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Experteneinschätzung

Die Risiken einer Wimpernverlängerung

Wimpernverlängerungen können Risiken für Haut und Auge mit sich bringen.
Eine Wimpernverlängerung sollte, wenn überhaupt, nur von geschultem Personal durchgeführt werden Foto: Getty Images
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6. Dezember 2022, 6:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Dichte, lange Wimpern sind heutzutage durch kosmetische Wimpernverlängerung bzw. -verdichtung für nahezu jeden unkompliziert erreichbar, dennoch wirkt die Prozedur Risiken. Was Sie bei der Prozedur beachten sollten, mit welchen Risiken sie verbunden ist und wann Sie sie unbedingt abbrechen sollten, erfahren Sie hier von einer Expertin.

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Wie funktioniert eine Wimpernverlängerung?

Im Gegensatz zu „falschen“ Wimpern, die nur für eine kurze Dauer magnetisch oder mittels eines speziellen Klebers am Wimpernkranz angebracht werden, sind Wimpernverlängerungen eine länger anhaltende Lösung zur Verschönerung Ihrer natürlichen Wimpern. Im Kosmetikstudio klebt die Kosmetikerin oder der Kosmetiker bei der Wimpernverlängerung, auch -verdichtung genannt, einzelne künstliche Wimpern mit einem chirurgischen Kleber auf jede Ihrer Naturwimpern am Oberlid. Die Wimpern bestehen aus natürlichen Materialien, wie Seide oder Nerz, oder aber aus synthetischen Kunststofffasern.

Haltbarkeit und Behandlungshäufigkeit

Wimpernverlängerungen wachsen auf natürliche Weise zusammen mit Ihren Naturwimpern heraus und fallen dann aus. Vier bis neun Wochen beträgt der durchschnittliche Wachstumszyklus für die Wimpern der meisten Menschen. Während dieser Zeit müssen Sie etwa alle zwei bis vier Wochen eine Auffrischung der Behandlung vornehmen, um ein optisch gleichbleibendes Ergebnis aufrechtzuerhalten.1

Potenzielle Risiken

 „Wimpernverlängerungen sehen toll aus, sind aber nicht ohne Risiko für Haut und Augen“, weiß Dr. Ko-Ming Chen, Dermatologe und Dermahistologe in Düsseldorf. „Es beginnt bereits damit, ein erfahrenes, hygienisches Kosmetikstudio zu wählen, das Wert auf qualitativ hochwertige Materialien legt. Man stößt bei der Suche auf viele Anbieter, die diese Behandlung weniger hygienisch zu Hause durchführen und mit entsprechend geringeren Kosten locken.“

Worauf man achten sollte

Achten Sie während der Behandlung unbedingt darauf, die Augen geschlossen zu halten. So vermeiden Sie, dass Klebstoff oder Klebstoffdämpfe in Ihr Auge gelangen. Dies könnte eine Reaktion hervorrufen, die von tränenden Augen bis hin zu einer schweren Verbrennung reichen kann.

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Für wen die Behandlung nicht geeignet ist

Sie sollten eine Wimpernverlängerung vermeiden, wenn Sie in der Vergangenheit schon einmal auf Produkte wie Augen-Make-up, Augentropfen oder Augenmedikamente allergisch reagiert haben sowie unter einer Latexallergie leiden. Bei Unsicherheit prüfen Sie am besten vorab die Inhaltsstoffliste des Klebers, der Vorbereitungs- sowie der Entfernungsprodukte.

Ebenso sollten Sie sich gegen die Behandlung entscheiden bei gereizten oder verletzten Augenlidern, bei Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall) sowie, wenn Sie sich aktuell einer Chemotherapie oder Bestrahlung unterziehen.

Das sind die Nebenwirkungen einer Wimpernverlängerung

Für Haut und Augen

„Die Klebstoffe, mit denen die Wimpernverlängerungen auf Ihre Wimpern geklebt werden, enthalten Chemikalien und Inhaltsstoffe (z.B. Latex), die reizend oder schädlich sein können. Sollten Sie auf eine der Chemikalien allergisch reagieren, kann es vorkommen, dass die Nebenwirkungen erst Tage später auftreten“, warnt Herr Dr. Chen. „Die möglichen Nebenwirkungen können von geröteten, brennenden oder juckenden Augen bis hin zu Ausschlag, Schwellungen und Augenlidentzündungen reichen.“ Wenn Sie sich erstmalig für die Behandlung entscheiden, empfindliche Haut und Augen haben oder zu Allergien neigen, sollten Sie vorab einen Patch-Test durchführen, um zu sehen, wie Ihre Haut reagiert.

Denken Sie daran, dass Ihre unteren Wimpern und Ihr Wimpernkranz während der Behandlung von einer Schablone bedeckt werden. Denn diese ist auch in der Regel mit Klebstoff versehen und kann Ihre empfindliche Augenpartie ebenfalls reizen.  

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Naturwimpern können abbrechen

Wimpernverlängerungen können dazu führen, dass Ihre Naturwimpern brechen oder ausdünnen. Das lässt sich weitgehend vermeiden, wenn Sie nicht an Ihren Augenlidern ziehen oder sie reiben. Je sanfter Sie mit Ihren Wimpernverlängerungen umgehen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Naturwimpern verletzen.

Wann Sie einen Facharzt aufsuchen sollten

Wenn sich Ihre Augen nach der Behandlung leicht gereizt anfühlen, können Sie zunächst versuchen, die Beschwerden mittels kalter Kompressen oder Allergie-Augentropfen zu lindern. „Alle Symptome, die länger als 24 bis 48 Stunden andauern, sollten von einem Facharzt untersucht werden. Dies gilt vor allem bei schwerwiegenden Symptomen, wie z. B. extreme Schwellungen, Schmerzen oder Juckreiz“, empfiehlt Herr Dr. Chen. „Infektionen und allergische Reaktionen können ähnliche Symptome aufweisen. Nur ein Arztbesuch stellt sicher, dass Sie die richtige Behandlung erhalten.“

Wann Sie mit der Behandlung aufhören sollten

Das Ergebnis einer Wimpernverlängerung sollte sich angenehm anfühlen bzw. nicht spürbar sein. Wenn Sie anschließend ein zwickendes, kratziges Gefühl haben, benutzen Sie zunächst die Wimpernbürste von Wimpernansatz an, um lose Haare zu entfernen. Sollte das unangenehme Gefühl bleiben, suchen Sie Ihr Kosmetikstudio auf und lassen Sie die Wimpern sicherheitshalber entfernen.

Sollten Sie bereits während der Behandlung Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen verspüren, brechen Sie die Behandlung am besten sofort ab. Sollten Sie bemerken, dass der Kleber sowie die Kunstwimpern statt auf den Naturwimpern auf Ihrer Haut angebracht werden oder aber mehrere Wimpern zusammengeklebt und verklumpt werden, wechseln Sie unbedingt das Kosmetikstudio.

Quellen

  1. Lash Masterclass. Der Wimpernwachstumszyklus. (aufgerufen am 20.08.2025) ↩︎

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