmol/l höheren Serumcholesterinspiegel. Bei weiblichen Espresso-Liebhabern fiel das Serumcholesterin nur um die Hälfte, nämlich um 0,09 mmol/l höher aus. Allerdings wiesen Frauen, die sechs oder mehr Tassen Filterkaffee pro Tag tranken, einen um 0,11 mmol/l höheren Cholesterinspiegel auf. Bei Männern wurde kein Anstieg festgestellt.

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Unterschiedliche Sorten Kaffee sorgen für unterschiedliche Cholesterinspiegel

„Interessanterweise enthält Kaffee mehr als tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Die Aufnahme jeder Verbindung hängt auch von der Sorte des Kaffees, dem Röstgrad, der Art des Brühverfahrens und der Portionsgröße ab“, erklären die Forscher in einer offiziellen Mitteilung.2 So entdeckten sie weiter, dass Instant-Kaffee den Cholesterinspiegel bei Männern und Frauen gleichermaßen erhöhte, dieser aber mit der Anzahl der getrunkenen Tassen nicht weiter stieg. Ähnlich verhielt es sich beim Kaffee aus der French Press, wobei die untersuchten Frauen in Sachen Cholesterin ein klein wenig im Nachteil waren (0,30 mmol/l höher gegenüber 0,23 mmol/l höher).

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Inhaltsstoffe haben auch gesundheitliche Vorteile

Jene Verbindungen im Kaffee, die den Cholesterinspiegel in die Höhe schnellen lassen, haben auch gesundheitliche Vorteile, merken die Forscher weiter an. Experimentelle Studien zeigen, dass Cafestol und Kahweol entzündungshemmende Wirkungen haben, die Leber schützen und das Krebs- und Diabetesrisiko verringern. „Dies zeigt, dass Kaffee Verbindungen enthält, die dazu führen können, dass mehrere Mechanismen gleichzeitig ablaufen.“

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Kaffee-Fans müssen daher keineswegs auf ihren heißgeliebten Muntermacher verzichten, sollten aber in Erwägung ziehen, die Sorte zu wechseln. Wie man morgens ohne Kaffee wach wird, hat FITBOOK hier zusammengefasst. Wie es übrigens zu der geschlechtsspezifischen Diskrepanz bezüglich Cholesterinreaktion und Kaffeevorliebe kommt, ist den beteiligten Forschern bislang ein Rätsel.

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