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Internationale Studie

Haben sportliche Männer besseres Sperma?

Joggender Mann
Forscher haben den Zusammenhang zwischen regelmäßiger körperlicher Aktivität und der Spermienqualität untersucht.Foto: Getty Images

Dass Übergewicht und Bewegungsmangel einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität haben kann, ist der Wissenschaft nicht mehr neu. Aber ob sich auch der Umkehrschluss ziehen lässt – sprich: ob Sport für bessere Samenzellen sorgt? Dieser Frage hat sich nun ein Forscherteam verschiedener internationaler Universitäten angenommen.

Wie zeugungsfähig ein Mann bzw. sein Samen ist, hängt von drei maßgeblichen Faktoren ab:

  1. von der Spermienkonzentration, also davon, wie viele Spermien bei einer Ejakulation freigesetzt werden,
  2. ihrer Formgebung (als ideal gilt ein ovaler Kopf und möglichst langem Schwanz, s. Foto) und
  3. ihrer Beweglich- bzw. Schnelligkeit.
Eizelle
Je besser das Spermium, desto wahrscheinlicher die Befruchtung einer Eizelle und somit die Entstehung einer SchwangerschaftFoto: Getty Images

Ein Team von Forschern, teilweise mit Sitz in den USA und größtenteils in China, wollten nun herausfinden, ob sich diese Parameter durch körperliche Aktivität positiv beeinflussen lassen.

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So lief die Studie ab

746 Probanden (Durchschnittsalter 28, normalgewichtig und generell zeugungsfähig) hatten an der Studie teilgenommen. Vorab wurden sie körperlich untersucht und mussten zudem ausführliche Angaben dazu machen, wie häufig sie Sport treiben oder sich generell bewegen und wie viel Zeit sie sitzend verbringen. Hierfür händigten die Forscher ihnen die Langfassung des „International Physical Activity Questionnaire (IPAC)“ aus, ein offizielles Dokument zur Ermittlung der Sportlichkeit.

Aus den Informationen der IPACs ermittelten die Forscher die METs der Probanden. MET steht für „metabolisches Äquivalent“ und ist somit quasi als Aktivitätswährung des Körpers zu verstehen, um den menschlichen Energieumsatz bei verschiedenen körperlichen Aktivitäten zu vergleichen.

Der Untersuchungszeitraum umfasste rund sechs Monate, in denen die Männer regelmäßig Spermaproben abgaben. Genaueres zur Untersuchung ist aktuell im Fachblatt „Oxford Academic Human Reproduduction“ nachzulesen.

Mehr Bewegung, bessere Spermien?

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass regelmäßige Bewegung bestimmte Samenqualitätsparameter bei gesunden, nicht-unfruchtbaren Männern verbessern kann“, schreiben die Forscher in ihrem Abstract. Vor allem bei denjenigen, die sich im Fragebogen selbst als aktiv beschrieben hatten, soll die Spermienqualität gut gewesen sein. Für die Wissenschaftler untermauere dies, dass ein Bewusstsein für körperliche Aktivität oft mit besserer Fortpflanzungsgesundheit einhergehe.

Studie nicht absolut zuverlässig

Die Forscher geben einen Haken ihrer Untersuchung zu bedenken: dass die von ihnen ermittelten METs ausschließlich auf den Angaben der Probanden basieren und diese den Fragebogen IPAC nur ein Mal ausgefüllt hatten. Es sei demnach nicht auszuschließen, dass sie sich an einer Stelle verschrieben oder versehentlich falsche Antworten gegeben haben und somit unmöglich, Messfehler mit Sicherheit auszuschließen, welche die Ergebnisse verfälscht haben können.