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Erfahrungsberichte

Corona trotz Impfung! Zwei Betroffene berichten, wie es sich angefühlt hat

Corona trotz Imfung: Impfdurchbruch-Erfahrungen
Julia Knecht (l.) und Sophie Herrmann infizierten sich trotz Impfung mit Corona. Die Verläufe waren vergleichsweise mild. Auf FITBOOK berichten sie, unter welchen Symptomen sie gelitten haben. Foto: Julia Knecht, Sophie Herrmann / Collage: FITBOOK

Zwei junge Frauen aus dem Kollegenkreis von FITBOOK hat es erwischt: Impfdurchbruch! Wie es Sophie, als Asthmatikerin Teil der Risikogruppe, und Julia, junge Mutter und hochschwanger, mit den Corona-Symptomen erging, schreiben sie hier.

Wer sich gegen Corona hat impfen lassen, kann sich trotzdem mit dem Virus infizieren. Die (möglicherweise) folgende Covid-Erkrankung verläuft allerdings in der Regel deutlich schwächer. Auch die auftretenden Symptome bei Geimpften unterscheiden sich im Vergleich zu Ungeimpften. Darüber hat FITBOOK bereits berichtet. Am eigenen Leib mussten zwei Kolleginnen einen Impfdurchbruch erfahren – bei FITBOOK berichten Sophie Herrmann, studentische Aushilfe in der TECHBOOK-Redaktion, und Julia Knecht, Produktmanagerin FITBOOK, darüber, wie es sich angefühlt hat.

Sophie Herrmann: „Hatte das Gefühl, als wäre mein Körper nur ein halb aufgeladener Akku“

„Es fing mit Erschöpfung, Schluckbeschwerden und erhöhter Temperatur an – wie ein kleiner Infekt, der in den Wintermonaten immer sein Unwesen treibt. Eine Woche Ruhe, dann ist das Ganze meistens überstanden, dachte ich mir. An eine Corona-Infektion habe ich überhaupt nicht gedacht. So naiv das auch klingen mag, aber es lag nicht daran, dass ich keine schweren Symptome hatte, sondern weil eine direkte Berührung mit dem Virus für mich irgendwie immer noch eine entfernte Vorstellung war.

Kurz darauf bekam ich eine Nachricht von meiner Corona-Warn-App, dass ich mehreren Menschen über einen längeren Zeitraum ohne Mindestabstand ausgesetzt war, die nachweislich positiv getestet wurden, und die Gefahr einer Corona-Infektion bestehe. Ich wusste, dass die Symptome von leichten Verläufen bis hin zu Aufenthalten auf der Intensivstation reichen, aber dass mein Test positiv sein würde, war dennoch überraschend für mich. Im ersten Moment dachte ich: ‚Oh Gott, ich habe wirklich Corona.‘ Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf, wie ich weiter vorgehen und wem ich alles Bescheid sagen muss. Und im nächsten Moment dachte ich mir: ‚Keine Sorge, ich bin geimpft, also erwartet mich kein schwerer Verlauf.‘

Es war eine Berg- und Talfahrt der Symptome

Tatsächlich haben sich meine Beschwerden innerhalb der ersten Woche etwas verschlechtert, waren aber nicht gravierend. Es kamen Kopf- und Gliederschmerzen, Kreislaufprobleme und leichtes Fieber hinzu, aber ich hatte weder Husten noch hohes Fieber und auch sonst nicht das Gefühl, schwer krank zu sein. Die klassischen Schluckbeschwerden waren nach zwei Tagen wieder weg und mein Geschmacks- und Geruchssinn waren nach kurzer Abwesenheit auch wieder da.

Nach ungefähr einer Woche waren fast alle Symptome weg und ich habe mich voll in Adventsvorbereitungen gestürzt, um die Zeit in der Quarantäne zu überbrücken. Plätzchen backen, dekorieren und die Wohnung auf Vordermann bringen. Das war ein Fehler, denn schon am nächsten Tag lag ich wieder flach. Ich hatte keinerlei Symptome außer erhöhter Temperatur, aber ich kam einfach nicht aus dem Bett. Mein Kreislauf war komplett im Keller. Ich hatte das Gefühl, als wäre mein Körper nur ein halb aufgeladener Akku. Als würde jemand einen Stecker anschließen und mir kontinuierlich Energie absaugen. Das zog sich über mehrere Tage, bis es mir endlich wieder besser ging.

Was ich dabei belastend fand, war die stetig erhöhte Temperatur. Mein Fieber war nie höher als 38 Grad Celsius, aber dennoch hoch genug, dass ich mich körperlich angeschlagen fühlte. Es wollte aber nie so richtig ausbrechen und es hat sich angefühlt, als würde meine Körper auf Hochtouren arbeiten, damit das auch so bleibt. Selbst jetzt, wo ich ‚genesen‘ bin, steigt meine Temperatur zwischendurch immer noch auf 37,5 Grad Celsius an. Ich fühle mich fit, kann arbeiten und bin in meinem Alltag nicht mehr eingeschränkt, aber meine Temperatur schwankt trotzdem noch.

Ich hatte Corona – trotz Impfung

Dass ich als Geimpfte an Corona erkranken kann, war mir bewusst. Die Impfung mildert lediglich den Verlauf. Von daher war es für mich kein Schock. Ich glaube aber, dass gerade aufgrund der Impfung mein Verlauf so ‚mild‘ war. Für manch einen ist diese Schlussfolgerung reine Spekulation, da niemand weiß, wie meine Infektion verlaufen wäre, wenn ich ungeimpft gewesen wäre. Aber für mich war sie eine Bestätigung dessen, was ich angenommen hatte. Und um ehrlich zu sein, möchte ich auch gar nicht ausprobieren, wie es andersherum wäre. Das Risiko eines schweren Verlaufs reicht mir, um an die Wirksamkeit des Impfstoffs zu glauben – und deshalb hole ich mir, besonders, nachdem ich einen Impfdurchbruch hatte, auch die Booster-Impfung.

Corona als Risikopatientin

Als Asthmatikerin gehöre ich zur Risikogruppe, doch während der ganzen Zeit hatte ich keinerlei Probleme mit meinen Lungen. Meine Befürchtung war immer, dass das Virus meine Lungen stärker schwächt als bei anderen, aber ich bin medikamentös gut eingestellt und habe dadurch im Alltag auch keine ’schwache‘ Lunge. Als ich das positive Testergebnis bekommen habe, hatte ich auch keine Sorgen, dass sich meine Lungenfunktion schlagartig ändern würde – zumal meine Symptome von Anfang an leichter waren.

Meine Bilanz nach dem Corona-Impfdurchbruch

Ich habe das Gefühl, einfach einen grippalen Infekt gehabt zu haben. Meine Einstellung zu Corona hat sich dadurch aber nicht verändert. Ich fühle mich sicherer in dem Wissen, dass ich geimpft bin, aber unterschätze die Risiken auch nicht, an einer Variante zu erkranken, vor welcher mich der Impfstoff nicht so gut schützt.“

Auch interessant: Typische Corona-Symptome bei einem Impfdurchbruch

Julia Knecht: Schwanger, mit Kleinkind und Mann – alle drei positiv

„Ich war schwanger in der 25. Schwangerschaftswoche, mit einem zweiJährigen Kind, als mein Mann plötzlich durch einen Schnelltest zu Hause feststellte, dass er positiv war. An Symptomen hatte er lediglich Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Getestet hat er sich nur, weil er an dem Tag ins Büro fahren wollte. Die zweieinhalb Wochen, die folgten, waren herausfordernd.

Zunächst blieb es dabei, dass nur mein Mann positiv war, zwei Tage später wurde dies auch durch einen positiven PCR-Test bestätigt. Unser Sohn verstand das natürlich nicht und das Distanzieren im Haushalt war schwierig, aber wir gaben unser Bestes. Mein Mann trug fast dauerhaft eine Maske und schlief nachts im Büro. Die Quarantäne begann da bereits für uns drei. Mein Sohn und ich testeten uns täglich und drei Tage später war er dann völlig asymptomatisch positiv. Weitere zwei Tage später dann auch ich. Am selben Tag fühlte ich mich auch bereits abgeschlagen, als würde sich eine Erkältung anbahnen.

Über die nächsten Tage nahmen die Symptome zu. Enorme Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, verstopfte Nasen- und Nebenhöhlen begleitet von sehr intensivem Niesen (das natürlich mit Abstand erträglichste Symptom). Ich dachte zunächst, der Verlust des Geruchssinns bliebe mir erspart, aber die volle Windel meines Sohnes belehrte mich eines Besseren. Mein Mann war bereits nach vier Tagen wieder fit – unser Sohn blieb zum Glück asymptomatisch. Und auch mein Verlauf war sehr milde und fühlte sich an wie ein normaler Infekt. Keiner von uns hatte Fieber, geschweige denn Probleme mit der Lunge.

Besonders als Schwangere mit ohnehin geschwächtem Immunsystem war ich darüber sehr erleichtert.

Zwei Wochen nach meinen ersten Symptomen hatte auch ich dann einen negativen PCR-Test und die Quarantäne war für uns vorbei. Ich habe mich selten so sehr auf den normalen Alltag gefreut!

Mein Fazit nach dem Corona-Impfdurchbruch

Quarantäne mit Kleinkind ist hart, dabei krank zu sein noch härter, die Sorge um das Ungeborene furchtbar. Ich war jeden Tag froh und dankbar, geimpft zu sein und einen so milden Verlauf zu haben.“

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