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Studie zeigt

Xanthelasmen – was die gelben Ablagerungen über Ihr Herz verraten können

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Die gelben Ablagerungen, auch Xanthelasmen genannt, können ein wichtiger Hinweis sein Foto: Getty Images/BSIP
Isa Kabakci
Redakteur

8. September 2026, 13:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Gelbliche Fettablagerungen an den Augenlidern, sogenannte Xanthelasmen, sind meist harmlos und werden häufig vor allem als kosmetisches Problem wahrgenommen. Doch möglicherweise verraten die auffälligen Hautveränderungen mehr über die Gesundheit, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Eine große Analyse aus den USA hat untersucht, ob Xanthelasmen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zusammenhängen.

Xanthelasmen als mögliche Warnzeichen

Menschen mit Xanthelasmen hatten in der Studie häufiger einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA), die oft als „Mini-Schlaganfall“ bezeichnet wird. Das erhöhte Risiko zeigte sich sowohl kurz- als auch langfristig und blieb auch bestehen, nachdem bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und erhöhte Blutfettwerte statistisch berücksichtigt worden waren. Bei der Gesamtsterblichkeit zeigte sich dagegen kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Xanthelasmen. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „Atherosclerosis“ publiziert.1

So wurde die Studie durchgeführt

Xanthelasmen entstehen durch die Ansammlung fettreicher Zellen in der Haut der Augenlider. Frühere Studien hatten bereits Hinweise darauf geliefert, dass sie mit Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose zusammenhängen könnten.2 Die bisherigen Ergebnisse waren jedoch widersprüchlich.

Die Forscher wollten deshalb herausfinden, ob Menschen mit Xanthelasmen häufiger schwere Herz-Kreislauf- und Hirngefäßerkrankungen entwickeln. Dafür werteten sie Gesundheitsdaten aus dem internationalen Netzwerk „TriNetX“ aus.

Nach einem statistischen Abgleich wurden 17.770 Erwachsene mit Xanthelasmen mit ebenso vielen Menschen ohne diese Hautveränderungen verglichen. Als Vergleichsgruppe dienten gezielt Personen mit Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), um sicherzustellen, dass alle Teilnehmer augenärztlich untersucht worden waren.

Personen, die bereits einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine TIA erlitten hatten, wurden ausgeschlossen. Die beiden Gruppen wurden unter anderem hinsichtlich Alter, Geschlecht, Blutfettwerten, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen möglichst vergleichbar gemacht. Anschließend untersuchten die Forscher, wie häufig innerhalb von bis zu zehn Jahren Herzinfarkte, Schlaganfälle und TIAs auftraten.

So deutlich unterscheiden sich die Risiken

Besonders groß waren die Unterschiede im ersten Jahr. Einen Herzinfarkt erlitten 1 Prozent der Menschen mit Xanthelasmen gegenüber 0,35 Prozent in der Vergleichsgruppe. Bei Schlaganfällen lagen die Anteile bei 0,95 gegenüber 0,30 Prozent, bei TIAs bei 0,60 gegenüber 0,19 Prozent.

Nach zehn Jahren lagen die Werte für Herzinfarkte bei 3,13 gegenüber 1,73 Prozent, für Schlaganfälle bei 3 Prozent gegenüber 1,53 Prozent und für TIAs bei 2 Prozent gegenüber 1,13 Prozent. Die Studie kann allerdings nicht belegen, dass Xanthelasmen diese Ereignisse verursachen. Die Ergebnisse sprechen vielmehr dafür, dass die Ablagerungen ein äußerlich sichtbarer Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko sein könnten.

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Stärken und Schwächen der Studie

Zu den Stärken zählen die große Zahl der untersuchten Personen und die lange Beobachtungszeit von bis zu zehn Jahren. Zudem berücksichtigten die Forscher zahlreiche bekannte Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, um die Gruppen möglichst gut vergleichbar zu machen.

Die Studie hat jedoch auch Einschränkungen. Da sie auf elektronischen Patientenakten beruht, lassen sich Fehler oder Lücken in den erfassten Diagnosen nicht ausschließen. Zudem fehlten einige möglicherweise relevante Informationen, etwa zu spezifischen Laborwerten einzelner Cholesterinarten, zum sozioökonomischen Status sowie zu Beginn, Dauer und Dosierung cholesterinsenkender Medikamente. Auch Behandlungen außerhalb der beteiligten Gesundheitseinrichtungen könnten unberücksichtigt geblieben sein.

Diese Einschränkungen sind wichtig für die Einordnung: Auch wenn die Studie keinen direkten ursächlichen Beweis liefert, unterstreicht sie, dass Xanthelasmen ein wertvoller äußerlicher Hinweis für Ärzte sein können, um die Herzgesundheit der Patienten frühzeitig genauer zu überprüfen. Die Studie wurde nicht finanziell gefördert. Die Autoren gaben keine relevanten Interessenkonflikte an.

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Das zeigten bereits frühere Studien

Die Frage ist nicht neu – und die Studienlage bleibt uneinheitlich. Am bekanntesten ist eine dänische Bevölkerungsstudie, für die 12.745 Menschen im Alter von 20 bis 93 Jahren über durchschnittlich 22 Jahre begleitet wurden.3 Auch hier hatten Menschen mit Xanthelasmen ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt und für eine ischämische Herzkrankheit, unabhängig von Cholesterin- und Triglyzeridwerten. Zusätzlich fanden die Forscher Hinweise auf eine ausgeprägtere Arteriosklerose. Anders als die aktuelle US-Analyse zeigte die dänische Studie allerdings keinen Zusammenhang mit Schlaganfällen – dafür aber ein leicht erhöhtes Sterberisiko. Ein Grund für diesen Unterschied beim Sterberisiko könnte die deutlich längere Beobachtungszeit sein: Die dänischen Teilnehmer wurden im Schnitt 22 Jahre begleitet, in den USA waren es maximal zehn.

Es gibt jedoch auch Untersuchungen, die keinen Zusammenhang finden. Eine israelische Studie verglich 203 Menschen mit Xanthelasmen mit 2030 Personen ohne die Hautveränderungen, alle aus einem großen Vorsorgeprogramm.4 Weder bei den Blutfettwerten noch bei der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigten sich Unterschiede. Die Autoren schränken allerdings ein, dass die Daten rückblickend aus nur einem Zentrum stammen und die Teilnehmer sich selbst für die Vorsorgeuntersuchung entschieden hatten – Menschen mit besonders hohem Risiko könnten also unterrepräsentiert sein.

Quellen

  1. Yavari N., Wai K., Alsoudi A. et al. (2026). Xanthelasma and its association with developing major cardio-cerebrovascular events. Atherosclerosis. ↩︎
  2. Christoffersen, M., Frikke-Schmidt, R., Schnohr, P. et al. (2011). Xanthelasmata, arcus corneae, and ischaemic vascular disease and death in general population: prospective cohort study. BMJ. ↩︎
  3. Christoffersen M., Frikke-Schmidt R., Schnohr P., Jensen G.B., Nordestgaard B.G., Tybjærg-Hansen A. (2011). Xanthelasmata, arcus corneae, and ischaemic vascular disease and death in general population: prospective cohort study. BMJ. ↩︎
  4. Lustig-Barzelay Y., Kapelushnik N., Goldshtein I. (2025). Association Between Xanthelasma Palpebrarum with Cardiovascular Risk and Dyslipidemia. Ophthalmology. ↩︎

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