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Gesunder Rücken

Was Sie beim Hexenschuss tun sollten

Ein junger Mann hält sich schmerzend den Rücken
Statistisch trifft fast jeden einmal im Leben der HexenschussFoto: Getty Images

Ein Hexenschuss ist für Betroffene eine echte Qual – neben einer heftigen Schmerzattacke blockiert der Rücken häufig. Trotzdem gilt: unbedingt in Bewegung bleiben.

Die akuten Schmerzen kommen ohne Vorwarnung. Plötzlich schießt beim Bücken oder Heben heftig stechend der Schmerz in den unteren Rücken – mit der Folge, dass das Kreuz vorübergehend zum Teil blockiert ist. Klarer Fall: Der Betroffene hat einen Hexenschuss – medizinisch: Lumbago.

Darum nennt man es Hexenschuss

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Ein Symptom mit vielen Auslösern

Der Hexenschuss ist zunächst einmal keine Erkrankung, sondern eine Beschreibung der Symptome. Dahinter können ganz unterschiedliche Auslöser stecken, erklärt Prof. Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie.

Ein möglicher Auslöser: eine ungünstige oder ungewohnte Bewegung oder eine Zwangshaltung. Ganz so schnell wie der Schmerz kommt, geht er dann zwar nicht. Aber ein Hexenschuss könne im besten Fall schon nach 24 Stunden wieder vorbei sein, sagt Kladny. „In der Regel dauert es wenige Tage, bis die Beschwerden weg sind.“

Zu viel sitzen ist schlecht für den Rücken

Fatal für den Rücken ist vor allem das weit verbreitete ständige Sitzen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nehmen allein 17 Millionen Deutsche Tag für Tag stundenlang im Büro Platz.

Wer immer sitzt und nicht für Ausgleich durch Bewegung sorgt, fordert die tiefliegende Rückenmuskulatur nicht. Irgendwann ist sie geschwächt. „Oft führt dann eine unglückliche Bewegung zu einem Hexenschuss“, erklärt Ramin Nazemi. Er ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin in Essen.

Der Mülleimer-Trick für mehr Bewegung

„Jede Form der Bewegung ist gut“, sagt Kladny. Der Experte empfiehlt daher auch am Schreibtisch zwei bis drei Haltungswechsel pro Stunde, für jeweils fünf Minuten. „Es gibt nicht das richtige Sitzen“, betont er. „Am besten ist es, aktiv zu sitzen.“ Außerdem könne man etwa seinen Mülleimer in die Ecke stellen, so dass man immer mal wieder aufstehen muss.

Ganz wichtig, um einem Hexenschuss vorzubeugen, ist auch das richtige Heben. „Eine Drehbewegung bei gebeugter Wirbelsäule, das ist Gift“, sagt Kladny. Stattdessen sollte man aus den Knien und nicht aus dem Kreuz heraus heben.

Mann sitzt am Arbeitsplatz
In Büros bewegen sich viele zu wenig, gönnen sie sich und ihrem Rücken die nötigen PausenFoto: Getty Images

Bei einem Hexenschuss verkrampft sich die Rückenmuskulatur in der Lendenwirbelsäule. Weil sich dort viele Nervenfasern befinden, ist das Schmerzempfinden groß. Gegen akute Schmerzen helfen Tabletten. „Sie sind teils ohne Rezept erhältlich“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. „Sind die Beschwerden nach drei Tagen nicht abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden“, so Sellerberg.

Experte rät von Stufenlagerung ab

Von der weit verbreiteten Empfehlung, im akuten Fall Kopf und Rücken gerade etwa auf den Boden sowie Knie und Unterschenkel auf einen Hocker zu legen, rät Michael Preibsch vom Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) ab. „Diese sogenannte Stufenlagerung trägt nicht dazu bei, dass sich die Muskelblockade löst.“

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Wärme löst Verkrampfung

Dagegen sorgt Wärme für Entspannung. So dringt etwa eine Bestrahlung des Rückens mit Rotlicht tief in das Muskelgewebe ein und löst die Verkrampfung. Die Wärme aus einer Wärmeflasche hingegen reicht nicht weit genug in die Muskeln hinein. Die Rotlicht-Bestrahlung sollte aber nicht länger als fünf Minuten dauern. „Wird die Körperpartie überwärmt, dann kann dies die Verspannungen vertiefen“, warnt Nazemi.

Viel Bewegung in den Alltag integrieren

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Wer Rückenbeschwerden im Allgemeinen und einem Hexenschuss im Besonderen vorbeugen will, sollte möglichst viel Bewegung in den Alltag integrieren. Im Büro kann es hilfreich sein, zwischendurch statt auf einem Stuhl am Schreibtisch an einem Stehpult zu arbeiten, gibt Preibsch ein Beispiel. Statt einen Kollegen, der im selben Haus arbeitet, anzurufen oder eine Email zu schicken, kann man auch zu ihm gehen und ihm die Info persönlich übermitteln.