27. August 2025, 13:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Bruce Willis leidet an frontotemporaler Demenz. In einem neuen Interview berichtet seine Ehefrau Emma Heming-Willis, wie sich der Gesundheitszustand des Schauspielers entwickelt hat: Der 70-Jährige sei körperlich noch mobil und insgesamt in guter Verfassung, verliere jedoch zunehmend seine sprachlichen Fähigkeiten. Auch sein Wesen scheint sich verändert zu haben. Es gebe aber Augenblicke, in denen er fast wieder der Alte sei. Die Familie hat gelernt, mit der Krankheit umzugehen – erste Symptome traten schon lange vor der Diagnose im Jahr 2023 auf.
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Emma Heming Willis über das Fortschreiten der Erkrankung
In einem neuen Interview spricht Emma Heming-Willis offen über die Auswirkungen der Demenz ihres Mannes Bruce Willis. Demnach sagte sie in einer ABC-Sondersendung mit Diane Sawyer: „Bruce ist immer noch sehr mobil. Er ist insgesamt kerngesund. Nur sein Gehirn lässt nach. Die Sprache lässt nach. Wir haben gelernt, uns anzupassen, und können jetzt auf eine andere Art mit ihm kommunizieren.“
Die Ehefrau des Schauspielers berichtete von den ersten auffälligen Veränderungen im Verhalten ihres Mannes: Er sei zunehmend ruhiger und zurückgezogener geworden, besonders bei Familienzusammenkünften, wo er früher aktiv und präsent war. Die sonst so vertraute Herzlichkeit und Wärme seien anfangs kaum noch spürbar gewesen – eine Entwicklung, die für die Familie beunruhigend und schwer zu verarbeiten gewesen sei.1
„Und es ist einfach schwer, sie zu sehen, weil diese Momente so schnell, wie sie erscheinen, auch wieder vergehen. Und das ist schwer. Aber ich bin dankbar. Ich bin dankbar, dass mein Mann immer noch sehr präsent ist“, so Emma Heming Willis.
Trotz des fortschreitenden Krankheitsverlaufs gibt es laut Emma Heming Willis bis heute einzelne Augenblicke, in denen vertraute Wesenszüge wieder sichtbar werden. Besonders Momente des Lachens oder ein bestimmter Blick können kurzzeitig an die Persönlichkeit erinnern, die Bruce Willis einst ausmachte – auch wenn solche Situationen meist nur von kurzer Dauer sind.
Frühe Symptome und emotionale Überforderung
Die ersten Warnzeichen zeigten sich bereits vor der offiziellen Diagnose. Nachdem 2022 zunächst Aphasie festgestellt wurde – eine Sprachstörung mit neurologischer Ursache –, folgte 2023 die Gewissheit: frontotemporale Demenz.
Heming-Willis beschrieb, wie sie die Diagnose erlebte: „Als ich die Diagnose bekam, geriet ich in Panik. Ich erinnere mich nur daran, dass ich es gehört hatte, aber sonst nichts. Es war, als würde ich im freien Fall sein.“ Trotz der Schwere der Situation bemüht sich die Familie um Stabilität. Ihre Worte: „Wir haben gelernt, uns anzupassen.“
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Ein Krankheitsverlauf, der alle betrifft
Bereits im Jahr 2023, im Rahmen der FTD-Aufklärungswoche, war Emma Heming-Willis zu Gast in der US-amerikanischen „Today Show“. Gemeinsam mit Susan Dickinson von der „Association for Frontotemporal Degeneration“ sprach sie damals offen über die familiäre Belastung: „Was ich gelernt habe, ist: Demenz ist hart. Es ist hart für die Person, die diagnostiziert wurde, und es ist hart für ihre Familie. Und das gilt auch für Bruce, mich und unsere Mädchen. Man sagt, dass es eine Familienkrankheit ist, und das ist sie wirklich.“
Offen mit den Kindern umgehen
Mit Bruce Willis hat sie zwei gemeinsame Töchter. Der offene Umgang mit der Diagnose war für sie essenziell: „Wir sind ein sehr ehrlicher und offener Haushalt. Für uns war es wichtig, klar zu benennen, um welche Krankheit es sich handelt und sie zu erklären“, so Heming Willis. „Denn wenn man die Krankheit aus medizinischer Sicht versteht, macht einfach alles auf einmal einen Sinn. Deshalb war es uns wichtig, ihnen zu erklären, was los ist. Ich möchte nicht, dass mit der Diagnose ihres Vaters ein Stigma oder Schande verbunden ist.“
Auch für ihre Kinder habe das Konsequenzen – im Positiven wie im Traurigen:
„Es ist nicht das, was ich für meine Kinder wollen würde, aber es bringt ihnen bei, sich zu kümmern und liebevoll zu sein. Das ist in all dieser Traurigkeit etwas sehr Schönes.“
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Diagnose war „Fluch und Segen zugleich“
Bereits im Jahr 2023 – kurz nach der Diagnose – sprach Emma Heming-Willis in einem Interview über ihre persönliche Reaktion auf die Nachricht. Damals sagte sie:
„Ich denke, es war Segen und Fluch zugleich“, antwortete sie auf die Frage, wie es war, endlich einen Namen für die Symptome ihres Ehemannes zu haben. „Auf der einen Seite konnte ich endlich verstehen, was passiert und damit beginnen, die Situation zu akzeptieren. Das macht es nicht weniger schmerzhaft. Aber alles endlich zu begreifen und zu verstehen, was mit Bruce geschieht, macht es etwas leichter.“
Weiß Bruce Willis von seiner Demenz?
Ebenfalls wurde Emma Heming-Willis in der NBC-Sendung gefragt, ob ihr Mann sich seines Zustands überhaupt bewusst sei. Die Moderatorin stellte die direkte Frage:
„Weiß Bruce, was los ist? Ist er sich dessen bewusst?“ Heming-Willis antwortete darauf sichtlich bewegt: „Schwer zu sagen. Das ist einfach schwer zu sagen.“
Die mit ihr anwesende Demenz-Expertin Susan Dickinson, Geschäftsführerin der „Association for Frontotemporal Degeneration“, erklärte dazu: „Was wir wissen, ist, dass die Krankheit, wie der Name schon sagt, im Frontallappen oder Schläfenlappen des Gehirns beginnen kann. Und eine Sache, die der Frontallappen kontrolliert, ist Selbsterkenntnis. Es ist wirklich schwer zu sagen. Manche Menschen verlieren das als Erstes und damit die Fähigkeit, selbst wahrzunehmen, dass sie sich verändert haben. Andere wiederum behalten diese Fähigkeit noch lange bei.“