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Prof. Drosten im NDR-Podcast

Drosten: »Geruchsausfall bei Corona-Infektion nur vorübergehend

Prof. Christian Drosten: Geruchsausfall bei Coronainfektion nur vorübergehend
Prof. Christian Drosten ist Chef der Virologie an der Berliner Charité. Im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ behandelt er regelmäßig wichtige Entwicklungen rund um die Pandemie.Foto: Getty Images

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus wird sehr häufig darüber berichtet, dass Infizierte zwischendurch mal nichts gerochen und geschmeckt haben. Obwohl Riechzellen ein Ausläufer des Gehirns sind, müssen sich Betroffene keine Sorgen um Denkorgan machen.

Bei einer Infektion mit dem Coronavirus gehört neben trockenem Reizhusten und Müdigkeit auch ein Ausfall des Geruchs- oder Geschmackssinns zu den beschriebenen Symptomen. Doch ist dieses Phänomen mit langfristigen neurologischen Schäden verbunden? Unter anderem darüber sprach Prof. Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, in Ausgabe 34 des NDR-Podcasts „Das Coronavirus-Update“.

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Coronainfektion: Was bewirkt der Geruchsausfall im Gehirn?

Prof. Christian Drosten: „Der Riechkolben, der oben an der Nase ankommt, ist ein Teil des zentralen Nervensystems. Das ist im Prinzip der Ausläufer des Riechnervs. Und das gehört zum Gehirn.“ Also eine direkte Verbindung zwischen dem Gehirn und der Außenumgebung. Doch gebe es, so Drosten, anatomische Gegebenheiten, die verhindern, dass Krankheitserreger „da reinkommen“. So ein Virus verbreite sich jedoch innerhalb der zellulären Substanz: So vermute bzw. wisse man beispielsweise bei der Influenza oder dem Tollwutvirus, dass diese Viren über diesen Weg ins Hirn kommen könnten. Auch bei SARS hatte man seinerzeit beobachtet, dass die Riechrezeptoren der Nase vom Virus befallen werden können.

Dennoch müssten sich, Stand jetzt, Personen mit einem leichten Verlauf keine großen Sorgen machen, wenn sie zwischendurch mal eine Weile nichts riechen oder schmecken. Drosten: „Ich denke, dass das Virus da schon in den meisten Fällen nicht weitergeht.“ Entsprechende Berichte über Fälle, in denen das Virus das Gehirn angegriffen hätte, sind aus Sicht von Drosten Beobachtungen, die an seltenen Fällen gemacht und generalisiert worden seien.

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Kein bleibender Verlust des Geruchssinns

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