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Studien legen es nahe

Beeinflusst Vitamin D den Verlauf von Covid-19?

Mann mit Mundschutz in der Sonne
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D könnte sich offenbar positiv auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung auswirken
Foto: Getty Images

Es scheint einen Zusammenhang zwischen dem Krankheitsverlauf von Covid-19 und dem Vitamin-D-Status des Patienten zu geben. Dies ist zumindest das Ergebnis von mehr und mehr Studien. So zeigen bereits verschiedene Untersuchungen auf, dass ein Mangel an Vitamin D mit einem höheren Sterberisiko assoziiert werden kann. Gleichzeitig seien bei Patienten mit guter Vitamin-D-Versorgung seltener Komplikationen dokumentiert. Der Effekt hängt offenbar damit zusammen, dass Vitamin D die Immunantwort auf den Erreger unterstützt und der Organismus das Virus besser bekämpfen kann.

Forscher der Medizinischen Fakultät in Boston (Massachusetts) wollen neue „Beweise“ dafür gefunden haben, dass eine hohe Konzentration an Vitamin D das Risiko auf Komplikationen im Rahmen einer Coronavirus-Infektion deutlich verringert. Sie beziehen sich dabei auf ihre Analyse der Daten von 235 Probanden – Covid-19-Patienten über 40, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Bei den Patienten mit guter Vitamin-D-Versorgung sei eine „signifikante Verringerung des CRP-Werts im Serum“ (=Entzündungsmarker im Blut) festgestellt worden, und das bei gleichzeitig erhöhtem Lymphozyten-Aufkommen. Somit könne eine ausreichende Vitamin-D-Konzentration dazu beitragen, die Immunantwort zu verbessern und einen sogenannten „Zytokinsturm“ (= lebensbedrohliche Entgleisung des Immunsystems) zu verhindern.

Diejenigen Patienten hingegen, bei denen eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung gemessen worden war, erlitten häufiger schwere Komplikationen. Sie mussten beispielsweise beatmet werden und waren auch diejenigen mit der höheren Sterberate. Alle Details dazu sind im Fachjournal „Plos One“ nachzulesen.

Vitamin-D-Spiegel und Verlauf von Covid-19

Die Bostoner ist bei Weitem nicht die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-d-Spiegel und dem Covid-19-Verlauf behandelt. FITBOOK hatte bereits im Mai, als Europa den Höhepunkt der ersten Welle gerade hinter sich gebracht hatte, über entsprechende Untersuchungsergebnisse berichtet. Damals hatten indonesische Forscher die Daten von 380 Covid-19-Patienten aus Italien, Spanien und der Schweiz ausgewertet. Von den Personen mit einem diagnostizierten Vitamin-D-Mangel sind der Auswertung zufolge 99 Prozent ihrer Covid-19-Erkrankung erlegen. Von den Betroffenen mit einem etwas höheren, aber immer noch unzureichenden Vitamin-D-Spiegel verstarben 88 Prozent.

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Auffällig: Bei den Patienten mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung lag die Sterberate offenbar bei nur vier Prozent. Die Forscher folgern daher, dass die Vergabe entsprechender Nahrungsergänzungsmittel einen Teil der Covid-19-Behandlung ausmachen sollte. Genaueres dazu in der Online-Datenbank „Research Square“ nachzulesen.

Zusammenhang von Vitamin-D-Spiegel und Gesundheit allgemein

Die Ergebnisse der Studien scheinen sehr eindeutig. Dennoch bleibt die Möglichkeit, dass der Vitamin-D-Spiegel weniger Einfluss auf die konkrete Covid-19-Erkrankung hat als auf die generelle körperliche Konstitution der Menschen.

„Vitamin D wird im Körper zu einem Hormon aktiviert, das Hunderte von Genen in unseren Zellen der verschiedenen Gewebe und Organe anschalten kann“, erklärte dazu in einem FITBOOK-Interview Ernährungswissenschaftler Prof. Nicolai Worm. Einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung wird eine entsprechend große Bedeutung beigemessen, die (über die mentale Verfassung hinaus) diverse physische Prozesse unterstützen soll.

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Stärkeres Immunsystem dank Vitamin D

Sowohl in der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde setzen Behandler vermehrt auf Vitamin-D-Supplementierung zur Stärkung der Abwehrkräfte. Wesentlich für den Wirkmechanismus soll dabei die verstärkte Produktion von Cathelicidin-Genen (kurz: CAMP) sein – „einem natürlichen Anti-Virus-Mittel“, wie in dem Zusammenhang Dr. Sarfraz Zaidi von der University of California dem US-Medium „Psychology Today“ erklärt. Er lege auch bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, welche in den Fachbereich des Endokrinologen fallen, einen wesentlichen Fokus auf den Vitamin-D-Spiegel.

Auch darüber hinaus kann ein Mangel am lebensnotwendigen Vitamin D die Entstehung verschiedener Krankheiten mit potenzieller Todesfolge begünstigen. Umgekehrt erkranken Menschen mit einem hohen Vitamin-D-Gehalt im Blut seltener an z. B. Krebs. Das berichtete u. a. das „Ärzteblatt“.

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Fazit zu Vitamin D und Covid-19-Verläufen

Die Empfehlung, nahrungsergänzend Vitamin D einzunehmen, sollte nicht (ausschließlich) von einer etwaigen Covid-19-Erkrankung abhängen, sondern vielmehr vom generellen Versorgungsstatus. Das Hormon ist wichtig für alle körperlichen Prozesse und die generelle Gesundheit. Und doch: Dass eine Supplementierung im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion eine Rolle spielen kann, scheint zunehmend wahrscheinlich.