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Fahrerlaubnis, Preis, Ausstattung

Worauf Sie beim Kauf eines E-Bikes unbedingt achten sollten

Lächelnde Frau fährt auf E-Bike
Wer mit einem E-Bike unterwegs ist, tritt elektrisch unterstützt in die Tasten – und kommt dabei weniger ins Schwitzen
Foto: Getty Images

Kritiker verspotten E-Bikes als Fortbewegungsmittel für Faule, Befürworter argumentieren hingegen, elektrisch unterstützte Fahrräder würden Sportmuffeln den Einstieg in einen gesunden Lebensstil erleichtern und auch älteren Menschen längere Fahrradtouren ermöglichen. FITBOOK erklärt, für wen sich die Anschaffung eines E-Bikes wirklich lohnt.

E-Bike ist nicht gleich E-Bike

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Pedelecs

Diese Räder haben einen elektronischen Hilfsmotor von maximal 250 Watt, der die Trittbewegung des Fahrrads bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h unterstützt. Bei höherem Tempo schaltet sich der Hilfsmotor automatisch ab, was Sie aber nicht davon abhält, weiterhin fleißig in die Pedale zu treten. Nur Pedelec-Bikes fallen in die Kategorie der normalen Fahrräder, weshalb Radwege auch innerorts ganz normal genutzt werden können. Eine Helmpflicht gibt es für diese Art von E-Bikes nicht.

E-Bikes mit Gasgriff

Bei dieser Art von Elektro-Fahrrad kann der Hilfsmotor manuell mittels Gasgriffs eingeschaltet werden. Hierbei kann eine Geschwindigkeit von maximal 20km/h erreicht werden. Wichtig ist zu wissen, dass es sich bei dieser Art von E-Bike rechtlich gesehen um ein Leichtmofa handelt. So müssen Sie vor der Nutzung eine kurze theoretische und praktische Prüfung ablegen. Aber: Wer den üblichen Autoführerschein der Klasse B besitzt, ist hiervon befreit.

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S-Pedelecs

Bei diesem Elektro-Fahrrad handelt es sich um eine Mischform der zuvor genannten E-Bike-Varianten mit einer Motorleistung von bis zu 500 Watt. Wie bei den Pedelecs springt der Motor nur unterstützend und bei gleichzeitigem Treten an. Mit bis zu 45 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit allerdings deutlich höher als bei klassischen E-Bikes, weshalb Sie einen Helm tragen müssen. Darüber hinaus muss man zur Nutzung mindestens 16 Jahre alt sein und eine Fahrerlaubnis der Klasse M, eine Betriebserlaubnis (erhält man beim Kraftfahrtbundesamt) sowie eine Versicherung (Kosten: ca. 35-70 Euro pro Jahr) für das Fahrrad besitzen.

Übrigens: Elektromotoren werden mittlerweile in nahezu allen Fahrradtypen verbaut. Das führt dazu, dass sie mal unter dem Sattel, mal am Hinterrad montiert sind – je nach Fahrrad-Art eben. Für die Nutzung macht das allerdings keinen großen Unterschied.

E-Bikes und Fitness

Gegner von E-Bikes argumentieren häufig, dass durch den Hilfsmotor sämtliche Trainingseffekte des Fahrradfahrens verloren gehen. Aber stimmt das überhaupt?

Nein! Denn: Auch wenn mehrere Studien wenig überraschend bestätigt haben, dass die Trainingsintensität bei E-Bikes geringer ausfällt, kamen dieselben Forscher zu dem Ergebnis, dass gerade untrainierte Personen ihre Fitness signifikant verbessern konnten. Also vor allem für Menschen, die sich bisher nicht zum Sport aufraffen konnten, sind E-Bikes eine sinnvolle Investition.

Passend dazu: Warum Übergewichtige E-Bike fahren sollten (BILDplus)

Außerdem: Regelmäßige Bewegung, auch bei niedriger Intensität, ist bekanntlich gut für die Gesundheit. So werden unter anderem die Durchblutung gefördert, der Blutzuckerstoffwechsel positiv beeinflusst und insgesamt das Risiko für Herzkreislauferkrankungen gesenkt. Aus diesem Grund empfiehlt die WHO pro Woche mindestens 150 Minuten Ausdauertraining bei mittlerer Intensität. Für diejenigen, die dieses Minimalziel an Bewegung aktuell nicht erreichen, kann die Anschaffung eines E-Bikes also allein schon aus gesundheitlichen Gründen eine Überlegung wert sein.

Aber klar: Sportler sollten in der Tat keinen großen Trainingseffekt erwarten.

Was spricht gegen eine Anschaffung?

Der Preis

Mindestens 2000 Euro muss man für ein Modell der Mittelklasse einplanen. Liebäugelt man mit einem hochklassigen Modell, muss man locker mehr als 4.000 Euro auf den Tisch legen. Auch Reparatur und Wartung sind in der Regel teurer. So muss man nach rund 50.000 km die Anschaffung eines neuen Akkus einplanen. Kostenpunkt: weitere 500 €.

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Das Gewicht

Nicht zu vernachlässigen ist das hohe Eigengewicht eines E-Bikes. Während ein normales Fahrrad 10-15 kg wiegt, bringt ein E-Bike im Durchschnitt 20-28 kg auf die Waage – also rund doppelt so viel! Durch sein Extragewicht wird das Tragen schnell zur Qual, gerade für ältere Personen. E-Bikes draußen stehen zu lassen ist allerdings auch keine gute Alternative, da sie wegen ihres Kaufpreises schnell Diebe auf den Plan rufen.

Junge Frau schließt ihr E-Bike an

Weil E-Bikes teuer in der Anschaffung sind, sollte man sich zweimal überlegen, ob man sie draußen stehen lässt
Foto: Getty Images

Darf ich E-Bikes im Flieger oder in der Bahn mitnehmen?

Wer sein E-Bike auch im Urlaub nutzen will, sollte folgende Infos zum Transport auf dem Schirm haben:

  • Im Flugzeug dürfen E-Bikes auf Grund des Akkus nicht mitgeführt werden.
  • Der Transport mit dem Auto ist zwar möglich, aber deutlich komplizierter als bei herkömmlichen Fahrrädern, was primär am hohen Gewicht der E-Bikes liegt. Denn: Heck-Halterungen für normale Fahrräder sind in der Regel nicht stabil genug für E-Bikes. Auf dem Dach können E-Bikes zwar sicher angebracht werden, doch muss man fast 30 Kilo auch erstmal stemmen können.
  • Im Zug kann das E-Bike ganz normal mitgeführt werden, was somit wohl die beste Transportmöglichkeit darstellt.

Was Sie ansonsten noch wissen sollten

Besonders ältere Menschen sind mit der Technik und der erhöhten Geschwindigkeit manchmal überfordert. Zum Glück bieten die meisten Fahrradläden kostenlose Probefahrten an, bei denen man sich selbst davon überzeugen kann, ob einem ein E-Bike zusagt. Auch der Verleih von E-Bikes wird mittlerweile von vielen Fahrradläden angeboten und stellt somit eine attraktive Alternative zum Kauf dar. Und nicht zuletzt bei Sharing-Diensten (Beispiele hierfür sind ebikestation, Listnride und Limebike) können Sie in vielen deutschen Großstädten problemlos E-Bikes anmieten und so einen ersten Eindruck bekommen.

Infografik: E-Bikes haben ein großes Marktpotenzial | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Fazit

Für eingefleischte Sportler und Menschen mit wenig Geld sind E-Bikes eher nichts. Wer aber gern mal längere Radtouren – vor allem im bergigen Terrain – erleben möchte und sich das mit seiner jetzigen Fitness nicht zutraut, für den können E-Bikes interessant sein. Auch Bewegungsmuffel sollten aufhorchen, schließlich kann sie der eingebaute Elektromotor dem Sport näherbringen – und somit längerfristig gesünder machen.

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