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Covid-19

Am Coronavirus sterben mehr Männer als Frauen

Coronavirus Geschlechterunterschied
Es zeichnet sich ab, dass Frauen eine Corona-Infektion besser überstehen als Männer

Frauen und Männer erkranken fast gleich häufig am Coronavirus. Neue Zahlen einer chinesischen Studie deuten jedoch darauf hin, dass Frauen die Infektion häufiger leichter überstehen, während Männer eher daran sterben. FITBOOK erklärt, welche Ursachen das nach Ansicht der Forscher hat.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann ganz unterschiedlich verlaufen. Während die einen so gut wie keine Symptome zeigen, kämpfen andere ums Überleben. Ausgewertete Fallzahlen der Corona-Pandemie deuten nun an, dass es auch einen Unterschied bei den Geschlechtern gibt.

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie des chinesischen Zentrums für Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC). Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Seuche erstmalig in der zentralchinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen. Chinesische Behörden versuchten zunächst, den Ausbruch zu verschleiern – mit tragischen Folgen für die Welt. Die Zahlen, die nun vorliegen, können daher nur als ein erster Anhaltspunkt gewertet werden.

Schon SARS zeigte einen Geschlechterunterschied

Ein Geschlechterunterschied unter den Todesopfern wurde schon beim Ausbruch der SARS-Epidemie 2003 in Hongkong festgestellt. Ein internationales Team an Wissenschaftlern hatte damals zu dem Thema rund 1755 Krankheitsfälle ausgewertet. Bekannt ist auch, dass bei einer regulären Grippe Männer heftigere Krankheitssymptome aufweisen als Frauen. Stichwort „Männergrippe“.

Woran es liegt, dass die Sterberate bei Männern signifikant höher ist als bei Frauen, ist noch nicht eindeutig belegt. Die Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass zwei Aspekte eine Rolle spielen.

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Männer achten weniger auf die eigene Gesundheit als Frauen

2014 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Studie, die nahelegt, dass Männer generell ungesünder leben als Frauen. Kernaussage des RKI: „Anhand epidemiologischer Daten kann seit Langem konsistent gezeigt werden, dass sich Männer und Frauen in Bezug auf Gesundheit und Krankheit deutlich unterscheiden.“

Ein ungesünderer Lebenswandel bei Männern beschränkt sich jedoch nicht nur auf Deutschland. So sollen – auch diese Zahlen stammen aus dem Reich der Mitte – mehr als die Hälfte der chinesischen Männer rauchen, wohingegen nur rund drei Prozent der Frauen in China zum Glimmstängel greifen. Bekannt ist, dass Raucher mit einer geschwächten Lunge zur Hauptrisiko-Gruppe unter den Coronavirus-Infizierten gehören.

Das Coronavirus kann zu schweren Atemwegssymptomen und Lungenentzündung führen und im schwersten Fall der Erkrankung zum Lungenversagen (ARDS). Hier könnte also ein Grund für die erhöhte Sterblichkeitsrate unter Männern liegen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

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Hormoneller Unterschied spielt eine Rolle

Ein weiterer Grund, weshalb Frauen mit einer Corona-Infektion eher klar kommen als Männer, liegt womöglich am unterschiedlichen Hormonhaushalt der Geschlechter. Auch hierzu wurde eine Studie veröffentlicht. So fand ein Forscherteam aus Montreal (Kanada) heraus, dass das Hormon Östrogen eine Rolle bei der besseren Immunabwehr von Frauen spielt. Östrogen soll vor Infektionen schützen, Frauen könnten Krankheitserregern daher effektiver abwehren als Männer.

Und auch in Deutschland zeichnet sich eine Tendenz ab. Das Robert-Koch-Institut veröffentlichte eine Statistik, wonach 56 Prozent der am Coronavirus Erkrankten männlich sind. Allerdings kann der Unterschied kaum mit dem Rauchverhalten begründet werden. Denn hierzulande raucht jeder vierte Mann und jede fünfte Frau.

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