Gesundheitspartner
von FITBOOK

Alltagsfrage

Warum riecht Urin nach Spargelessen so komisch?

Grüner Spargel auf einem Holztisch
Spargel schmeckt nicht nur köstlich, sondern strotzt vor knochenschützenden und krebsvorbeugenden Nährstoffen. Auch Schwangere sollten das Gemüse essen.
Foto: Getty Images

Es ist mal wieder Spargelzeit in Deutschland! Die beliebte Gemüsesorte lässt sich nicht nur in viele leckere Gerichte integrieren, sie ist auch noch richtig gesund. Und soll sogar krebsvorbeugende Wirkstoffe beinhalten.

Was wir vom Spargel essen, ist gewissermaßen nur der Tropfen auf den heißen Stein. Denn der Spargel, eine Staudenpflanze, wächst vor allem unter der Erde, wo er bis zu sechs Meter lange Wurzeln schlägt. Aus diesen Wurzeln treibt der Spargel Knospen an die Erdoberfläche. Diese Knospen sind unsere allseits beliebten Spargelstangen. Unter der Erde sind sie weiß, durch das Sonnenlicht werden die Stangen erst violett und dann grün. Richtig zubereitet ist Spargel bekanntlich eine Delikatesse – seiner einzigartigen Kombination aus süßem und bitterem Geschmack sei Dank. Doch Spargel kann noch viel mehr als nur gut schmecken!

Keine FITBOOK-Themen mehr verpassen – abonnieren Sie hier unseren Newsletter!

Ist Spargel ein Abnehm-Wunder?

Spargel allein ist sicher keine Wunderwaffe gegen überschüssige Pfunde – trotzdem kann er definitiv beim Abnehmen helfen. Zum einen enthält Spargel nämlich mit 40 Kalorien pro 100 Gramm extrem wenig Kalorien. Zum anderen ist Spargel reich an Ballaststoffen, die wiederum beim Abnehmen helfen können. Denn: Ballaststoffe saugen sich im Magen-Darm-Trakt mit Flüssigkeit voll, was zu einem verstärkten Sättigungsgefühl führt. Auch der Blutzuckerspiegel wird positiv beeinflusst, wodurch das Risiko für Heißhungerattacken deutlich reduziert wird.

Allerdings sollte man bei den spargeltypischen Saucen aufpassen! Gerade weißer Spargel wird nämlich in der Regel mit Sauce Hollandaise serviert, die neben einem hohen Fettgehalt reichlich Kalorien enthält.

Darum ist Spargel gut für die Knochen

Die meisten Menschen assoziieren vor allem Kalzium mit gesunden Knochen, dabei spielen auch andere Mikronährstoffe beim Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Unter anderem Vitamin K – und davon enthält Spargel jede Menge! Eine Portion Spargel deckt bereits 70% des täglichen Vitamin-K-Bedarfs.

Auch interessant: Mit dieser Methode verhindern Sie Heißhunger

Nährwerte beim Spargel

Der Beweis: Spargel ist ein Kalorienwunder
Foto: FITBOOK

Die Diplom-Ökotrophologin und Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Schek erklärt dazu: „Vitamin K scheint einem übermäßigen Knochenschwund und damit auch einem erhöhten Frakturrisiko entgegenzuwirken – wovon beispielsweise Frauen mit zunehmendem Alter in der Menopause (aufgrund des sinkenden Östrogenspieges) betroffen sind.“ Außerdem würde Vitamin K die Verstoffwechselung des Proteins Osteocalcin fördern. Das trage laut unserer Expertin dazu bei, dass Kalzium vermehrt in den Knochen eingelagert wird. „Die Folge kann eine verbesserte Knochendichte sein“, so Schek. Aus diesem Grund solle man besonders im höheren Alter auf eine gute Vitamin-K-Versorgung achten.

Auch die Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel könne unter Umständen sinnvoll sein. So wird in Japan Vitamin K standardmäßig zur Prävention von Osteoporose verschrieben. Untersuchungen zur Effektivität dieser Strategie haben tatsächlich positive Effekte festgestellt. Allerdings erst bei höherer Dosierung, die deutlich über den Empfehlungswerten der Deutschen Gesellschaft der Ernährung (DGE) gelegen haben. „Da diese Erkenntnisse noch relativ neu sind, kann es durchaus sein, dass die Referenzwerte für Vitamin K in absehbarer Zeit auch in Deutschland nach oben korrigiert werden – zumindest für Personengruppen, die ein erhöhtes Osteoporose-Risiko aufweisen“, wie Schek weiter erklärt. 

Auch interessant: So können Sie Osteoporose vorbeugen

Spargel während der Schwangerschaft

Spargel strotzt nur so vor Vitamin B9, besser bekannt unter dem Namen Folsäure. Und was Folsäure betrifft, hat Deutschland definitiv Nachholbedarf: Hierzulande erreichen über 70% der Erwachsenen die empfohlenen Referenzwerte für Folsäure nicht. Eine Unterversorgung kann insbesondere für Frauen in der Schwangerschaft problematisch sein. Denn Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Zellen und wird daher dringend für eine optimale Entwicklung des ungeborenen Kindes benötigt.

Vitamin-Gehalt von Spargel

Wer eine Portion Spargel isst, hat in puncto Vitamin K den Tagesbedarf schon gedeckt
Foto: FITBOOK

Die DGE warnt diesbezüglich: „Eine chronisch geringe Aufnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft erhöht das Risiko von Fehlbildungen.“ Aus diesem Grund wird Schwangeren in Deutschland in der Regel auch eine Supplementierung mit Folsäure empfohlen. Studien haben gezeigt: Eine zusätzliche Einnahme dieses Vitamins kann die Häufigkeit von Fehlbildungen um sage und schreibe 70% verringern! Die DGE empfiehlt, spätestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft mit der zusätzlichen Folsäure-Einnahme zu beginnen und die Supplementierung während des erstens Drittels der Schwangerschaft beizubehalten. All das sollte allerdings immer erst nach Absprache mit einem qualifizierten Arzt passieren.

Auch interessant: Das ist der ideale Sport für Schwangere

Die optimale Zubereitung und Lagerung

Sollte man Spargel schälen oder nicht? Die meisten sagen ja! Aber stimmt das überhaupt?

Die Antwort: Es kommt auf die Art des Spargels an. Weißer Spargel, manchen auch als Bleichspargel bekannt, muss immer geschält werden. Dieser enthält einfach zu viele Fasern, die später den Geschmack verderben würden. Grüner Spargel hingegen muss nicht zwangsläufig geschält werden. Dessen Schale ist nämlich deutlich dünner und enthält generell weniger Fasern. Aus diesem Grund braucht man nur dickere Stängel schälen, und selbst dann nur das untere Stück und nicht den ganzen Spargel. Wie jedes Gemüse sollte Spargel mit kaltem Wasser gewaschen werden, um Erdreste und Pestizide zu entfernen.

Wichtig ist außerdem, den gekauften Spargel möglichst zeitnah zu verzehren – am besten innerhalb von zwei Tagen. Sonst wird dieser schnell trocken und verliert an Geschmack und auch Nährstoffen. Um den Reifeprozess zu verlangsamen, hilft es, die Spargelenden in ein klammes Papier oder Tuch zu wickeln. Dadurch bleibt der Spargel länger frisch und trocknet nicht so schnell aus.

Wer den Spargel nicht sofort verwenden0, sondern für eine Weile aufbewahren will, kann die Stangen einfach einfrieren. Darauf weist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hin.

Dazu wird das Gemüse gewaschen und geschält, aber noch nicht gegart. In der Tiefkühltruhe bleibt der Spargel den Angaben zufolge dann acht bis zwölf Monate frisch. Soll der Spargel auf den Teller, gibt man die gefrorenen Stangen bei der Zubereitung direkt ins heiße Wasser oder zum gewünschten Gericht. Die Garzeit sei dann etwas kürzer als bei frischem Spargel.

Wie bei anderen Gemüsesorten sollte auch der Spargel bei niedrigen Temperaturen zubereitet werden. Denn scharfes Anbraten oder Erhitzen im Backofen zerstört schnell die wertvollen B-Vitamine.

Auch interessant:  So schädlich ist Essen aus der Mikrowelle wirklich

Spargel gibt es in drei verschiedenen Varianten
Foto: Getty Images

Warum riecht der Urin? Und warum bei einigen nicht?

Die meisten von Ihnen kennen vermutlich den beißenden Geruch beim Toilettengang nach einer leckeren Spargelmahlzeit. Aber woran liegt das eigentlich? Und warum betrifft das nicht jeden?

Fest steht: Der strenge Geruch ist zum Glück kein Indikator für eine gesundheitsschädigende Wirkung. Etwas dagegen tun kann man allerdings nicht. Viel zu trinken hilft zwar dabei, die Abbauprodukte schneller aus dem Körper auszuscheiden, weniger unangenehm wird der Geruch dadurch leider aber nicht.

Weitere gesundheitliche Vorteile von Spargel

Spargel ist reich an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Beides sind Nährstoffe mit zahlreichen positiven Gesundheitseigenschaften. Besonders hoch konzentriert liegt das Tripeptid Glutathion im Spargel vor, eine der wichtigsten Substanzen für den Schutz vor schädlichen oxidativen Reaktionen im menschlichen Körper. So soll Glutathion unter anderem vor Krebs schützen können und bei der Verlangsamung von Krebs-Mutationen helfen.

Zudem enthält Spargel mit Quercetin einen der am besten erforschten sekundären Pflanzenstoffe überhaupt. Dieser Nährstoff wirkt sowohl als krebsvorbeugendes Antioxidans, kann bei leichtem Blutdruck helfen und möglicherweise ebenso bei Adipositas und Diabetis. Leider wird Quercetin sehr schlecht vom menschlichen Körper absorbiert. Aus diesem Grund forschen Wissenschaftler aktuell daran, diesen Nährstoff besser verfügbar zu machen, damit wir Menschen so seine vielen positiven Effekte besser verwerten zu können.

Infografik: Woher der deutsche Spargel kommt | Statista

Fazit

Spargel kann definitiv viel mehr als nur gut schmecken! Sein hoher Vitamin-K-Gehalt kann bei der Knochengesundheit und der Blutgerinnung helfen. Außerdem sind die beliebten Stangen reich an Folsäure, die vor allem für werdende Mütter essentiell ist. Zudem hat Spargel dank seiner vielen Antioxidantien Anti-Krebs-Eigenschaften. Wem das Gemüse schmeckt, darf nicht nur, sondern sollte sogar während der Spargelzeit regelmäßig auf das „weiße Gold“ zurückgreifen.