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Arzneimittel gegen Bakterien

Antibiotika – Präparate, richtige Einnahme und Nebenwirkungen

Antibiotika in Pillenform
Antibiotika wirken gezielt gegen bakterielle Erreger, nicht gegen VirenFoto: Getty Images

Im Kampf gegen Bakterien sind Antibiotika in vielen Fällen weiter das wichtigste Mittel. Doch nicht bei jeder Krankheit können sie eingesetzt werden. Und wenn der Arzt die Einnahme verordnet, sollte der Patient die dazugehörigen Regeln genau einhalten. Ein Überblick, was man bei Antibiotika beachten sollte.

Antibiotika gehören zu den am meisten verordneten Arzneimitteln in Deutschland. Allein die Ärzte im ambulanten Bereich verschreiben pro Jahr laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rund 500 bis 600 Tonnen davon.

Trotzdem sind sie keine Allerweltsmedizin, die man einfach so nehmen sollte. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Was bedeutet Antibiotika eigentlich?

Das Wort setzt sich aus den zwei Bestandteilen zusammen. „Anti“, was „gegen“ bedeutet, und „bios“ für Leben. Der Begriff beschreibt also ganz gut, worum es sich handelt: um Medikamente, die gegen das Leben von Bakterien wirken. Antibiotika töten also Krankheitserreger ab oder hemmen ihr Wachstum.

Wann kann ein Antibiotikum eingesetzt werden – und wann hilft es nicht?

Antibiotika wirken nur bei bakteriell bedingten Erkrankungen. Das sind etwa Entzündungen von Mandeln, Lunge, Blase oder Hirnhaut. Keine Wirkung würden sie bei durch Viren verursachte Infekten entfalten, sagt Prof. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Bei einer Grippe oder gegen das Coronavirus helfen sie nicht weiter. Allerdings können Bakterien leichter in den Körper eindringen und sich vermehren, wenn der Körper durch eine Virusinfektion geschwächt ist. Ein viraler Infekt der Lungenwege mündet dann zum Beispiel in einer bakteriellen Lungenentzündung. Deshalb kann es laut BZgA manchmal nötig sein, auch bei viralen Infekten ein Antibiotikum einzunehmen.

Die unterschiedlichen Antibiotika-Varianten

Es werden mehr als 80 verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Denn nicht jedes Mittel stoppt jedes Bakterium. Breitband-Antibiotika wirken gegen viele verschiedene Erreger – und Schmalspektrum-Varianten kommen eher zum Einsatz, wenn ganz bestimmte Bakteriengruppen vernichtet werden sollen. Sind die Erreger resistent, also besonders widerstandsfähig, kann der Arzt zudem Reserveantibiotika verordnen. Das ist aber eher die Ausnahme.

Können Patienten mitbestimmen, was sie verschrieben bekommen?

Prof. Ulrich R. Fölsch rät Patienten, dem Arzt zu vertrauen. Laien fehlen in aller Regel Fachkenntnisse, um zu beurteilen, welches Antibiotikum in welcher Situation das richtige ist. Wer bei einem bestimmten Präparat ein ungutes Gefühl habe, „weil ein Angehöriger damit negative Erfahrungen gemacht hat“, dann sollte man dies mit dem Arzt besprechen, erklärt der Experte.

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Wovon hängt es ab, welches Mittel ein Patient nehmen soll?

Das kommt auf den jeweiligen Erregertypus und die Stärke der Infektion an. Der behandelnde Arzt muss auch wissen, ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt. Denn manche Antibiotika können in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln zu Komplikationen führen.

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Was für Nebenwirkungen gibt es?

Unliebsame Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Antibiotika nicht ausgeschlossen. Dazu zählen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit kommen
  • allergische Reaktionen der Haut, etwa Rötungen oder Juckreiz
  • Bei Mädchen und Frauen: Scheidenpilzinfektionen

Wichtige Regeln bei einer Antibiotika-Therapie

Patienten sollten sich unbedingt an die vorgegebenen Einnahmezeiten halten. „Dreimal täglich zum Beispiel heißt, dass das Antibiotikum alle acht Stunden eingenommen werden sollte“, erklärt Sellerberg.

Ebenfalls wichtig: Patienten müssen das Mittel so lange einnehmen, wie es ihnen verschrieben wurde. „Steht auf dem Rezept ‚fünf Tage dreimal täglich eine Tablette‘, dann sollten Patienten sich strikt daran halten“, sagt Fölsch. Das gilt auch dann, wenn etwa nach zwei Tagen die Beschwerden abgeklungen sind. Hört man dann schon wieder auf, sind die Bakterien eventuell noch nicht vollständig vernichtet.

Die richtige Einnahme

Gerade hinsichtlich der Einnahme gibt es häufig Verwirrung. Am besten ist es, ein Antibiotikum mit Wasser einzunehmen.

Was passiert mit Resten?

Bleiben in einer Packung noch Tabletten übrig, kann und sollte man sie entsorgen – und nicht in die Hausapotheke packen. Sellerberg: „Keinesfalls sollten sie für die nächste Infektion aufgehoben oder an andere Patienten weitergegeben werden.“

(dpa)