Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Langzeitstudien

Fettarme Milchprodukte können Parkinson-Risiko erhöhen

fettarme milchprodukte parkinson: Eine Auswahl an Milchprodukten
Ob Vollfett oder fettarm macht für die Hirngesundheit offenbar einen UnterschiedFoto: Getty Images

Viele Menschen glauben, dass fettarme Lebensmittel automatisch gesünder sind als Vollfettprodukte. Ein Standpunkt, den man so nicht stehen lassen kann, wie eine Studie gezeigt hat. Sie identifizierte einen Zusammenhang zwischen fettarmen Milchprodukten und Parkinson.

Das Glas fettarme Milch am Morgen, einen Schuss fettarme Milch in den Kaffee und später zum Genuss einen leckeren Frozen Joghurt. Klingt zunächst gesundheitsbewusst – doch laut einer Studie der „American Academy of Neurology“ kann dieses Ernährungsverhalten schädlich sein. So erhöht der Konsum fettarmer Milchprodukte offenbar das Risiko für Parkinson.

Ablauf der Studie

Bei der Studie handelt es sich um eine Meta-Analyse, die auf bereits zwei existierenden Langzeitstudien basiert. Die Wissenschaftler analysierten zum einen Daten der „Nurses‘ Health Study“ – Informationen von 80.736 Frauen, die über mehr als 25 Jahre hinweg erfasst worden waren. Zum anderen berücksichtigten die Forscher in ihrer Analyse die Daten von 48.610 Männern aus der „Health Professionals’ Follow-up Study“. Insgesamt hatten 1.036 Probanden in dem Zeitraum der Datenerfassung Parkinson entwickelt.

Die Studienverantwortlichen der „American Academy of Neurology“ prüften, welche Arten von Milchprodukten die Probanden konsumierten. Diese Produktliste enthielt u. a. Milch, Sahne, Käse, Joghurt, Eis, Butter, Margarine und Brausepulver. Anschließend analysierten sie die Daten über Ernährungsgewohnheiten und Erkrankungen der Studienteilnehmer auf einen Zusammenhang zwischen Vollmilch bzw. fettarmer Milch und dem Risiko, an Parkinson zu erkranken.1

Auch interessant: Kann Kaffeetrinken davor schützen, an Parkinson zu erkranken?

Zusammenhang zwischen fettarmen Milchprodukten und dem Parkinson-Risiko

Die Wissenschaftler konnten keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Vollmilchprodukten und Parkinson nachweisen. Anders sah dies bei fettarmen Milchprodukten aus.

Die Probanden, die mindestens drei fettarme Milchprodukte pro Tag zu sich nahmen, hatten ein um 34 Prozent höheres Parkinson-Risiko als Personen, die weniger als eine Portion (gemessen an Mengenangabe auf Lebensmittelverpackung) pro Tag konsumierten.

Die Forscher betrachteten außerdem speziell den Effekt des Konsums von Magermilch und fettarmer Milch. Dabei fanden sie heraus, dass bei Personen, die mehr als eine Portion fettarme Milch pro Tag zu sich nahmen, ein um 39 Prozent höheres Risiko bestand, an Parkinson zu erkranken, als bei Personen, die weniger als eine Portion pro Woche konsumierten.

Der Verzehr von Sorbet oder Frozen Joghurt war mit einem geringfügig erhöhten Parkinson-Risiko verbunden.

Auch interessant: Ein Lebensmittel erhöht das Prostatakrebs-Risiko deutlich

Einordnung der Studienergebnisse

In einer Pressemitteilung zur Meta-Analyse verweisen die Studienverantwortlichen darauf, dass trotz des beobachteten Zusammenhangs zwischen dem Konsum von fettarmen Milchprodukten und Parkinson generell ein geringes Erkrankungsrisiko bestanden habe.2 So hatten von den 5830 Personen, die zu Beginn der Studie angaben, mindestens drei Portionen pro Tag zu sich zu nehmen, nur 60 (etwa 1 Prozent) während des Studienzeitraums die neurologische Krankheit entwickelt. Von den 77.864 Probanden, die weniger als eine Portion fettarmer Milchprodukte am Tag konsumierten, waren 483, also 0,6 Prozent, an Parkinson erkrankt.

Auch interessant: Das ideale Training, um Parkinson-Symptome abzuschwächen

Fazit

Um wirklich sagen zu können, dass fettarme Milchprodukte ein Auslöser von Parkinson sind, bedarf es weiterer Forschung. Was die Meta-Analyse aber aufzeigen konnte, ist, dass es offenbar einen Unterschied macht, ob man fettarme oder Vollmilchprodukte konsumiert. Auch die Menge der verzehrten Produkte kann sich gesundheitlich auswirken. „Unsere Studie ist die bisher umfangreichste Analyse von Milchprodukten und Parkinson“, erklärte Harvard-Forscherin Katherine C. Hughes, die an der Studie beteiligt war. „Die Ergebnisse belegen ein geringfügig erhöhtes Parkinson-Risiko bei höherem Konsum von fettarmen Molkereiprodukten. Solche Milchprodukte, die in großem Umfang konsumiert werden, könnten möglicherweise ein veränderbarer Risikofaktor für die Krankheit sein.“

Quellen

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FITBOOK und sein/ihr Internet-Angebot: www.fitbook.de

FITBOOK erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über FITBOOK und sein/ihr Internet-Angebot: www.fitbook.de

FITBOOK erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für