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Gefährlich für Kinder

Verbraucherschützer warnen vor Lebensgefahr durch gefälschte Labubus

Labubus
Labubus liegen im Trend: Nicht nur Kinder nutzen die kleinen Monster als Schlüsselanhänger, sie baumeln auch an den Designer-Taschen zahlreicher Promis. Foto: VCG via Getty Images
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21. August 2025, 11:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Labubus haben in kürzester Zeit ihren Weg in Kinderzimmer und an die Handtaschen von Stars wie Sängerin Lizzo und Dua Lipa gefunden. Die kleinen Monster, welche Künstler Kasing Lung aus Hongkong als Figuren seiner Bilderbuchreihe „The Monsters“ ins Leben rief, eroberten in Rekordzeit den Markt. Und kurze Zeit später auch Fälschungen – unter Kennern „Lafufus“ genannt. Und vor genau diesen warnen Behörden aus den USA und dem Vereinigten Königreich: Die Fake-Puppen können zur Lebensgefahr werden.

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Der Spielzeughersteller Pop Mart vertreibt die begehrte Monstersammelfigur äußerst erfolgreich: Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von über vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.1 Immerhin können die beliebten „Blind Boxes“, bei denen der Käufer erst beim Auspacken erfährt, welche Version er ergattert hat, schlappe 60 Euro kosten. Ziemlich happig – und der perfekte Nährboden dafür, dass allerhand günstigere Fälschungen aus dem Boden sprießen. Wer nicht das nötige Kleingeld oder einfach nicht das Know-how hat, Fälschungen zu erkennen, greift zu. Doch diese sind nicht ungefährlich.

Lafufus können zur Lebensgefahr werden

Sowohl die amerikanische Consumer Product Safety Commission (CPSC) als auch das britische Chartered Trading Standards Institute (CTSI) haben dringliche Warnungen vor Fake-Labubus herausgegeben.2,3 Der Grund: Die Puppen sind teilweise so klein, dass ein Kind sie in den Mund nehmen und so seine Atemwege blockieren könnte. Der CPSC lägen zudem Berichte über gefälschte Labubu-Puppen vor, die leicht auseinanderbrechen – Kleinteile werden zur Erstickungsgefahr.

Christine Heemskerk, CTSI-Leiterin für Produktsicherheit, klärt obendrein über gesundheitsgefährdende Materialien auf: „Gefälschte Puppen werden in unsicheren Produktionsstätten minderwertig hergestellt. Fälscher halten sich nicht an Sicherheitsstandards und verfügen wahrscheinlich nicht über gute Fabrikkontrollen. Eine gefälschte Labubu-Puppe kann gefährliche Chemikalien im Kunststoff enthalten, die die Organe eines Kindes lebenslang schädigen können.“ Dazu zählen etwa giftige Substanzen wie Blei, schädliche Farbstoffe oder verbotene Weichmacher.

Peter A. Feldman, Vorsitzender der CPSC, warnt eindrücklich: „Diese gefälschten Labubu-Puppen sind gefährlich, illegal und haben in (amerikanischen) Haushalten nichts zu suchen. Kein Elternteil sollte sich Sorgen machen müssen, ob ein Spielzeug die Atmung seines Kindes behindert. Schützen Sie Ihre Kinder und kaufen Sie nur bei seriösen Anbietern.“

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Behörden fahnden nach Fake-Labubus

Ermittler der CPSC identifizierten mehrere Lieferungen von Fälschungen, die aus China in die USA eingeführt werden sollten, und forderten die Beschlagnahmung Tausender Einheiten, nachdem sie Verstöße gegen die Bundesvorschriften für Spielzeug mit Kleinteilen festgestellt hatten. Auch im Vereinigten Königreich häufen sich Beschlagnahmungen: Die Handelsaufsicht habe allein in der Region North Tyneside über 2000 Puppen in einem Monat entdeckt, weitere Städte folgten. Die gefälschten Labubus würden auch gegen die britische Spielzeugsicherheitsverordnung verstoßen, da ihnen die CE- oder UKCA-Sicherheitskennzeichnung, Angaben zum Importeur und die erforderlichen Sicherheitshinweise fehlen.

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Wie ist die Lage in Deutschland?

Hierzulande könnten diese Gefahren ebenfalls bestehen. Simon Götze von der Verbraucherzentrale Berlin erklärt, dass die Hersteller solcher Produktfälschungen weitestgehend anonym seien und sich so einer Herstellerhaftung entziehen können. „Außerdem kann es den Fälschern auch egal sein, wenn die Marke von Pop Mart dadurch Schaden nimmt. Deshalb ist es nicht unplausibel, dass hier bei der Qualität gespart wird.“ Wer sich hingegen nicht aus der Verantwortung ziehen könne, sind Verkäufer. „Diese haften nach dem Gewährleistungsrecht für die Waren, die Sie hier an Verbraucher verkaufen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie wissen, dass es sich hierbei um Fälschungen handelt.“

So entlarven Sie die Fälschungen

Die beiden Verbraucherschutzbehörden geben in ihren Mitteilungen Tipps, wie Sie die Fälschungen erkennen können:

  • Keine Schnäppchen kaufen: Hohe Rabatte können auf gefälschte Produkte hinweisen.
  • Hinweise auf der Verpackung: Echte Pop Mart Labubu-Puppen verfügen über einen holografischen Pop Mart-Aufkleber, einen scanbaren QR-Code, der auf die offizielle Pop Mart-Site verweist, und (bei neueren Ausgaben) einen dezenten UV-Stempel auf einem Fuß.
  • Anzahl der Zähne: Fälschungen haben oft zu grelle Farben oder die falsche Anzahl an Zähnen (echte Puppen haben neun).
  • Seriosität: Kaufen Sie bei seriösen Einzelhändlern und meiden Sie unbekannte Online-Anbieter oder Drittanbieter auf Online-Marktplätzen.
  • Überprüfen Sie die Sicherheitskennzeichnung: Achten Sie bei Spielzeugen mit Kleinteilen auf Warnhinweise zur Erstickungsgefahr und unabhängige Sicherheitsprüfzeichen.

Quellen

  1. Reuters. Pop Mart sees revenue hitting over $4 bln this year, to launch mini Labubus. (aufgerufen am 21.08.2025) ↩︎
  2. Consumer Product Safety Commission (CPSC). Consumer Safety Alert: CPSC Issues Urgent Safety Warning to Labubu Collectors. (aufgerufen am 21.08.2025) ↩︎
  3. Chartered Trading Standards Institute (CTSI) . CTSI issues warning about dangerous fake ‘Labubu dolls’ flooding UK market. (aufgerufen am 21.08.2025) ↩︎

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