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Laut US-Studie

Immunität nach Corona-Erkrankung hält offenbar mindestens 8 Monate

Immunität Coronavirus: Viele Menschen gehen dichtgedrängt und ohne Maske auf dem Bürgersteig
Ohne Maske, dichtgedrängt: Bei solchen Menschenansammlungen hat das Coronavirus leichtes Spiel – es sei denn, man ist immunFoto: Getty Images

Wie lange eine Immunität nach einer Infektion mit dem Coronavirus anhält, ist eine der bislang noch nicht geklärten großen Fragen der Pandemie. Forscher haben jetzt genaue Zahlen vorgelegt.

Seit einem Jahr tobt die Coronapandemie weltweit. Die Immunabwehr nach einer Infektion mit dem Coronavirus kann unterschiedlich stark oder schwach ausfallen. Deswegen war bislang nicht ganz klar, wie lange man gegen das Virus immun ist. Ein Forscherteam von mehreren Universitäten in den USA konnte nun für den Zeitraum seit Beginn der Krise bis jetzt Zahlen vorlegen, die Aufschluss darüber geben, wie lange die Immunität gegen eine erneute Infektion mit SARS-Cov-2 mindestens anhält.

Wie lange hält die Immunität gegen das Coronavirus an?

Die Daten, die die Wissenschaftler zusammengetragen haben, deuten darauf hin, dass die Immunität auch nach fünf bis acht Monaten nach einer Infektion mit dem Coronavirus noch vorhanden ist. Bei fast allen untersuchten Menschen (95 Prozent) waren nach dieser Zeit noch mehr als die Hälfte der Zellen aktiv, die für die Immunabwehr notwendig sind. Das bedeutet, dass man vor einer erneuten Infektion einigermaßen geschützt ist. Dass man sich mehrmals mit dem Coronavirus infizieren kann, ist hingegen nachgewiesen. In der Regel verläuft die zweite Erkrankung jedoch milder als die erste.

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Wie haben die Forscher die Daten erhoben?

Die Wissenschaftler haben 180 Männer und Frauen in den USA untersucht, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Bei einigen Probanden verlief die Erkrankung so heftig, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Andere zeigten schwere Verläufe, weswegen auch sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Bei den meisten der Untersuchten verlief die Erkrankung an Covid-19 jedoch relativ milde.

Laut der Studie, die die Autoren im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten, wurde den infizierten Personen mehrmals und zu unterschiedlichen Zeitpunkten Blut abgenommen, und dieses untersucht. Acht Monate nach der nachgewiesenen Erkrankung war dabei die größte Zeitspanne.

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Drei Abwehr-Typen sind wichtig für das Immunsystem

Die Forschenden haben in den Blutproben verschiedene Zelltypen und Antikörper genauer unter die Lupe genommen. Und zwar die, die für die Immunantwort wichtig sind. Das sind zum einen die T-Zellen, auch unter der Bezeichnung „Killerzellen“ bekannt. Sind ausreichend viele T-Zellen im Körper vorhanden, verläuft eine Erkrankung nach Infektion mit dem Coronavirus in der Regel milder. Die Hälfte dieses Zelltyps ist meistens nach drei bis fünf Monaten nicht mehr nachweisbar.

Wichtig für eine erfolgreiche Immunabwehr sind auch die Antikörper. Diese Abwehr-Elemente fangen das Coronavirus ab, bevor es in die Körperzellen eindringen kann. Die Menge an Antikörpern fällt dabei bei allen infizierten Menschen unterschiedlich stark aus. Die Forscher konnten jedoch nachweisen, dass bei allen Probanden auch noch nach sechs Monaten im Durchschnitt eine größere Anzahl an Antikörpern vorhanden war.

Schließlich untersuchten die Wissenschaftler die B-Zellen. Dieser Zelltyp wird auch „Gedächtniszelle“ genannt. Warum B-Zellen so wichtig sind? Nach einer überstanden Infektion merken sie sich die Krankheitserreger. Wird der Körper erneut von Coronaviren angegriffen, kann er mit Hilfe der Gedächtniszellen schnell eine Immunantwort ausbilden. Gute Nachricht: Die Wissenschaftler fanden heraus, dass nach sechs Monaten mehr von den Gedächtniszellen vorhanden waren, als nach einem Monat nach der Infektion.

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