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Bluthochdruck verändert laut Studie die Persönlichkeit

Studie belegt kausalen Zusammenhang

Menschen mit Bluthochdruck sind emotional instabil

Bluthochdruck neurotisch: Grafik Herzmuskel
Bei Bluthochdruck herrscht eine erhöhte Muskelspannung im Herzen. Auch die Emotionskontrolle ist beeinflusst, zeigt neue ForschungFoto: Getty Images

Bluthochdruck scheint nicht nur mit einem erhöhten Risiko für eine Reihe von Erkrankungen einherzugehen – er beeinflusst offenbar auch erheblich die Emotionskontrolle: Betroffene tendieren offenbar dazu ängstlicher, launischer, empfindlicher und allgemein reizbarer zu sein. Was die Ergebnisse einer Mendelschen Randomisierung im Detail zeigen ...

Der Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit ist Gegenstand vieler Studien. Forscher aus Shanghai widmeten sich nun den Auswirkungen auf die emotionale Stabilität von Menschen mit erhöhtem Blutdruck. Warum ist das spannend? Die Diagnose Bluthochdruck erhält in Deutschland fast jeder dritte Erwachsene im Laufe seines Lebens.1 Eine schleichende Gefahr, die offenbar auch unsere Persönlichkeitseigenschaften verändern kann. Laut der chinesischen Studie soll Bluthochdruck nämlich neurotisch machen können.

Neurotizismus – sich in belastenden Situationen nicht gut unter Kontrolle haben

Forschende der Shanghai Jiao Tong University wollen festgestellt haben, dass der diastolische Blutdruck mit emotionaler Labilität in Verbindung steht. Gemeint ist der sogenannte Neurotizismus – eine Persönlichkeitseigenschaft bzw. -Dimension von Menschen, die als ängstlich, launisch, empfindlich, depressiv, reizbar und labil beschrieben werden. Bekannter ist vielleicht der Begriff neurotisch. Solche Personen haben Probleme, Stress zu verarbeiten: Sie neigen zu psychophysiologischen Störungen und haben sich in belastenden Situationen weniger gut unter Kontrolle. Ihre Studienergebnisse veröffentlichten die Mediziner in der Fachzeitschrift „General Psychiatry“.2

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Wodurch wird Bluthochdruck begünstigt?

Bluthochdruck wird begünstigt durch häufigen Alkoholkonsum, Rauchen, zu wenig Bewegung, salz- und fleischreiche Ernährung, aber auch durch die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol. Die Volkskrankheit steigert das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Nierenversagen und sogar Demenz. Darüber herrscht unter Medizinern Einvernehmen. Nun gilt das Ursache-Wirkung-Prinzip offenbar auch hinsichtlich emotionaler Instabilität als belegt: Menschen mit Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko, die Welt sehr negativ wahrzunehmen.

Studie belegt ursächlichen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Neurotizismus

Den kausalen, also ursächlichen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Neurotizismus brachte eine sogenannte Mendelsche Randomisierungen zutage. Diese hat den Vorteil, große Stichprobenumfänge zu haben.

Mendelsche Randomisierung
Mithilfe mendelscher Randomisierung können Menschen anhand von genetischen Markern randomisiert werden. (Randomisierung meint die zufallsbedingte Verteilung von Probanden). Geeignete genetische Marker sind direkt mit einer lebenslangen Exposition assoziiert. Bei Nachweis einer Assoziation zwischen dem genetischen Marker und einer Erkrankung kann man von einer kausalen Beziehung zwischen der Exposition und der Erkrankung ausgehen.

Zwar hätten schon frühere Studien einen Zusammenhang zwischen Angststörungen und Bluthochdruck festgestellt, so Dr. Melody Hermel, Kardiologin bei United Medical Doctors in Kalifornien, gegenüber „Medical News Today“. Doch genau diese genombasierte Studie, welche große Stichprobenumfänge erlaube, mache die vorliegenden Ergebnisse interessant. „Der Zusammenhang zwischen diastolischem Blutdruck [Bluthochdruck, Anm. d. Red.] stimmt mit unserem Verständnis der schädlichen Auswirkungen von Stress auf den Körper überein.“

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Die Beziehung zwischen psychischer Gesundheit, Emotionen und Blutdruck müsse nun weiter erforscht werden, denn: Neurotizismus ist in all seinen Dimensionen – emotionale Verfassung, Labilität, Gehemmtheit – ein komplexes Merkmal. Denkbar sei auch eine Verzerrung der vorliegenden Studienergebnisse dadurch, dass hauptsächlich genetische Informationen aus europäischen Populationen einflossen.

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