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Lebenserwartung in Deutschland

In diesem Bundesland werden die Menschen am ältesten

In welchem Bundesland werden die Menschen am ältesten: Großeltern mit Enkelkindern
Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Wer 2020 geboren wurde, wird im Schnitt 81 Jahre alt.Foto: Getty Images

Die Deutschen werden immer älter. Lag die Lebenserwartung in Deutschland 1950 bei noch bei 64,6 bzw. 68,5 Jahren, so werden Männer heutzutage im Durchschnitt 78,9 Jahre und Frauen 83,6 Jahre alt (Stand 2020).

Laut Prognose des Statistischen Bundesamtes könnte die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahr 2060 für Frauen sogar auf 88,8 Jahre und für Männer auf 84,8 Jahre ansteigen.1 Doch woran liegt das? Und in welchem Bundesland haben die Menschen die höchste Lebenserwartung?

Lebenserwartung in Deutschland

Die Lebenserwartung wird mit Hilfe allgemeiner Sterbetafeln errechnet. Diese basieren auf den Daten über die Verstorbenen und die Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum, im Folgenden von den Jahren 2018 bis 2020. Somit sind die Sterblichkeitsverhältnisse nur als Momentaufnahme zu bewerten.

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Bundesländer mit der höchsten Lebenserwartung

  1. Baden-Württemberg (Frauen 84,2 Jahre, Männer 79,9 Jahre)
  2. Bayern (Frauen 83,9 Jahre, Männer 79,5 Jahre)
  3. Hessen (Frauen 83,6 Jahre, Männer 79,3 Jahre)

Bundesländer mit der niedrigsten Lebenserwartung

  1. Sachsen-Anhalt (Frauen 82,8 Jahre, Männer 76,5 Jahre)
  2. Saarland (Frauen 82,3 Jahre, Männer 76,6 Jahre) und Bremen (Frauen 82,6 Jahre, Männer 77,3 Jahre)
  3. Mecklenburg-Vorpommern (Frauen 83,1 Jahre, Männer 76,9 Jahre)

Warum werden wir immer älter?

Wie hoch die Lebenserwartung ist, hängt oft davon ab, wie wohlhabend eine Gesellschaft ist. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der medizinische Fortschritt. So konnte seit dem 19. Jahrhundert nicht nur die Kindersterblichkeit deutlich verringert werden. Auch für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose wurden Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten gefunden, ebenso für typische Altersleiden wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dafür sorgte zum einen die Entwicklung von Medikamenten wie Antiobiotika. Doch auch die Hygienestandards sind heutzutage auf einem völlig anderen Level als noch vor einigen Jahrzehnten.2

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Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch auch: Armut wirkt sich darauf aus, wie alt wir tatsächlich werden. So ermittelte eine Studie aus dem Jahr 2020 die Faktoren, die sich auf die Sterberate der Menschen auf Landkreisebene auswirken. Dabei wurde ersichtlich: Sowohl die Arbeitslosenquote, als auch die Quote der Hartz-IV-Empfänger in einem Landkreis konnte mit einer erhöhten Sterberate in Verbindung gebracht werden. Die Studienleiter Roland Rau und Carl Schmertmann: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen, die die Lebensstandards für ärmere Teile der Bevölkerung verbessern, am ehesten dazu geeignet sind, die existierenden Unterschiede in der Lebenserwartung zu reduzieren.“3

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Auswirkung von Corona

Weltweit wurden bislang 5,9 Millionen Todesopfer in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet (Stand Februar 2022). Die höchsten Fallzahlen verzeichneten dabei die USA, Brasilien, Indien, die Türkei und Russland. In Europa meldeten schließlich Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien die meisten Corona-Infektionen.

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Mit Stand zum 25. Februar 2022 belief sich die durchschnittliche Sterberate in Zusammenhang mit dem Coronavirus bundesweit auf durchschnittlich 147 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Dabei gibt es die meisten Todesfälle in Verbindung mit Corona in Sachsen (325), Thüringen (311) und Sachsen-Anhalt (217).4

Lebenserwartung in Deutschland im europäischen Vergleich

Zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung in Europa gehört Spitzenreiter San Marino mit 85 Jahren, darauf folgen Liechtenstein, die Schweiz, Island, Malta, Norwegen und die Kanalinseln mit 83 Jahren. Die Angaben beziehen sich dabei auf die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt im Jahr 2021.5 Im Vergleich dazu werden Menschen, die 2020 in Deutschland geboren wurden, im Schnitt 81 Jahre alt.

Quellen